Leben als Vater

Was passiert, wenn Eltern krank werden? [Dein Plan B]

Dass auch wir Eltern krank werden können, ist nicht vorgesehen, oder? Jedenfalls könnte ich diesen Eindruck gewinnen, wenn ich mir unseren Alltag ansehe. Und darum geht es in diesem Artikel. Denn solltest Du doch mal krank werden (und das wird passieren) bricht schnell das Chaos aus. Um das zu vermeiden, erstellen wir heute Deinen Plan für den Fall der Fälle.

Wenn Du denkst, Du hast es hinter Dir, erwischt es Dich kalt.

So war das bei mir in den letzten Tagen.

Ich habe mich schon gefreut, dass der Grippe Virus in diesem Winter an mir vorbeigegangen ist. Doch auf einmal war er da. Schüttelfrost, Gliederschmerzen – das volle Programm. Von jetzt auf gleich war mein Körper nutzlos und ich lag im Bett.

Dieses Mal hat es mich dermaßen von den Füßen geholt, dass ich wirklich gar nichts konnte – außer mir Gedanken zu machen. Ich musste viel darüber nachdenken, wie andere Väter in meiner Situation sich verhalten und welche Auswirkungen so ein Komplettausfall haben kann.

Vielleicht kennst Du die Fernsehwerbung, in der eine Mutter total verschnupft ins Kinderzimmer kommt und sich bei der spielenden Tochter für den Tag krankmeldet. Witziger Spot, der die Situation von uns Eltern widerspiegelt:

Eltern krank? Das geht nicht

Doch was wenn doch? Wie kannst Du Dinge regeln, wenn Du krank wirst und nicht mehr so in Deinem Alltag funktionieren kannst, wie Du und Deine Kinder es gewohnt sind?

Warum ist das überhaupt ein Problem, wenn Eltern krank werden?

In immer mehr Familien ist es so, dass sich beide Partner sowohl die Arbeit als auch die Hausarbeit und die Betreuung der Kinder aufteilen. Jeder übernimmt ein bisschen etwas.

Um eine so enge Verzahnung zwischen den beruflichen Verpflichtungen der Eltern, der Betreuung der Kinder und dem privaten Alltag zu schaffen, bedarf es einer guten Organisation.

Die Arbeitszeiten müssen mit den Betreuungszeiten im Kindergarten oder Kita synchronisiert werden, wer bringt wen wohin und holt, wen von wo, wann ab? Wer kümmert sich nachmittags um was? Wer macht was, wann im Haushalt?

Das Ergebnis sind eng getaktete Terminkalender (schlau wer auf digitale Unterstützung setzt). Soweit so gut.

Linktipp: Familienkalender ade – dank iCloud.

Hast Du einen Desaster-Plan?

Dein so sorgfältig geplanter Tag gerät schnell aus den Fugen, wenn etwas passiert, was den normalen Betrieb stört. Es reicht, wenn eines der Kinder krank wird, um Dir die Schweißperlen auf die Stirn zu zaubern.

Richtig chaotisch wird es, wenn eine der Bestandteile Deines Konzeptes ausfällt. Wenn die Kita streikt, das Auto kaputtgeht oder – wie in meinem Fall – Du ein kompletter Ausfall bist und gar nichts mehr geht.

Gerade weil viele Familien heute alles auf zwei Schultern verteilt haben, ist niemand da der es komplett auffangen kann. Schnell stehst Du vor dem Super-GAU.

Wie immer ist es gut auch auf einen solchen Fall vorbereitet zu sein und sich beizeiten zu überlegen, was zu tun ist. Wie also kann er aussehen, so ein Desaster-Plan, wenn Ihr als Eltern krank seid oder etwas anderes, passiert?

Schritt 1: Kenne Deine Optionen

Wenn der Fall der Fälle Eintritt und Du Alternativen brauchst, ist es gut sich über diese im Vorfeld Gedanken gemacht zu haben. Dann kannst Du ein Programm abspulen, was Dir sehr viel Zeit spart.

