Erste Zeit mit Baby richtig nutzen

9 Ideen, wie Du Deine Frau beim Stillen unterstützen kannst

Als Mann produzierst Du keine Milch aber Du kannst Deine Frau beim Stillen unterstützen. Und genau darum geht es in diesem Artikel. Du bekommst 9 Ideen, die Deiner Frau helfen.

Stillen, eine Geschichte voller Missverständnisse. So oder ähnlich könnte ich unser heutiges Thema beginnen.

Kaum ein anderes Thema wird unter jungen Eltern so diskutiert wie das Thema Stillen.

Das Kind mit Muttermilch zu ernähren kann ein wichtiger Bestandteil der ersten Lebensmonate Deines Kindes sein, wenn es mit dem Stillen klappt. Falscher Ehrgeiz tut hier niemandem gut. Das ist das erste Missverständnis. 

Das zweite Missverständnis ist, dass Männer mit dem Stillen nichts zu tun haben. Gut, wir können dem Kind die Brust nicht selbst geben, doch das bedeutet nicht, dass wir nicht auch in den Stillprozess involviert sein können.

Stillen, ist so ein bisschen wie die heilige Kuh in Punkto Kinderbetreuung – besonders wenn Du mit Hebammen sprichst.

Ich finde, Stillen ist wichtig und auch sehr gut für das Kind und bin daher ein sehr großer Verfechter der Ansicht das Frauen stillen sollten – wenn es klappt.

Ich habe es gesehen und zweimal miterlebt.


Was stelle ich nur mit einem Baby an?

Lerne Wie Du Dein Kind in Deinen Alltag einbaust so dass Ihr viele tolle Momente gemeinsam erlebt.


Stillen ist Stress für die Frauen. Richtig und genug essen, nichts falsches aber viel trinken, etc. etc. Und dann die Verantwortung.

Ich meine, Du ernährst Dein Kind aus Deinem eigenen Körper (also als Frau). Das finde ich schon ziemlich stark.

So wichtig also das Stillen für die Kinder ist, es werden auch alle Kinder groß, die nicht gestillt werden.

Daher sollte sich die Frau nicht allzu großen Druck machen wenn es nicht klappt. Meine Frau musste bei beiden Kindern früh zu füttern und hat es dann mit dem Stillen auch irgendwann bleiben lassen.

Sie hatte einfach keine ausreichende Milchproduktion. Beim ersten Kind hat sie deswegen super Streß gehabt. Schuld war maßgeblich unsere, äußerst überambitionierte, Hebamme die aus den Stillproblemen meiner Frau einen Weltuntergang gemacht hat.

Ich schweife aber ab.

Fakt ist – Stillen ist gut, wenn es klappt die Frauen sollten sich aber nicht zu sehr stressen, wenn es nicht klappt.

Aber, wie kannst Du als Mann Deine Frau beim Stillen unterstützen? Stillen ist das Einzige, was wir den Frauen nicht abnehmen können – es sei denn die Milch wird abgepumpt. Und doch kannst Du Deiner Frau beim Stillen sehr wohl behilflich sein.

Lesetipp: Warum Dein guter Vorsatz und Unterstützung so wichtig sind

9 Ideen, Deine Frau beim Stillen zu unterstützen

Idee 1: Hol Ihr ein Glas Wasser.

Stillen macht durstig und Wasser ist gut für die Milchproduktion. Deine Frau ist während des Stillvorgangs recht immobil daher ist Deine Hilfe als Laufbursche sehr willkommen.

Idee 2: Rückenmassage.

Eine Rückenmassage während des Stillens entspannt Deine Frau und lenkt sie von eventuellen Schmerzen beim Stillen ab.

Idee 3: Bäuerchen übernehmen.

Der Stillvorgang kann, je nach Trinkgeschwindigkeit des Kindes, ein längerer Prozess sein.

Wenn Du in den Trinkpausen das „Bäuerchen“, also das Aufstoßen des Kindes übernimmst, kann Deine Frau aufstehen und beispielsweise zur Toilette gehen bevor es in die nächste Fütterrunde geht.

Idee 4: Unterhaltung.

Wie gesagt, bei einer längeren Stillsitzung kann schon mal Langeweile aufkommen. Da ist eine nette Unterhaltung mit dem Partner eine willkommene Abwechslung.

