„Mein Kind hört nicht auf mich… “ – 5 erprobte Fragen, die Du Dir jetzt stellen solltest

„Mein Kind hört nicht auf mich… “ – es klingt wie die ultimative Kapitulation und ein Eingeständnis der eigenen, elterlichen Unfähigkeit. Meistens gibt es aber ein paar ganz simple Gründe. Und darum geht es in diesem Artikel. Du erfährst, welche 5 Fragen Du Dir stellen kannst, um an die Wurzel des Problems zu kommen. Aber Achtung, am Ende des Artikels sprechen wir Tacheles und da musst Du ehrlich zu Dir selbst sein.

Stell Dir folgende Situation vor. Du kommst abends von der Arbeit nach Hause. Du hattest einen langen Tag und freust Dich auf einen entspannten Feierabend im Kreise der Familie.

Nachdem Du das Haus betreten hast, hörst Du Tumult und Getöse aus dem Kinderzimmer. Als Du die Treppe nach oben läufst, siehst Du, dass Deine Kinder das komplette Zimmer auf links gedreht haben.

Kein Ding, so etwas machen Kinder nun mal. Verständnisvoll begrüßt Du die Kids und bittest sie das Zimmer aufzuräumen. Daran erinnerst Du sie im Laufe des Abends dann noch 2 weitere Male.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Nach einer Stunde machst Du Dich auf, das Kinderzimmer zu inspizieren. Nichts ist passiert.

Du merkst, wie Du genervt bist und Ärger in Dir aufkommt. Warum hören die Kinder nicht auf mich?

Die Situation hast Du bestimmt schon einmal so oder in ähnlicher Form erlebt. Vielleicht denkst Du, dass das manchmal so ist und Kinder nicht immer auf die Eltern hören. Vielleicht kommt aber auch das Gefühl hoch, dass es etwas mit Dir zu tun hat und sie bei Deiner Frau eher das tun, was sie sagt?

Mein Kind hört nicht auf mich – warum?

Es gibt viele Gründe, warum Kinder nicht auf das hören, was Du ihnen sagst.


Wie bekomme ich das mit der Erziehung richtig hin?

Lerne wie Du Dir einen Erziehungskompass baust, der Dich sicher durch alle Phasen Deines Vaterlebens manövrierst. 


Soll Dein Kind gehorchen?

Wenn Du Dich mit älteren Menschen unterhältst, hörst Du ganz oft, dass die “Kinder von heute” viel ungezogener sind als “früher”. Ich denke, das ist Quatsch.

Weder damals noch heute sind Kinder ungezogen. Was damals wie heute stimmt ist, dass Kinder eine andere Wahrnehmung haben. Sie hinterfragen grundsätzlich alles, was ihnen gesagt wird. Das war früher ungezogen und wurde durch Strafen unterdrückt.

In Zeiten der Industrialisierung war es nicht erforderlich Dinge zu hinterfragen. Es war wichtiger genau das zu tun, was von einem verlangt wurde. Damit das im Erwachsenenalter funktioniert, wurde es den Kindern schon früh eingebläut.

Die Arbeitswelt von heute stellt andere Herausforderungen. Daher ist es gut, dass Kinder ihren eigenen Kopf haben und Dinge hinterfragen – auch wenn es für uns Eltern deutlich anstrengender ist.

Linktipp: Überforderte Eltern, schwierige Kinder – die Erziehungsmisere

Bekommt Dein Kind genug Aufmerksamkeit?

Es ist zu einfach zu sagen, Ungehorsam ist gut und ein Ausdruck für Kreativität. Im Leben und besonders im Zusammenleben mit anderen ist es aber auch wichtig Regeln zu kennen und sich an diese zu halten.

Klappt das mal nicht so, ist eine gute Frage: Warum hört mein Kind nicht auf mich?

Wenn Dein Kind sich nicht wahrgenommen fühlt, kann es sein, dass es sich durch bewussten Ungehorsam versucht Aufmerksamkeit zu verschaffen.

