Erziehung richtig hinbekommen

Ab wann ist Instagram für Dein Kind OK – und was Du wirklich wissen musst, um diese Frage zu beantworten

Ab wann ist Instagram für mein Kind OK?

Diese Frage stellen sich ganz viele Eltern und, wir stellen uns diese Frage immer früher. Wir tun uns alle schwer damit, die richtige Antwort zu finden. Wir schwanken zwischen den Gefahren, die Social Media für Kinder bedeuten, wollen aber mit der Zeit gehen.

In diesem Artikel gehen wir auf genau das Thema ein.

Und wir decken auch auf, was Du wirklich wissen und verstehen musst, um diese Frage für Dich zu beantworten.

Wie funktionieren Social-Media-Plattformen überhaupt?

Welche Idee steckt hinter Instagram, Tik Tok, Facebook und Co.?

Social-Media-Plattformen sind Unternehmen, die einen Dienst anbieten, den wir als Konsumenten nutzen. Jetzt sind alle dieser Dienste kostenlos, also woran verdienen diese Unternehmen ihr Geld?

Kurz gesagt, mit uns.

Im Netz gilt: wenn Du für etwas nicht bezahlst, bist Du das Produkt.


Wie bekomme ich das mit der Erziehung richtig hin?

Lerne wie Du Dir einen Erziehungskompass baust, der Dich sicher durch alle Phasen Deines Vaterlebens manövrierst. 


Allgemein hält sich das Verständnis, dass die Unternehmen „mit unseren Daten“ ihr Geld verdient. Aber was heißt das? Verkauft Facebook und Co meine Adresse, mein Geburtsdatum?

Social Media verkauft unsere Daten nicht.

Unsere Aufmerksamkeit ist das Produkt, dass Social-Media-Plattformen verkaufen.

Um es noch genauer zu formulieren. Die Social Media Unternehmen wissen, anhand all der Daten, die sie über uns sammeln, alles über uns. Sie können unser Verhalten sehr präzise vorhersagen und dadurch auch beeinflussen.

Also ist die schleichende und, von uns, unbemerkte, Veränderung unseres Verhaltens und unserer Wahrnehmung das Produkt.

Das ist genauso gruselig, wie es klingt.

Welche Ziele haben Social-Media-Plattformen

Daraus ergeben sich für diese Unternehmen 3 wichtige Ziele:

  1. Engagement
  2. Wachstum
  3. Werbung verkaufen

Engagement

Je länger wir einen Dienst nutzen, desto mehr lernt dieser Dienst über uns.

Und dafür tun diese Dienste alles, was möglich ist. Sie holen uns über Mitteilungen in die App, beispielsweise, wenn uns jemand taggt oder ein neues Foto postet. Sie versuchen uns möglichst lange in der App zu halten, beispielsweise über einen interessanten Newsfeed oder über die „… schreibt …“ Hinweise in Messaging Apps wie Insta, WhatsApp oder Snapchat.

Wachstum

Je mehr Nutzer einen Dienst nutzen, desto besser.

Deshalb wollen so viele Apps von Dir, dass Du Deine Kontakte in die App importierst oder Deine Freunde einlädst. Daher kommen auch die Freundschaftsvorschläge. Das Ziel eines jeden Dienstes ist es, die Anzahl der Nutzer durch eine Art von Sogwirkung zu steigern.

Werbung verkaufen

Oder anders gesagt – uns Nutzer manipulieren.

Jeder von uns, der auf Instagram oder Facebook angemeldet ist, wird vom Algorithmus modelliert. Wir sind die Ware und Unternehmen bezahlen, in diesem Fall Facebook, uns so zu manipulieren. Facebook soll uns dazu bewegen, gewisse Dinge gut zu finden oder zu kaufen.

Und Facebook schafft das – und das garantieren sie den Kunden.

Ist Social Media schlecht?

Social Media ist sicherlich eine der einschneidendsten Veränderungen des Jahrhunderts.

Und durch Social Media ist viel Gutes passiert. Menschen, sind näher zusammengerückt und können miteinander kommunizieren. Informationen wurden demokratisiert und zugänglicher gemacht. Gerade in Ländern, in denen die Pressefreiheit eingeschränkt ist, sorgten Blogs und Dienste wie Twitter dafür, dass Menschen informierter wurden und sich gegen ein Regime gestellt haben.

Es steckt viel positives Potenzial in Social Media.

Soziale Medien bergen Gefahren, denen besonders Kinder schutzlos ausgeliefert sind

Soziale Medien sind eine Droge – und zwar mit Absicht.

