Erstausstattung, Kinderausstattung und alles was Du sonst noch kaufen kannst

Wohnen mit Kindern – warum Deine Wohnung wie Fort Knox aussieht…

Wohnen mit Kindern verändert Dein Umfeld gewaltig. Das Arbeitszimmer weicht dem Kinderzimmer, die Küche wird zum Hochsicherheitstrakt und die weiße Designercouch bekommt einen Schutzüberzug oder wird gleich durch ein unempfindlicheres Exemplar ersetzt.

Das große Umbauen und Aufrüsten beginnt meist schon in der Schwangerschaft. Kataloge werden gewälzt, Onlineshops konsultiert und die Dame des Hauses ist auf einmal auch wieder fitter auf den Beinen, wenn sie die magischen Worte „Schatz, wollen wir heute zum Babymarkt?“ hört.

Nicht nur die Frau entwickelt in der Schwangerschaft den berühmt berüchtigten Nestbautrieb, auch die meisten Väter möchten ihr Zuhause für das Baby so schön wie möglich gestalten. Bei der Einrichtung des Kinderzimmers für den neuen Erdenbürger sollte Sicherheit aber immer im Vordergrund stehen. Das beginnt schon bei der Wahl des Bodenbelags oder der Wandfarbe. Achte deswegen unbedingt auf Qualität und Schadstofffreiheit. Aber wenn wir ganz ehrlich sind, braucht ein Baby anfangs gar nicht viel.

Ja, von allen Seiten wird suggeriert, dass ein Baby am besten Bettchen, Wiege, Stubenwagen und High-Tech-Wippe gleichzeitig besitzen sollte, zusätzlich ausgestattet mit allerlei technischem und dekorativem Schnick-Schnack, der sich im Nachhinein meist als völliger Fehlkauf herausstellt. Mit einem Babybett und einer Wickelkommode bist Du, zumindest in Bezug auf Möbel, schon ausreichend ausgestattet für die ersten Lebensmonate Deines Babys. Dem Baby ist die teure Kinderzimmereinrichtung herzlich egal, viel wichtiger sind Nähe und Zuwendung.

Wohnen mit Kindern bedeutet: sichern was das Zeug hält!

Das bleibt natürlich nicht so. Kleidung und Spielzeug beginnt sich wie magisch zu vervielfachen und verlangt dringend nach mehr Stauraum. Spätestens aber, wenn Dein Kind mobiler wird und das erste Mal in Richtung Treppe robbt oder Du es mit Mamas Nagelfeile an der Steckdose erwischst, besteht Handlungsbedarf. Stelle Dich darauf ein, dass Dein Haus für eine Weile Fort Knox Konkurrenz machen wird. Krabbelnde oder laufende Kleinkinder haben einen unersättlichen Entdeckergeist und können Gefahren noch nicht richtig einschätzen. Du tust also gut daran, Dich mal auf alle viere zu begeben und Deinen Wohnraum aus den Augen Deines Sprösslings zu betrachten. Denn vieles fällt aus unserer Perspektive gar nicht auf und einiges ist vielleicht auch nicht auf den ersten Blick als Gefahrenquelle zu identifizieren.

Klar, Steckdosen, der Herd oder die Treppen sind offensichtliche Gefahrenquellen, die durch etwas zusätzliche Ausstattung in Form von Steckdosen- und Herdschutz, sowie Treppengitter relativ leicht zu entschärfen sind. Logischerweise solltest Du darauf achten Messer, Bügeleisen oder Rasierer nach der Benutzung nicht unbeaufsichtigt herumliegen zu lassen. Aber auch Elektrokabel sollten nicht einfach herumhängen, denn mal abgesehen von der Gefahr durch Strom, ziehen Kinder auch ganz gerne Mal an einem Kabel, um zu gucken, was denn am anderen Ende hängt. Im Falle von Wasserkocher und Co. kann das gefährlich werden. Kabel, Kordeln und Seile bergen zudem auch immer die Gefahr der Strangulation.

Der neue, schlanke Plasma-Fernseher ist zwar todschick, aber auch bei weitem nicht mehr so schwer wie das gute alte Röhrenmodell. Diesen solltest Du also ebenfalls sichern. Denn, auch ohne Verletzungen seitens Deines Nachwuchses, freust Du Dich sicherlich nicht über einen umgestürzten Fernseher.

Solltet Ihr lange Gardinenschals an euren Fenstern haben, achtet darauf, dass die Gardinenstange bombenfest sitzt. Nicht selten hängt sich ein übermütiger kleiner Tarzan im Spiel auch mal an die Gardinen. Überprüfe außerdem alle Knöpfe und Schalter von Geräten und Schränken. Sollten diese sich lösen, besteht auch hier Erstickungsgefahr, schließlich erforschen Kleinkinder Ihre Welt zu großen Teilen mit dem Mund. Aus dem gleichen Grund sind natürlich auch Medikamente und Reinigungsmittel weit oben, oder aber in einem gesicherten Schrank, zu verwahren.

