Die Konsequenzen bei Kindern durchzuziehen ist echt schwer

In „Aussicht gestellte“ Konsequenzen bei Kindern auch umzusetzen ist wichtig – richtig?

Doch was Du vorhin noch angekündigt hast, kommt Dir auf einmal völlig übertrieben vor. Unverhältnismäßig.

Du bist inkonsequent.

Ich übrigens auch.

Es gibt solche Tage da zoffen sich die Kinder einfach. Manchmal denke ich es liegt am Wetter. So wie bei manchen Menschen das Knie pochert wenn sich das Wetter ändert, so fangen unsere Kinder an sich kontinuierlich und ohne weiteren Grund zu zoffen.

Neulich war es wieder soweit. Wir waren auf dem Weg ins Kino. Die Karten hatten wir vorsorglich schon online bestellt und bezahlt um die Ansteherei zu umgehen.

Die Kinder waren an diesem Tag irgendwie besonders aufgedreht. Wahrscheinlich war die Vorfreude auf den Film groß und ich glaube auch, dass ein Wetterumschwung in der Luft lag… Auf jeden Fall konnten sie während der gesamten Fahrt nicht die Finger von einander lassen. Der eine kneift, die andere kratzt…

Diese Szenen sind Dir vielleicht bekannt.


Wie bekomme ich das mit der Erziehung richtig hin?

Lerne wie Du Dir einen Erziehungskompass baust, der Dich sicher durch alle Phasen Deines Vaterlebens manövrierst. 


Irgendwann bin auch ich mit meiner Geduld am Ende und habe den Kindern ein grausames Ultimatum gestellt: ”Entweder ihr vertragt Euch jetzt, oder wir drehen um und fahren nicht ins Kino!”

Bamm.

Der saß.

Dachte ich.

Natürlich wollten sie ins Kino und für die nächsten 4–5 Minuten haben sie sich gegenseitig nur noch im Flüsterton durch die Zähne angefaucht. Doch die Ruhe war nur von kurzer Dauer. Noch lange bevor wir das Kino erreichten, hatten sie sich schon wieder in den Haaren.

Als konsequenter Vater wäre die einzig richtige Aktion gewesen umzudrehen und den Kinotag an den Nagel zu hängen.

Das habe ich nicht getan.

Wer kürzlich mal im Kino war weiß was ich bereits investiert hatte. Dieses Geld in den Wind zu schreiben und unter Lehrgeld für die Kinder zu verbuchen, tat zu weh.

Ich fand weitere gute Gründe warum ich nicht konsequent war und meine Androhung umgesetzt habe. Der übliche Selbstrechtfertigungsprozess war in vollem Gange:

”Eigentlich streiten sie ja gar nicht soo dolle”.

”Ich bin wahrscheinlich nur etwas überempfindlich heute…” und so weiter.

Dass ich mir mit dieser Aktion ein Eigentor geschossen habe, ist mir sehr wohl bewusst.

Konsequenzen und klare Grenzen sind bei Kindern enorm wichtig

Es ist nichts neues, dass Kinder klare Strukturen brauchen um Sicherheit zu bekommen und sich wohl zu fühlen. Das ist auch einer der Gründe warum antiautoritäre Erziehung heute kaum noch praktiziert wird.

Zu solchen klaren Strukturen gehören Grenzen, die wir als Erwachsene im Raum aufstellen und auch einfordern müssen.

Dabei fordern Kinder eine Vorbildfunktion von Dir ein.

Konsequenzen bei Kindern

Wenn ich meine Tochter zum Beispiel erinnere, dass wir es nicht mögen wenn sie mit vollem Mund redet, kannst Du Dir sicher sein, dass sie mich ebenso an diese Regel erinnert wenn ich mich einmal vergesse.

Das ist beim Thema Konsequenz genau so. Kinder achten extrem auf das was Du sagst und was Du tust. Sie merken genau ob Du Deinen Worten Taten folgen lässt oder nicht.

Sind Deine Androhungen nur leere Worte, verpufft die Wirkung beim nächsten Mal. Dein Kind ist orientierungslos und weiß nicht ob Du es diesmal ernst meinst oder nicht. Setzt Du Deine Androhung dann diesmal um, ist es geschockt und vielleicht sogar verletzt.

Konsequenzen mal umzusetzen und mal nicht ist für Kinder viel schlimmer als wenn Du jedes Mal auf Deine Worte Taten folgen lässt. Du wirst für Deine Kinder berechenbar, sie wissen woran sie bei Dir sind.

Was war nun genau mein Fehler?

Falsche Konsequenzen oder mangelnde Konsequenz, das ist hier die Frage

Ich denke es gibt zwei Blickwinkel auf die Situation, die ich eingangs beschrieben habe.

Auf der einen Seite hätte ich natürlich konsequent sein und tatsächlich umdrehen müssen. Gut, dass wären locker 50–60 €, die wir dadurch in den Sand gesetzt hätten, aber meine Kinder hätten gewusst, dass Papa tut was er sagt.

Auf der andere Seite liegt der Fehler vielleicht bei der gemachten Androhung. Ich hätte diese Sanktion wahrscheinlich gar nicht in den Raum stellen dürfen. Ähnlich wirkungsvoll (oder in diesem Falle wirkungslos) aber deutlich besser durchzusetzen wäre gewesen, wenn ich das Popcorn im Kino vom Frieden im Auto abhängig gemacht hätte.

Wer A sagt, muss auch B sagen. Klick um zu Tweeten

Kündige nur Konsequenzen bei Kindern an, die Du auch umsetzen möchtest und kannst

Bei der Kindererziehung machen wir, denke ich, alle im Affekt Konsequenzandrohungen, die wir niemals durchziehen würden.

Denk nur einmal an das Kind, dass auf dem Spielplatz kein Ende findet. Hast Du in so einer Situation schon einmal gesagt: ”Komm jetzt oder der Papa geht alleine nach Hause!”?

Wärst Du allen ernstes dazu bereit gewesen diese Konsequenz durchzuziehen und Dein Kind ganz alleine auf dem Spielplatz zu lassen?

Wohl kaum.

Meine Lehre aus dieser Situation ist es, wirklich nur noch solche Konsequenzen anzukündigen, die ich auch bereit bin durchzuziehen. Das erfordert sicher einmal mehr über eine Sache nachzudenken und sich genau zu überlegen was ich sage. Doch genau das ist im Allgemeinen aber besonders im Umgang mit Kindern eine gute Idee.

Und jetzt?

Strukturen und Grenzen geben Kindern nur dann Sicherheit und Orientierung, wenn sie konsequent eingehalten und gelebt werden.

Wenn wir in Zukunft nur noch Konsequenzen ankündigen, die wir auch wirklich durchziehen wollen und können, wird es uns deutlich leichter fallen auf Dauer konsequent zu sein.

Welche Konsequenzen hast Du schon einmal angekündigt und nicht durchgezogen?

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