Was wenn die Kinder nerven?

Ich liebe meine Kinder und kann nicht genug Zeit mit Ihnen verbringen – oder doch?

Wenn ich drei Wochen Urlaub hinter mir habe, in denen ich fast ununterbrochen mit den Kids zusammen war, blicke ich auf 99% tolle Erlebnisse und Eindrücke zurück. Aber – lets face it – es gibt in einer solchen Zeit auch Momente in denen Kinder nerven.

Macht mich das zu einem schlechten Vater? 

Es gibt Männer, für die ist dieses Gefühl des genervt seins ein Dauerzustand. Sie lieben Ihre Kinder aber wenn sie mit ihnen zusammen sind fühlen sie sich ständig genervt. Das hat mir ein Leser geschrieben der fand, es könnte doch mal ein lohnendes Thema für den Blog sein, weil es bestimmt mehr Männer gibt, denen es so geht.

OK – die Kinder nerven aber wo liegt das Problem?

Falls Du Dich in dieser Situation wieder findest, ist es wichtig zuerst einmal herauszufinden wo überhaupt das Problem liegt.

Sind es wirklich die Kinder oder bist vielmehr Du selbst das Problem?

Leider gibt es zu diesem Thema nur ganz wenig Hilfe, Informationen und Bücher zu finden. Warum nur?

Es ist sicherlich nicht leicht zuzugeben, dass die eigenen Kinder Dich ständig nerven. Wenn Du bei ihnen bist wünscht Du Dir weg zu sein, bist Du weg, wünscht Du Dir bei ihnen zu sein. Keine leichte Situation und wem es so geht, der wird mit seinen Gefühlen sicher nicht beim nächsten Elternabend oder beim Bier mit den Kumpels prahlen.


Wie baue ich eine starke Beziehung zu meinem Kind auf?

Lerne die 3 Grundpfeiler einer starken Vater-Kind Beziehung kennen, so dass Du eine dauerhaft starke Beziehung zu Deinem Kind aufbaust.


Wenn Du von Deinem Kind genervt bist, liegt es häufig an etwas anderem Klick um zu Tweeten

Was steckt dahinter?

Dieses Gefühl des genervt sein ist ein Zeichen Deines Körpers, dass Du an einer Grenze angekommen bist. Und an die eigenen Grenzen zu kommen ist ein Tabuthema. Sicher für Männer und umso mehr für Väter.

Nüchtern betrachtet, ist das Gefühl, dass Du hast wenn Deine Kinder Dich nerven, nichts anderes als ein Zeichen dafür, dass Deine eigenen Bedürfnisse zu kurz kommen.

Frauen und Kinder zuerst… 

Was auf der Titanic schon galt, gilt auch in unserem Väterleben. Fast automatisch stellen wir die Bedürfnisse unserer Familie immer ganz vorne an. Erst die Kinder, dann die Frau und wenn dann noch etwas übrig ist, Du.

Das geht eine ganze Zeit lang gut, doch wer nicht auf alle Bereiche seines Lebens achtet, wird schnell den Preis dafür bezahlen.

Was läuft denn bei Dir gerade nicht so rund? Wenn Du für Deine verschiedenen Lebensbereiche Noten verteilen müsstest, welche Bereiche würden dann ein „mangelhaft“ oder „ungenügend“ bekommen?

  • Hast Du gesundheitliche oder finanzielle Probleme?
  • Gibt es Spannungen in der Beziehung oder bei der Arbeit?
  • Hast Du genug Zeit für Dich?
  • Schaffst Du es Sport zu treiben?

Wenn Du die Gesellschaft Deiner Kinder genießen willst, anstatt mit schlechtem Gewissen genervt zu sein, gehe auf die Suche nach der Ursache.

Du wirst es jetzt schon ahnen: die Ursache sind in den aller seltensten Fällen die Kinder.

Mach Platz für Dich selbst

Deine Bedürfnisse zu kennen ist nur die halbe Miete. Jetzt geht es darum, Dir den Platz zu schaffen diese Bedürfnisse auch zu erfüllen.

Du darfst lernen egoistisch ohne schlechtes Gewissen zu sein. Denke daran, was Du im Flugzeug immer hörst.

Bei Druckverlust fallen Sauerstoffmasken aus der Abdeckung über Ihnen. Ziehen Sie diese zu sich und stülpen Sie sie über Mund und Nase. Erst dann helfen Sie Mitreisenden.“

Warum wohl?

Klar, wenn Du ohnmächtig wirst, bist Du für keinen der anderen Reisenden eine große Hilfe. Du musst fit, gesund und glücklich sein, damit Du mit Volldampf für Deine Familie dasein kannst.

Wenn die Kinder nerven – sag es

Es ist noch niemand an der Wahrheit gestorben und besonders Kinder können mit offenem Feedback gut umgehen. Wenn Sie also mal wieder etwas machen, was Dich nervt, dann sag es einfach.

„Kinder ich bin gerade etwas genervt, könnt Ihr damit bitte aufhören?“ 

Auch das Zauberwort „nein“ scheint bei uns Eltern heute auf der roten Liste zu stehen. „Nein“ ist autoritär und autoritär ist so 1970.

Dabei ist das Quatsch. Klar, Kinder sagen lieber „nein“ als sie es hören aber Kinder brauchen trotzdem einen Erziehungsstil, der ihnen klare Grenzen aufweist und diese auch durchsetzt. Ein „Nein“ gehört dazu.

Und jetzt?

Wenn Deine Kinder Dich häufiger nerven, als Du für normal hältst, mach Dir keine Vorwürfe und vergiss die Schuldgefühle. Begib Dich stattdessen lieber auf die Suche nach den Gründen.

Fang bei Dir an und wenn Du herausgefunden hast, an was es Dir gerade mangelt – schaff Dir Platz in Deinem Leben dafür.

Welche Erfahrungen hast Du gemacht? Lass uns drüber quatschen gerne hier in den Kommentaren oder etwas privater in der geschlossenen Facebook Gruppe.


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    2 Kommentare
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    Gast
    4 Jahre zuvor

    Richtig toll Andreas, dass du auch Themen ansprichst, über die andere nicht reden! Ich hoffe sehr, dass sich auch die Väter dadurch angesprochen fühlen und offener über ihre Probleme reden und vor allem ehrlicher werden!

    Gast
    4 Jahre zuvor
    Antworte  Janina

    Danke Janina. Ich denke nicht Das Väter unehrlich sind, sondern vielmehr verschlossen. Wir machen viele Dinge mit uns selbst aus. Mit dem Blog versuche ich ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass auch andere Männer die gleichen Themen beschäftigen und dass uns ein Austausch alle weiterbringen kann.

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