Was kann man von Großeltern erwarten – babysitten ohne erziehen? (Tipps eines Opa)

Was kann man von Großeltern erwarten? Zum Babysitten nehmen wir sie gerne in Anspruch aber sie sollen sich doch bitte nicht in die Erziehung oder den Rest des Lebens der Enkel einmischen. Darum geht es in diesem Artikel. Aber was weiß ich schon? Und deshalb kommt hier heute jemand zu Wort, der weiß, wovon er spricht. Ein Opa. Der Artikel richtet sich an alle in dieser Zwickmühle. An die Papas, die gerne die Unterstützung nutzen wollen aber ohne den Stress. An all die Omas und Opas, die gerne gebraucht werden wollen, aber sich den Mund und die Meinung nicht verbieten lassen mögen.

Großeltern sollen babysitten aber sich sonst raushalten

Auf der einen Seite stehen die Eltern, die liebend gern die Hilfe der Großeltern in Anspruch nehmen und das Enkelkind in guter Betreuung wissen wollen.

Schließlich soll auch die Bindung zu Oma und Opa gefördert werden, denn Familien müssen zusammenhalten.

Auf der anderen Seite sorgen derart in das Leben der Enkelkinder integrierte Großeltern durchaus für Spannungen:

„Das haben wir früher ganz anders gemacht!“

oder

„Das hat uns auch nicht geschadet!“

und

„Wollt ihr das eurem Kind wirklich erlauben?“,

sind nur einige Standardsätze, mit denen das Leben von Eltern, Kindern und Großeltern wortwörtlich spannend werden kann.

Opa fand vielleicht einige Dinge in seiner Kinder- und Jugendzeit gut und möchte diese weitergeben. Die Eltern des Kindes sind aber der Meinung, dass manche Sachen wirklich antiquiert sind und mit den modernen Ansätzen der Kindererziehung nicht wirklich etwas gemeinsam haben.

Linktipp: Was würdest Du heute anders machen als Deine Eltern?

Sicherlich ist es gewinnbringend, wenn sich Opa hier ein wenig zurücknimmt: Ebenso, wie er nicht die Verantwortung für das Kind oder für schulische Entscheidungen tragen muss, sollte er sich ab und zu ein wenig zurücklehnen und eher als Beobachter fungieren.

Das gilt übrigens auch für Oma, die nicht selten den Wunsch verspürt, hier noch einmal ein Kind zu erziehen. Frei nach dem Motto: Was beim ersten Mal gut war, muss doch auch jetzt richtig sein!

Kann man von Großeltern erwarten, dass sie alles kommentarlos hinnehmen?

Natürlich ist es für die Großeltern, die regelmäßig in den Alltag des Kindes integriert sind, schwer. Sie sollen auf das Kind aufpassen, sich in der betreffenden Zeit gut darum kümmern und auch die nötige Verantwortung übernehmen.

Gleichzeitig sollen sie die Entscheidungen der Eltern kommentarlos hinnehmen und umsetzen, auch wenn diese völlig konträr zur eigenen Überzeugung stehen.

Ein einfaches „Was soll’s?“ ist nicht leicht und so werden gut gemeinte (und nicht erwünschte) Ratschläge, eigene Entscheidungen und Umgangsweisen mit dem Enkelkind schnell zu einem Pulverfass, das die Beziehung zu den Eltern des Kindes stark belasten kann.

Linktipp: Ein guter Onkel zu werden heißt, seine Aufgabe genau zu kennen

Die Gefahr dabei: Kinder sehen sich selbst als Grund für Streitigkeiten in der Familie und leiden psychisch stark darunter.

Was kann ein Opa nun also machen?

Er kann sich zum einen ein wenig zurücknehmen und einfach nur die gemeinsame Zeit mit dem Enkelkind genießen. Er kann versuchen, mit der Zeit zu gehen und sich moderne Grundsätze der Kindererziehung anzulesen.

Opa kann andere Großväter um Rat fragen oder, wenn diese nicht in greifbarer Nähe sind, im Internet nach Ratgeberseiten suchen.

Die Ratschläge der Enkelkind-Eltern können berücksichtigt und sollten, zumindest bei wichtigen Dingen, auch beachtet werden. Letzten Endes sind im Handel auch genügend Ratgeber für den Start ins Großeltern-Dasein erhältlich, die neue Blickweisen und Ideen aufzeigen.

Was kann man denn nun von Großeltern erwarten? Die wichtigsten Grundregeln

Wichtig ist nur, dass die Eltern des geliebten Enkelkindes das Gefühl haben, sich jederzeit auf den Opa verlassen zu können.

Entscheidungen werden nicht im Beisein der Kinder hinterfragt und selbst ohne diese nur dann, wenn sie offenkundig nicht im Sinne des Kindes getroffen werden.

Der Part der Erziehung obliegt den Eltern, Großeltern können die Zeit jetzt nutzen, um mit viel Zeit die schönen Dinge des Lebens gemeinsam mit dem Enkel zu erkunden.

Eine ganz große Bitte an die Eltern der Enkelkinder: Bitte Oma und Opa nicht vor den Kindern für Entscheidungen maßregeln, die vielleicht ohne Absprachen getroffen wurden.

Auch Großeltern sollten einen gewissen Respekt bekommen und sind weder ausführende Dienstleister (Babysitter) noch Befehlsempfänger.

Linktipp: Mit der Babysitter Checkliste den freien Abend perfekt vorbereiten [Download]

Sie sollten einen gewissen Handlungsspielraum zugestanden bekommen, immerhin haben sie schon einmal Kinder großgezogen – von denen sicherlich niemand behaupten würde, dass diese Kinder nicht zu „vernünftigen Menschen“ herangewachsen sind!

Außerdem sollten die Eltern der Enkel Oma und Opa nicht als ständig verfügbaren Notnagel sehen oder als Personen, die „doch ohnehin nichts zu tun haben“ und folglich immer verfügbar sein müssen.

Auch Oma und Opa haben ein eigenes Leben! Dieses teilen sie aber gern mit den Enkeln.

Und jetzt?

Ich freue mich über den Artikel von Jürgen. Niemand kann über das heikle Thema so gut sprechen, wie jemand, der in dieser Situation lebt.

Beide Seiten – also Du als Papa mit Deiner Partnerin als auch die Großeltern Deines Kindes müssen aufeinander zugehen. Ihr müsst etwas die Zügel aus der Hand geben. Wenn Ihr den Luxus nutzen möchtet, dass Euch die Großeltern bei der Erziehung der Kids unterstützen, lasst sie machen. Ihr habt einen freien Abend und die Kinder lernen auch mal den Erziehungsstil der Großeltern kennen. Das tut ihnen sogar gut. Es tut Ihnen gut, dass Deine Frau und Du unterschiedliche Methoden und Standards habt. Warum also nicht auch noch eine dritte oder vierte Ebene?

Und an alle Großeltern der Appell von Jürgen sich nicht zu wichtig zu nehmen. Ja, ihr habt schon einmal Kinder in die Welt gesetzt und groß gezogen. Ja, aus ihnen sind vernünftige Kinder geworden. Aber denkt mal an Eure Zeit zurück. Wolltet Ihr Euch damals gerne bevormunden lassen?

Über Jürgen

Jürgen Busch

Blogger

Jürgen Busch, 75 Jahre alt, betreibt die Inspiration-Portale grossvater.de und Hallo-Opa.de mit dem Ziel, andere Opas anzuregen sich noch ideenreicher und kreativer mit den Enkelkindern zu beschäftigen. Er selbst hat 5 Enkelkinder, mit denen er immer wieder neue gemeinsame Aktionen startet.

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