Idee 5: Sorge für musikalische Untermalung.

Klingt sehr pathetisch, meint aber nichts anderes als Punkt 4.

Sorge für Unterhaltung in dem Du beispielsweise schöne Musik anstellst (Klassik ist sehr gut für das Baby) oder das Radio einschaltest.

Idee 6: Bereite die Milchaufbewahrung vor.

Viele Mütter pumpen nach dem Stillen noch ab und sammeln so für die Zeit wenn Stillen nicht geht.

In dem Du die Utensilien vorbereitest, z. B. die Milchpumpe sterilisierst und das Fläschchen für die Aufbewahrung rausholst, gehst Du ihr sehr zur Hand.

Idee 7: Bereite eine Kleinigkeit zu Essen vor.

Stillen macht hungrig und stillende Mütter sollen gut essen. Bereite daher, je nach Tageszeit, das Frühstück, Mittag- oder Abendessen (gerne auch einen kleinen „Stillsnack“) vor.

Idee 8: Mach‘ Telefondienst.

Während des Stillens wollen viele Mütter nicht gestört werden. Oft schläft das Kind beim Stillen oder unmittelbar danach ein und Deine Partnerin freut sich auf diese kleine Auszeit.

Nimm‘ deshalb alle Telefonate entgegen um Deine Frau störungsfrei Stillen zu lassen. Zur Not, einfach mal das Telefon abschalten.

Idee 9: Motiviere Deine Frau.

Stillen ist Stress für die Frau.

Beispielsweise wenn es nicht klappt, das Stillen sehr lange dauert oder gar Schmerzen verursacht. In solchen schweren Stunden braucht Deine Frau vor allem zwei Dinge – Zuspruch und Motivation. Übrigens – eine Frau die stillt verliert deutlich schneller an Gewicht und hat später oft eine bessere Figur.

Linktipp: Was Männer übers Stillen wissen müssen [13 Fakten]

Meine Frau war nach dem Stillen dünner und attraktiver als vorher ;-). Ich bin mir sicher, dafür werden mich die weiblichen Leser jetzt steinigen…

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Du siehst, dass Du auch als Mann eine Menge zum „Stillerfolg“ Deiner Frau beitragen kannst und Stillen nicht etwas ist, was die Unterstützung des Mannes von vorneherein ausschließt.

Expertenmeinung?

Eine Frage an die Väter: gibt es noch weitere Ideen wie man Frauen beim Stillen unterstützen kann? Gibt es noch irgendwelche Geheimtipps wie Fußmassage & Co.?

Eine Frage an die Mütter: Was hättest Du Dir als Frau an Unterstützung beim Stillen von Deinem Partner gewünscht?

Ich freue mich auf Eure Kommentare.


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    […] Stillen ist keine (reine) Frauensache – mit diesen 9 Dingen kannst Du sie unterstützenvon Andreas Lorenz […]

    Gast
    Cat
    6 Jahre zuvor

    Hi Andreas,

    ich bin zurzeit im zweiten Trimenon und weiß noch nicht, ob ich unser Kind stillen werde. Ich denke, das muss ich auch endgültig erst im Kreißsaal wissen – beides, also Stillen oder eben Abpumpen in Verbindung mit Fläschchen, wenn ich mal nicht da ist, sondern nur Männe, hat sicher seine Vor- und Nachteile. Bei uns ist es so, dass nicht ich, sondern der Papa die Elternzeit nehmen will (je nachdem, wie schnell ich nach dem Volontariat wieder Fuß fasse …) und wir wollten uns die (vor allem) nächtliche Aufgabe, Mini zu füttern, partnerschaftlich aufteilen. 😀 Also wär für uns wohl eine Mischlösung ideal. Wahrscheinlich werde ich es mit dem Anlegen versuchen, aber wenn es zu schmerzhaft ist oder nicht klappt, früher oder später seinlassen – denn wie du schreibst: Es sollte nie in Quälerei ausarten. Wie man(n) mich unterstüztzen könnte? Mir meinen Kaffee für nach dem Stillen schon mal aufbrühen, eine Wasserflasche hinstellen und öffnen und Radio anmachen, damit die Zeit nicht zu lang wird. (Da darf mich jeder ruhig steinigen, aber ohne ein „gesundes Maß“ an Koffein und Rockmusik sinkt meine Laune schonmal schnell auf -10).