Das richtige Maß an Lob kann hier Wunder wirken. Besonders, wenn Du richtig lobst und korrektes Verhalten positiv bestätigst.

Ist es vielleicht Deine Schuld?

Wenn Du so richtig auf 180 bist, weil Dein Kind gerade einfach nicht das tun möchte was Du möchtest, ist die Schuldfrage für Dich schnell geklärt. Natürlich ist es die Schuld des Kindes. Schließlich verhält es sich nicht so, wie Du das möchtest.

Vielleicht bist aber auch Du selbst daran schuld?

Wie oft hast Du in der letzten Zeit gesagt, “Wenn Du das jetzt nicht tust, dann…”? Dieser Wenn-Dann Satz ist einer der überstrapaziertesten Elternsätze und in 90% der Fälle bleibt es bei der bloßen Aussprache. Kaum ein Elternteil zieht die ausgesprochene Konsequenz durch.

Was macht das mit dem Kind?

Es stumpft ab schließlich sind Deine Aufforderungen nur Worte, die es mit keinerlei Handlungsaufforderung mehr verbindet.

Wie bekomme ich mein Kind dazu auf mich zu hören?

Wenn Du Dein Kind um etwas bittest (ist immer viel besser als es zu etwas aufzufordern), dann tust Du das aus gutem Grund. Und natürlich möchtest Du, dass Dein Kind dem auch Folge leistet.

Du hast aber auch keine Lust der Oberfeldwebel der Familie zu sein und autoritär daher zu kommen. Also, wie bekommst Du dann Dein Kind dazu zu tun, was Du von ihm möchtest?

Kennt Dein Kind Deine Motive?

Die Eltern-Kind Beziehung ist in ganz vielen Fällen sehr vergleichbar mit der Beziehung zwischen Dir und Deinem Vorgesetzten. Wenn Du einen Auftrag von Deinem Chef bekommst, führst Du diesen lieber und gewissenhafter aus, wenn Du weißt, warum Du das machen sollst.

Warum sollte Dein Kind das dann anders sehen? Wenn Du also Deinem Kind etwas sagst, dass es tun soll, erkläre warum.

Statt, räume bitte Dein Zimmer auf ist ein bei dieser Unordnung findest Du morgen keines Deiner Spielzeuge wieder. Bitte räume Dein Zimmer auf.

Wie ist Deine Beziehung zu Deinem Kind?

Die emotionale Bindung zwischen Dir und Deinem Kind ist der Motivator auf Dich zu hören. Wenn Du eine enge Bindung zu Deinem Kind hat, wird es viel daran setzten diese nicht zu belasten.

Wenn ich mal eine Woche hatte, in der ich viel unterwegs war erlebe ich die Schattenseite von diesem Effekt. Durch meine Abwesenheit in der Woche, ist die Bindung dann nicht so eng, wie z. B. während einer intensiveren Zeit zusammen. Am Wochenende muss ich dann häufiger zum Essen rufen oder 2-3 Mal darum bitten, dass der Tisch gedeckt wird.

Versuch also möglichst viel Zeit mit Deinen Kindern zu verbringen, um die emotionale Bindung zu stärken.

Wie reagiere ich richtig, wenn mein Kind nicht auf mich hört?

Wahrscheinlich bleibst Du ziemlich cool, springt Dein Kind nicht sofort, wenn Du etwas sagst. Doch wenn es nach der dritten oder vierten Aufforderung immer noch nicht das tut, um was Du es gebeten hast, geht Dir das wahrscheinlich auch ziemlich auf die Nerven.

Jetzt heißt es genau diese zu bewahren.

Schön am Boden bleiben

Natürlich ist es, wie mit so vielem, Tagesform abhängig, wie Du auf Ungehorsam reagierst. Es gibt Tage, da juckt es mich zum Beispiel überhaupt nicht. Dann gibt es andere Tage, an denen ich eine viel kürzere Zündschnur habe und energischer werden kann, wenn mir etwas nicht passt. Wir sind auch nur Menschen.