Zeit zum Abrüsten

Du siehst, Deine Wohnung wird für eine Weile einem Hochsicherheitstrakt ähneln, aber wie alles im Zusammenleben mit Kindern, sei auch hier gesagt: Es ist nur eine Phase! Denn je älter und selbstständiger Dein Kind wird, desto mehr Sicherheitsvorkehrungen kannst Du nach und nach abbauen.

Spätestens mit dem Schulanfang werden der größte Teil der Sicherungen wohl überflüssig sein, dafür hat der Nachwuchs nun neue Ansprüche an sein Zimmer. Ein Schreibtisch muss her und oft beginnen Kinder in dem Alter auch schon damit, mitbestimmen zu wollen, wie das eigene Reich gestaltet werden soll.

Versuche Wünsche zur Kinderzimmergestaltung so gut wie möglich zu berücksichtigen. Gut, eine echte Rakete im Zimmer ist nicht immer machbar, aber vielleicht kann man sich ja auf Astronauten-Bettwäsche oder ein Raketen-Wandbild einigen? An der Gestaltung des eigenen Zimmers aktiv teilhaben zu dürfen, stärkt Kreativität und Selbstbewusstsein und trägt dazu bei, dass die (nicht mehr ganz so) Kleinen sich in Ihrem Zimmer wohlfühlen können.

Spätestens in der Pubertät aber wirst Du auch hier nicht mehr viel Mitspracherecht haben. Teenies dekorieren sich ihr Jugendzimmer lieber nach eigenen Vorstellungen. Da werden Wände mit Postern tapeziert, Möbel verrückt oder gleich das komplette Zimmer schwarz gestrichen. Auch wenn wir als Eltern oft andere Vorstellungen von Gemütlichkeit und Ästhetik haben als eine 15-jährige, lass Dein Kind Pflege und Einrichtung des Zimmers selbst übernehmen.

Es ist ein wichtiger Schritt in Richtung Erwachsenwerden und kann Eltern zugegebenermaßen einiges an Nerven kosten. Auch hier bei Bedarf einfach das universell anwendbare Mantra wiederholen: „Es ist nur eine Phase!“

Vorausschauender Möbelkauf spart Geld

So ein Zimmer macht auf dem Weg vom Baby- zum Jugendzimmer einige Veränderungen durch. Dabei muss nicht immer gleich eine komplette neue Einrichtung gekauft werden. Wer vorausschauend kauft und in Qualität investiert, kann die Möbel meist viele Jahre nutzen.

Worauf Du dabei achten solltest kannst Du in dem Ratgeber „Sicher und geborgen – Wie sie Ihre Wohnung sinnvoll für Ihren Nachwuchs gestalten“ von casando.de nachlesen. Neben ausführlichen Informationen zur kindersicheren Wohnung findest Du hier zusätzlich Tipps zur Einrichtung und dem Möbelkauf für das Baby-/Kinder-/Jugendzimmer.

Die Wohnung kindersicher zu machen ist einiges an Arbeit. Aber es lohnt sich! Sind Gefahrenquellen im Haus weitestgehend beseitigt, kann nicht nur Dein Kind seine Umwelt ausgiebig entdecken, auch Du wirst deutlich entspannter sein, Dein Kind auch mal auf eigene Faust die Wohnung erforschen zu lassen.

Welche Sicherungsmaßnahmen hast Du als erstes ergriffen oder planst Du zu ergreifen? Schreib mir Deine Meinung als Kommentar.

Danke Saskia

Saskia Wollenberg sitzt in der Redaktion des casando.de/magazin und schreibt über alles Schöne rund um Haus und Garten. Sie ist Mutter eines 6-jährigen Rabauken und ist froh, so langsam einiges an Sicherungen in der Wohnung wieder abbauen zu können. Zusammen mit Ihrem Team hat sie den Ratgeber „Sicher und geborgen – Wie sie Ihre Wohnung sinnvoll für Ihren Nachwuchs gestalten“ erstellt. Du findest sie bei Twitter, Facebook und Pinterest.


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    Gast
    Annika W
    7 Jahre zuvor

    Hallo – toller Beitrag! Meine Freundin Julia hat auch seit vier Jahren endlich Ihr Wunschkind und da musste in der Wohnung wirklich einiges verändert werden. Steckdosensicherungen, Möbel umräumen fürs Kinderbett, Töpfchen auf die Toilette, einige scharfkantige Sachen wurden entfernt oder entschärft – und das Kinderzimmer wird gerade „zukunftssicher“ eingerichtet mit möglichst „neutralen“ IKEA-Möbeln, weißer Tapete (die kann dann irgendwann mal nach Belieben bemalt, beklebt oder auch nur teilweise übertapeziert werden), kleinem Schreibtisch, der unter einem Hochbett steht usw. – was meine Freundin auch nicht vergessen hat, und ich finde es deswegen bemerkenswert, dass du in deinem Beitrag da drauf hinweist: einen kindersicheren PVC-Boden auszulegen. Wichtig ist eben, dass der superleicht zu reinigen ist und man nicht gleich aus allen Wolken fallen muss, wenn die Legoklötze oder sonstwas den Boden verkratzt haben und dass der PVC notfalls auch mal ganz entfernt werden kann.
    Hach ja – Kinder sind das Glück der Erde! 😉

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