Daher ist es wichtig sich zunächst über die Alternativen klar zu werden. Wer könnte bestimmte Aufgaben übernehmen wie zum Beispiel die Kinder zur Kita oder Schule fahren bzw. wer kann sich ein paar Stunden morgens um die Kinder kümmern, wenn die Betreuung nicht gewährleistet werden kann?

Eltern / Schwiegereltern

Die eigenen Eltern bzw. die Schwiegereltern sind in solchen Fällen häufig die Retter in der Not. Besonders dann, wenn sie räumlich nah leben und vielleicht schon zeitlich flexibler sind.

Wenn Du auf diese Option zurückgreifen kannst, macht das vieles deutlich einfacher (was mit Schwiegereltern nicht immer der Fall ist).

Linktipp: Was kann man von Großeltern erwarten – Babysitten ohne erziehen? (Tipps eines Opa)

Geschwister und Freunde

Die nächste Support-Bastion können Geschwister oder gute Freunde sein. Ich fasse diese beiden zusammen, weil sie von der Flexibilität her gesehen für mich in eine Kategorie gehören. Beide sind sicherlich auch berufstätig und haben vielleicht selbst Kinder. Daher ist die Einsatzfähigkeit etwas eingeschränkter.

Gerade wenn es mal darum geht die Kinder für einen Vormittag oder einen Tag zu betreuen, kannst Du von Deinen Geschwistern oder von guten Freunden aber mehr Unterstützung erwarten.

Linktipp: Ein guter Onkel zu werden heißt, seine Aufgabe genau zu kennen

Elternnetzwerk

Ein Elternnetzwerk kann in schwierigen Situationen wie eine rettende Insel sein. Meist in What´s App Gruppen organisiert, lässt sich hier schnell mal was arrangieren. Zumindest eine Mitfahrgelegenheit ist schnell abgesprochen oder das Kind für den Nachmittag bei einer Freundin oder einem Freund untergebracht.

Externe Kinderbetreuung

Das Problem von uns Eltern hat aber auch die Industrie erkannt und bietet spezielle Lösungen für Eltern, die sich dann um genau diese Probleme kümmern. Sie organisieren die Fahrten zur Betreuung oder kümmern sich um die Kinderbetreuung, wenn KiTas mal wieder streiken.

Schritt 2: Desaster Plan für die Schublade

Nachdem Du Dir über Deine Optionen Gedanken gemacht hast, schreibe diese auf.

Entweder erstellst Du in einem Notizblock eine Liste der Optionen mit den entsprechenden Telefonnummern oder Du speicherst diese als Notiz auf Deinem Handy ab.

Wichtig ist auch, dass die identifizierten Optionen wissen, dass sie dieses sind. Du solltest mit Deinen Eltern, Freunden und Geschwistern den Ernstfall einmal durchsprechen und abstimmen in welchen Fällen sie realistisch einspringen können und in welchen nicht.

Wie Du siehst, ist keiner vor einer Grippe sicher – auch ich nicht. Doch auch Verdi kann Dich ganz schön ins Schwitzen bringen, wenn sie mal wieder einen Streik vom Zaun brechen. Nicht unwahrscheinlich, dass das wieder passiert.

Unvorhersehbare Dingen passieren – daran können wir nichts ändern. Wir können nur ändern, wie wir uns darauf vorbereiten.

Wenn Du Dir im Vorfeld über Deine Optionen Gedanken machst, kannst Du deutlich gelassener mit einem Krankheitsfall oder ähnlichem umgehen.

Und jetzt?

Daher setz Dich heute Abend 5-10 Minuten hin und macht ein Brainstorming, wer in welchem Fall einspringen kann.

Sprecht Euch mit Euren Verwandten und Bekannten ab und erstellt Euren eigenen Desaster Plan.


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    1 Kommentar
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    Gast
    Kay
    6 Jahre zuvor

    Super-Gau: Über Ostern waren wir alle gleichzeitig krank: 4 Personen (Mama, Papa und zwei kleine Kinder) liegen mit hohem Fiebe flach. 🙁 Was dann?

    Es gibt noch die Option der Haushaltshilfe durch Sozialstationen. Bekommt man durch die Krankenkassen finanziert, muss aber vorher organisiert werden. Außerdem braucht man eine Verordnung durch den Arzt.

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