Direkt zu reagieren ist meist keine gute Idee. Nimm etwas Abstand von der Situation und atme tief durch. Nicht nur einmal – nein, 6 Mal. Denn nur wenn Du 6 Mal wirklich tief ein und wieder aus atmest, senkst Du nachweislich Deinen Blutdruck.

Mit weniger Dampf auf dem Kessel, wirst Du viel souveräner reagieren und nichts sagen, was Dir in 5 Minuten Leid tut.

Sie wollen Dich nicht ärgern

Wenn Dein Kind nicht auf Dich hört, dann tut es das nicht, weil es Dich ärgern möchte. Das ist etwas, dass wir uns immer wieder vor Augen halten sollten. Tritt daher einen Schritt von der Situation zurück (idealerweise während Du Deine 6 tiefen Atemzüge nimmst) und überlege, was hier gerade vor sich geht.

Überlege Dir kurz, was wir weiter oben besprochen haben und versuche Dich in die Lage Deines Kindes zu versetzen.

  • Weiß Dein Kind, warum Du es um diese Sache gebeten hast?
  • Hast Du in der letzten Zeit etwas weniger Zeit gehabt, so dass das Verhalten ein Schrei nach Aufmerksamkeit ist?
  • Verlangst Du etwas, dass Du sonst hast durchgehen lassen?

Mit diesem Verständnis wirst Du anders mit der Situation umgehen und darauf reagieren können.

Warum gehe ich so an die Decke?

Wenn Dich das Verhalten Deines Kindes so richtig auf die Palme bringt und keiner der vorherigen Punkte helfen will, liegt es vielleicht an Dir. Ja, das klingt einfach und ein bisschen unfair. Du bist nicht Schuld daran, dass Dein Kind nicht gehorcht.

Stimmt.

Aber Du hast Deine Reaktion auf das Verhalten in der Hand. Du bist der Erwachsene im Raum und solltest versuchen zu verstehen, warum Dich Dein Kind gerade aus der Fassung bringt.

Ich habe nicht auf alles eine Antwort, denn ich mache die gleichen Fehler. Ich habe mich aber schon häufiger gefragt, warum ich an manchen Tagen extrem empfindlich reagiere.

Meist sind das bei mir Tage, wenn ich länger nicht bei der Familie sein konnte. Ich fühle mich nicht so gut, wenn ich länger nicht bei ihnen war und wenn ich dann mitbekomme, dass sie nicht auf mich hören, fühle ich mich wie das fünfte Rad am Wagen. Das tut weh und nicht selten ist gekränkter Stolz die Ursache für meine Überreaktion.

Vielleicht kennst Du das ja.

Und jetzt?

Also, wenn Dein Kind das nächste Mal nicht auf Dich hört, erinnere Dich daran, dass Dein Kind keine Maschine ist, die immer tut was Du von ihr möchtest. Und das ist auch gut so.

Früher hättest Du ihm dieses Verhalten mit Strafen ausgetrieben. Heute weißt Du es besser. Das ist zwar anstrengender, macht Dein Kind aber zu einem besseren Menschen.

Ich möchte nicht, dass dieser Artikel falsch verstanden wird. Ich plädiere nicht für eine antiautoritäre Erziehung. Dein Kind muss Grenzen kennen und Konsequenzen erfahren, wenn es sich nicht entsprechend verhält.

Mir ist wichtig, dass Du mit dem Verhalten Deines Kindes richtig umgehen kannst und ich hoffe, dabei konnte Dir dieser Artikel etwas helfen.

Daher – wenn Dein Kind das nächste Mal nicht hört:

  1. Überlege Dir warum
  2. Erkläre Deinem Kind den Hintergrund Deiner Bitte
  3. Arbeite an der Beziehung zu Deinem Kind

Kennst Du jemanden, auf den die Kinder überhaupt nicht hören? Dann doch diesen Artikel an dies Person weiter.


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