Weil die Dienste wollen, dass wir sie so viel wie möglich benutzen, sind sie auf unsere psychologischen Schwachstellen optimiert. Dadurch, dass wir Likes zu unseren eigenen Posts bekommen und der Newsfeed uns immer interessante Posts und Videos liefert, wollen wir die App ständig öffnen. In unserem Körper wird durch diese Vorgänge das Belohnungshormon Dopamin ausgeschüttet.

Und das macht abhängig.

Jetzt weißt Du, warum Du bei der kleinsten Langeweile den Wunsch verspürst, nach Deinem Smartphone zu greifen.

Wenn wir Erwachsene uns nicht dagegen wehren können, wie sollen erst unsere Kinder dieser Versuchung widerstehen?

Sie können es nicht. Daher bestimmt das Smartphone mit all seinen Apps Ihren Alltag. Schau Dich einfach mal im Alltag um und achte darauf, ob Du ein Kind oder Jugendlichen ohne Smartphone siehst.

Und das bringt große Probleme mit sich.

Social Media beeinflusst die Selbstwahrnehmung, Identität und das Selbstbewusstsein, massiv.

Wir Menschen darauf geprägt, dass uns die Meinung von anderen wichtig ist. Wir wollen unserer Gruppe gefallen. In der Steinzeit war es überlebenswichtig, in einer Gruppe akzeptiert zu sein.

Der Ausschluss kam einem Todesurteil gleich.

Dieser Urinstinkt ist in einer Social Media Welt fatal.

Wir können mit dem Feedback von einer begrenzten Anzahl von Menschen umgehen. Früher haben die Menschen in Gruppen von 10 bis 15 Personen gelebt. Wenn wir heute Tausende von Kommentaren und damit ungefragtes Feedback bekommen, überfordert uns das.

Für Kinder und Jugendliche ist diese Öffentlichkeit die größte Gefahr von Social Media.

Und diese Gefahr ist echt.

Studien aus den USA zeigen, dass die Anzahl der Fälle von Selbstverletzung von Kindern und Jugendlichen seit 2011 schlagartig steigt. Ebenso steigt seit 2011 die Anzahl der Selbstmorde unter Kindern und Jugendlichen. Und die Kurve geht steil nach oben.

Quelle

Warum: seit 2011 sind soziale Netzwerke auf Mobilgeräten verfügbar.

Wer ist schuld an der Social Media-Sucht?

Bei der Schuldfrage sind wir schnell bei den Entwicklern.

Dabei ist es wichtig, sich daran zu erinnern, wie Social-Media-Plattformen funktionieren. Denn für die Entwickler geht es nur darum, was sie uns als Nächstes zeigen. Es geht darum, uns möglichst lange an die App oder den Dienst zu binden.

Wer sich die Inhalte ansieht und was es mit der Person macht, ist egal.

Die Verantwortung haben die Dienste an der Tür abgegeben.

Die allgemeinen Geschäftsbedingungen sind etwas, dass wir alle akzeptieren und niemand liest. Hier geben alle Dienste an, dass das Mindestalter 16 Jahre beträgt. Das ist daher wichtig, damit die Unternehmen rechtlich abgesichert sind, wenn sie die Daten verarbeiten.

Eine funktionierende Altersbegrenzung ist das nicht.

Die große Social Media Gefahr – die wir erst erkennen, wenn es zu spät ist

Die Sucht, die von Social Media ausgeht, ist das kleinere Übel.

Die Algorithmen der Social Media Dienste sind ständig auf der Suche nach den Themen, die uns dazu bringen, in der App zu bleiben. Dabei haben sie herausgefunden, was uns gefällt. Das sind Posts und Menschen mit den gleichen Meinungen – wir fühlen uns alle gerne im Recht. Und das sind Posts über Aussagen, die drastisch sind und polarisieren

Und da beginnt ein großes Problem.

Wenn es nicht mehr die eine Wahrheit gibt, entziehen wir unserer Gesellschaft, was uns zusammenhält.

Begriffe, wie Filterblase, kennen wir alle. Es bedeutet, dass uns die Informationen und Meinungen zugespielt werden, die wir kennen und gut finden. Kontroverses findest Du dabei selten. Wenn zwei Menschen das gleiche Thema googeln, bekommen sie unterschiedliche Ergebnisse.

Die Algorithmen liefern Dir Ergebnisse basierend auf Deinen Ansichten und Interessen.

