Fahrradanhänger oder Kindersitz? Wie Du eine hundertprozentige Entscheidung triffst.

Fahrradanhänger oder Kindersitz – das ist eine der vielen Entscheidungen vor denen Eltern stehen. In diesem Artikel helfen wir Dir bei Deiner Entscheidung. Wir wägen die Vorteile und Nachteile ab, schauen was sicherer ist und was Du bei der Entscheidung noch beachten musst.

Viele fahrradbegeisterte Jung-Eltern stehen vor der Entscheidung, ob sie für ihre Radausflüge auf einen klassischen Kindersitz setzen oder doch lieber in einen Fahrradanhänger investieren sollen. Vielleicht geht es dir ja auch so und du weißt nicht so recht für welche Alternative du dich entscheiden sollst? Welche Alternative ist sicherer?

Welche Vor- und Nachteile bieten sie? Und inwiefern unterscheiden sie sich im Preis? Wenn dich diese Fragen quälen, dann findest du im folgenden Artikel Antworten! 

Entscheidungsfindung Fahrradanhänger oder Kindersitz – Runde 1

Fahrradanhänger: die Vorteile auf einem Blick

Nun zu unserem zweiten Kandidaten: den Fahrradanhänger. Folgende Vorteile kannst du dir von einem hochwertigen Kinderfahrradanhänger erwarten:

  • Beschäftigungsmöglichkeiten: In einem Anhänger kannst du Spielsachen, Stofftiere und Kissen unterbringen. So wird die Fahrt gemütlich, abwechslungsreich und aufregend.
  • Stauraum: viel Platz für Gepäck und Einkaufssachen.  
  • Bis zu zwei Kinder: bei Zweisitzern kann ein Fahrgast mehr mitfahren.
  • Regenverdeck & Insektenschutz: Du kannst also bei jedem Wetter raus.
  • Mehr Bewegungsfreiheit: geringere „Quengelgefahr“.
  • Bequemer für längere Touren oder Urlaube.
  • Auch Babys können hier mitfahren.
  • Bessere Federung bei holprigen Straßen!
  • Sicherer im Vergleich zum Kindersitz.
  • Super praktisch: Meist kannst du den Anhänger auch als Kinderwagen oder zum Joggen verwenden.

Linktipp: Kaufen und sparen mit der Baby Erstausstattung Checkliste

Exkurs: Babys im Anhänger

Eine Frage, die viele Eltern und vielleicht auch dich beschäftigt, ist das richtige Alter für die erste Fahrradtour mit Baby. Gesetzlich gibt es hierzu keine Richtlinien. Du musst also selber entscheiden, ab welchem Alter dein Kind mitfahren kann.

Eines sollte dir aber auf jeden Fall bewusst sein: Erschütterungen können gefährlich für die empfindliche Wirbelsäule deines Babys sein. Doch auch hier kannst du Vorkehrungen treffen. Sogenannte Sitzverkleinerer verhindern, dass dein Kind im Sitz hin und her rutscht und ein passendes Nackenkissen stützt zudem den Kopf des Babys.

Grundsätzlich ist es aber empfehlenswert zu warten, bis dein Baby selber sicher sitzen kann. Auch ein nicht zu hoher Reifendruck und eine gute Federung des Anhängers helfen, Stöße abzufangen! Ein hochwertiger Kinderanhänger mit guter Federung kostet zwar mehr, ist aber in jedem Fall empfehlenswert.

Beim Sitz hast du zwei Möglichkeiten:

  • Babyschalen: hier unbedingt mit Sicherheitssystem und 3-Punkte-Gurt!
  • Hängematten: vor allem für Kinder unter 9 Monaten gedacht, da sie noch besser „federn“ – mehr Komfort & Sicherheit.

Erfahrungsgemäß sitzen Babys in der Hängematte wesentlich bequemer und, da sie noch besser federt, ist sie für Babys die ideale Lösung!

Fahrradanhänger: die Nachteile

Leider gibt es auch beim Fahrradanhänger Nachteile, die wir dir nicht vorenthalten wollen:

  • Platzaufwändig: Ein Anhänger kann sperrig sein, vor allem ohne Garage. Tipp – besorge dir ein Modell, das sich zusammenfalten lässt!
  • Kontakt mit Abgasen: dafür ist die Höhe des Anhängers verantwortlich.
  • Hoher Preis: kosten schon mal zwischen 500 und 1000€.
  • Keine Unterhaltungen mit dem Kind während der Fahrt möglich.
  • Sicht auf das Kind ist eingeschränkt.
  • Mehr Gewicht zum Ziehen & Abbremsen.
  • Montage vor jeder Fahrt (Anhängen). Meist aber werkzeuglos möglich!

Entscheidungsfindung Fahrradanhänger oder Kindersitz – Runde 2

Welche Vorteile bieten Kindersitze?