    Gast
    BlackSwan13357
    6 Jahre zuvor

    Danke für diesen wundervollen Artikel! Schade, dass es ihn damals nicht gab, denn bei mir hat das Stillen leider auch nicht geklappt und niemand stand auf meiner Seite. Jeder in meinem Umfeld (leider auch mein Mann) setzte mich unter Druck und ich bin – wie beschrieben – immer und immer wieder gescheitert. Mir kommen heute noch die Tränen, wenn ich an diese Zeit zurückdenke. So sehr ich meinen Sohn liebe: Diese Zeit war so beschissen, dass ich seitdem nicht verstehe, wie Leute zwei oder mehr Kinder haben wollen. DAS würde ich definitiv kein zweites Mal überleben. Nach 6 Wochen 24-Stunden-Stillen (mit Zwangspausen für Toilette & Essen, geschlafen habe ich pro Nacht vielleicht 2h und die nichtmal am Stück, geduscht alle 2 Tage für 3 Minuten) kam endlich meine Mutter, die 800 km von mir entfernt wohnt. Sie hat dann durchgegriffen und mir die seelische Unterstützung gegeben, die ich DRINGEND brauchte. Wäre sie nicht gewesen, wäre ich gestorben oder in der Klapse gelandet. Mein Sohn ist übrigens überdurchschnittlich intelligent, sehr sportlich & muskulös, allergiefrei, selten krank und ein richtiges Sonnenscheinchen! Als Flaschenkind! Denkt mal drüber nach…
    Wenn ich so lese, was die Fachfrauen so schreiben könnte ich im Kreis kotzen! So müssten ja fast alle Kinder der 70er und 80er schwerkranke, volldebile, depressive Penner sein. Hört einfach auf mit diesem Dreck! Ich kenne persönlich keine Frau, die ihr Kind dezidiert nicht stillen will! Es ist einfach nicht wahr, dass jede Frau stillen kann.
    Unwahr ist außerdem, dass alle Flaschenkinder krank und dumm sind.
    Liebe Frauen, bei denen es nicht klappt: Davon geht die Welt nicht unter! Hört nicht auf den Müll, den Andere erzählen. Wenn es nicht klappt, obwohl ihr alles gegeben habt, dann soll es nicht sein…Flasche geben und später auf gesunde Ernährung achten. Stillen und später nur Glotze und Zuckerkram bringen es auch nicht.
    Herzliche Grüße

    Gast
    Anna
    7 Jahre zuvor

    Danke für deinen Artikel!

    Als stillende Mutter muss ich dich jetzt mal verteidigen. Mein Sohn ist knapp über sieben Wochen alt, ich hatte einen Kaiserschnitt und so gesehen keine Probleme mit dem Stillen. Das Stillen funktioniert. Was nicht so gut funktioniert hat, bin ich. Ich hatte gerade zu Beginn Angst, dass ich zu wenig Milch habe und so weiter und habe mich voll unter Druck gesetzt und abgepumpt wie blöd, damit die Milch nicht zurückgeht, was Quatsch war, denn Baby und Brust spielen sich ein. Das wusste ich aber nicht. Es war alles in Ordnung, aber ich habe mir selbst eingeredet, dass etwas nicht stimmt….und dies wurde unter anderem von dem Bild das wir und die Gesellschaft vom Stillen haben verursacht. Als junge Mutter lässt man sich schnell verunsichern und stressen und man braucht wirklich Selbstbewusstsein und Vertrauen in einen selbst. Allein die Frage „hast du genug Milch?“, ist eine Unverschämtheit und geht niemanden etwas an.
    2. Ich habe keine Stillprobleme, aber ich empfinde das Stillen in 20 % der Fälle als friedvoll und schön, in 80 % der Fälle hingegen als unglaublich stressig und das obwohl Stillen ja angeblich Stresshormone senkt…..
    Ergo, Stillen ist stressig und ich habe vollstes Verständnis für Frauen die nicht Stillen wollen. Vielleicht entspanne ich mich in der Zukunft noch etwas und sehe das bald anders, aber solange mein Sohn tagsüber alle 30 Minuten trinken will, wohl eher nicht 😉