Nicht auf Basis dessen, was objektiv richtig ist.

Meinungen werden in den Filterblasen so lange breit gekocht, bis aus ihnen Tatsachen werden. Fake News verbreiten sich auf sozialen Netzwerken 6 x schneller als echte Nachrichten. Jeder kann verbreiten, was genug Menschen hören und glauben wollen und es wird zur Wahrheit. Journalismus berichtet nicht mehr über das, was passiert, sondern über das, was Klicks bringt.

Uns Erwachsenen fällt es schwer die Wahrheit zu erkennen.

Wie können unsere Kinder wissen was wahr ist?

Wie können wir unsere Kinder auf Social Media schützen?

Wenn wir über Kinder und Medien sprechen, ist oft die Rede davon, wie sie lernen damit umzugehen.

Ich halte den Ansatz – zu lernen, wie Social Media funktioniert – für zu kurz gegriffen.

Soziale Medien und die Alogrithen, die dahinter stecken, haben sich in den letzten Jahren rasant entwickelt. Wie so oft sprechen wir auch bei dieser Technologie von „exponentiellem Wachstum“. Das bedeutet, dass die Entwicklungsgeschwindigkeit stetig zunimmt.

Quelle

Mit dieser Entwicklung können wir nicht Schritt halten.

Künstliche Intelligenz trifft auf den Neandertaler.

Die Bereiche unseres Gehirns, die für das intuitive, unterbewusste Verhalten von uns Menschen verantwortlich sind, haben sich nach der Steinzeit nicht weiterentwickelt. Hingegen wird die Technologie immer besser und schaffte es unser Verhalten besser zu verstehen, vorherzusagen und zu manipulieren.

Bevor wir gelernt haben, was passiert, hat sich die Technik schon weiter entwickelt.

Bildschirmzeit auf Social Media begrenzen

Je weniger, desto besser.

Kommen wir zu den pragmatischen Ansätzen, wie wir unsere Kinder vor dem Social Media Sumpf bewahren. Als Erstes fällt uns sicher ein, dass wir sie möglichst wenig damit konfrontieren wollen. Richtwerte finde ich schwierig, denn dafür sind die Netzwerke und Aktivitäten zu unterschiedlich.

Die meisten Vorsätze werden ohnehin fürher oder später von der Realität kassiert.

Linktipp: Bildschirmzeit für Kinder – wie Du sie richtig nutzt [& davon profitierst]

Medienkompetenz bei Kindern fördern.

Je reflektierter, desto besser.

Vor der Social Media Gefahr „Desinformation“ schützt Du Dein Kind am besten, in dem Du die Medienkompetenz fördert. Also nicht alles und jedem glauben, nur weil er oder sie es im Internet sagt. Mehrere Quellen checken.

Seriöse und unabhängige Medien finden und damit auch bereit sein für Informationen wieder etwas zu bezahlen.

Selbstbewusstsein bei Deinem Kind stärken

Je selbstbewusster, desto besser.

Es ist vermutlich ohnehin Dein Ziel ein selbstbewusstes und starkes Kind zu erziehen. Aufgrund der Umgebung des ständigen vergleichens, in der es aufwächst, ist ein gesundes Selbstbewusstsein noch wichtiger. Dadurch schaffst Du einen Schutzpanzer, mit dem es durch die sozialen Medien weniger beeinflussbar wird.

Linktipp: Wie Du das Selbstbewusstsein bei Kindern stärkst

Den richtigen Zeitpunkt entscheiden

Je später, desto besser.

Und damit kommen wir wieder an den Ausgangspunkt zurück. Wann ist Dein Kind alt genug für Social Media. Die Antwort muss wohl lauten – kommt drauf an.

Eine Alterschablone macht hier wenig Sinn.

Kinder entwickeln sich unterschiedlich schnell.

Gerade in dem Alter zwischen 10 und 16 Jahren. Ich denke der wichtigere Faktor ist die Reife Deines Kindes. Wie stark lässt es sich von anderen Meinungen beeinflussen? Wie selbstbewusst ist es? Wie ist das aktuelle Weltanschauungsbild?

Am Ende bist Du in der Verantwortung.

Und, wir müssen realistisch bleiben.

Deinem Kind bis zum 16. oder besser 18. Geburtstag den Zugang zu Smartphone oder Social Media zu verbeiten ist realitätsfremd. Ich denke aber, wenn wir alles zusammen in einen großen Topf werfen kommen wir zu einer Erkentnis:

Je später, desto besser.


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