Die meisten Eltern sind mit dieser Variante bestens vertraut. Du befestigst den Sitz ganz einfach am Fahrrad, Kind rein, selber rauf, und los geht die Fahrt. Eine bewährte Methode, die dir sowohl Vor- als auch Nachteile bietet.

Diese Vorteile kannst du dir von einem Fahrradsitz im direkten Vergleich mit einem Kinderfahrradanhänger erwarten:

  • Weniger sperrig: super bei engen Straßen und Gassen.
  • Leichtere und schnellere Montage: günstig, wenn du täglich unterwegs bist.
  • Bessere Manövrierfähigkeit und leichteres Gewicht: Berg- und Talfahrten sind viel leichter zu bewältigen – und die Bremsfähigkeit bleibt dieselbe.
  • Direkter Kontakt: Die körperliche Nähe zu deinem Kind macht Unterhaltungen möglich und hilft beim Beruhigen.   
  • Montage bei verschiedenen Fahrrädern: mit einem Stecksystem ist das ganz einfach möglich.
  • Kosten: Fahrradsitze sind günstiger. Ein sehr guter Kindersitz mit Halterung ist schon ab etwa 100€ erhältlich

Linktipp: Der Fahrradsitz vorne – Lesertest des WeeRide

Die Nachteile von Kindersitzen

Wenn wir von Vorteilen sprechen sollten wir fairerweise auch die Nachteile erwähnen, um objektiv zu bleiben. Natürlich gibt es auch einige Faktoren, die dich unter Umständen weniger überzeugen könnten:

  • Du kannst nur ein Kind damit transportieren.
  • Kein Schutz vor Wind und Wetter (dein Windschatten ausgenommen).
  • Zappeligen Kindern wird in derselben Position schnell langweilig.
  • Dein Kind kann die Landschaft nur seitlich von dir betrachten.
  • Stabilitätsprobleme, wenn sich dein Nachwuchs umherwirft.
  • Kein Abstellen. Du kannst Rad samt Kind nicht mal eben kurz anlehnen.  

Nachdem du dir jetzt erst mal ein Bild vom klassischen Babysitz machen konntest, möchten wir uns im Folgenden die Vor- und Nachteile von Kinderfahrradanhängern ansehen, damit du deinen Favoriten wählen kannst.

Welche Alternative ist sicherer: Fahrradanhänger oder Kindersitz?

Wie schneiden die beiden Varianten nun beim Thema Sicherheit ab? Untersuchungen haben ergeben, dass Kinder in Anhängern einem deutlich geringeren Gefahrenpotenzial ausgesetzt sind als in Kindersitzen. Crash-Tests belegen hier eine höhere Gefahr für (Kopf-)Verletzungen bei Kollisionen und Aufprall am Boden.

Ein Fahrradanhänger schützt dein Kind durch die „Wände“ prinzipiell besser und wird beim Aufprall meist nicht überrollt, sondern nur weggeschoben. Aber Achtung: Dies trifft nur zu, wenn der Anhänger auch die nötigen Qualitätskriterien erfüllt. Dazu gehören:

  • ein voll funktionierendes 5-Punkte-Gurtsystem
  • eine Rahmenkonstruktion mit stabilem Überschlagsschutz
  • große Spurweite
  • möglichst nach außen gestellte Räder (negativer Radsturz)
  • tiefer Schwerpunkt

Was ist jetzt tatsächlich die bessere Lösung für dich?

Geschmackssache! Prinzipiell sind Kindersitze handlicher und günstiger, bieten dafür aber weniger Platz und Bequemlichkeit und können im Fall gefährlicher sein. Vor allem für Kurzstrecken sind sie sicherlich praktischer.

Linktipp: Das Buch, das jeder Vater gelesen haben sollten.

Fahrradanhänger hingegen bieten mehr Raum und Beschäftigung, sowie Wetterschutz und sind angenehmer für längere Strecken. Dafür sind sie teurer, schwerer und platzbedürftig. Vor allem aber wird ihre Sicherheit höher eingeschätzt – aber natürlich spielt dabei immer dein Fahrverhalten eine große Rolle.

Fazit: Planst du regelmäßig längere Touren, ist ein Kinderanhänger die bessere Lösung. Bei gelegentlichen, kürzeren Strecken ist ein Fahrradsitz ausreichend!

Über den Autor

Gerald Bacher betreibt das umfassende Portal für Fahrradanhänger Zweiradkraft http://www.zweiradkraft.com/, auf dem sich interessierte Besucher über hochwertige Fahrradanhänger informieren können. Hier findest Du ausführliche Informationen und Ratgeber rund um Fahrradanhänger-Arten, Qualität, Sicherheit und Hersteller. Er ist selber begeisterter Radfahrer und Mountainbiker, der am liebsten jede freie Minute in der Natur verbringt! Gerald ist auch auf Facebook zu finden.

0 0 Stimmen
Artikel Bewertung
Abonnieren
Benachrichtige mich bei

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

0 Kommentare
Feedback
Alle Kommentare
0
Meinungen? Feedback? Schreib einen Kommentarx
()
x