    Gast
    Anna
    7 Jahre zuvor
    Antworte  Anna

    Da bin ich wieder und ich möchte nachtragen, dass es zwei Monate gedauert hat, bis ich mich an das Stillen gewöhnt hatte. Jetzt stille ich gerne und ich fühle mich nicht mehr gestresst. 🙂

    […] Stillen ist keine (reine) Frauensache – mit diesen 9 Dingen kannst Du sie unterstützenvon Andreas Lorenz […]

    Gast
    Murmels und ich
    8 Jahre zuvor

    Ich weiß, ich grabe hier alte „Sachen“ aus… Aber > Danke! Ich finde Deine Ausführungen klasse!
    Den Druck üben die Über-Mamis und teilweise die Hebammen aus (meine zum Glück nicht – Danke, liebe Christina)!
    Ich hatte das große Glück, dass bei mir kaum einer erwartet hat, voll zu stillen. Grundtenor war eher die weit verbreitete Meinung, Zwillinge könne man nicht voll stillen. Frau kann 😉 aber nur so lange die Kinder es auch wollen! Tja, daher leider nur 4 Monate. Aber es waren schöne wenn auch anstrengende Monate. Ohne die Unterstützung und entspannte Haltung meines Ex hätte ich es vermutlich nur schwer geschafft! Ein Zwillingspapi muss auch nachts mit ran!
    Ich hoffe Deinen Beitrag lesen viele Papis und unterstützen ihre Partnerinnen so stark!
    Für alle Mamis bzw zukünftige Mamis – stillen ist ein wunderschöner intimer Moment zwischen Dir und Deinem Kind oder Kindern! Auch wenn es nicht immer einfach ist – versucht es und vielleicht versteht Ihr dann, was ich meine <3

    Gast
    Thomas
    8 Jahre zuvor

    Total tolle nette Tipps. Wenn ich aber zurückdenke, konnte ich oft gar nicht behilflich sein. Ich war wahlweise arbeiten (tagsüber) oder habe es nachts (typisch Mann eben) nicht mal mitbekommen, wenn meine Frau gestillt hat. Ich habe es, wenn ich ehrlich bin, wirklich nur sehr, sehr selten erlebt.

    Gast
    regsicil
    9 Jahre zuvor

    Weisst du, ich finde deinen Artikel partiell sehr schön, aber als Mann zu sagen, dass Frauen sich nicht stressen sollten, wenn es nicht klappt finde ich schon wieder sehr leicht gesagt und auch typisch für Männer, denn was wissen sie denn, was eine Frau wirklich fühlt und dass sie auch ein RECHT hat das Nichtstillen als etwas sehr trauriges zu empfinden! Dieses gut gemeinte „macht doch nichts“ ist genau der falsche Weg und ein oberflächlicher Trost. Der richtige Weg wäre Frauen zu unterstützen DASS es klappt! Und das ist richtig Arbeit und auch viel Mut neue, alte Wege zu gehen und viel mehr auf die Bedürfnisse der Frauen und Babys einzugehen und auf sie zu hören! Und übrigens sehe ich keinerlei „grosse Verantwortung“ wenn frau stillt, sondern eine viel größere Verantwortung qualitativ minderwertige Kunstmilch zu füttern. Wer ein Kind hat hat nun mal eine grosse Verantwortung unabhängig davon, ob frau stillt oder nicht.

    Gast
    Andreas
    9 Jahre zuvor
    Antworte  regsicil

    Bist Du eine Hebamme?
    Sorry, die Frage muss ich Dir bei Deiner Antwort stellen.

    Bei diesem Thema bin ich ziemlich genau im Thema und weiß recht genau, zumindest wie meine Frau sich fühlte.
    Sie war natürlich nicht glücklich, dass sie die Kinder nicht durchstillen konnte und hat wirklich alles versucht.

    Ich halte diese – hebammentypische Einstellung, dass jede Frau stillen kann und das stillen klappen muss – falsch. Bei manchen Frauen klappt es einfach nicht. Das sollte man akzeptieren und man setzt sein Kind nicht Lebensgefahren aus, wenn man Ersatzmilch füttert.
    Viel mehr setzt man die Mutter unnötig unter starken psychischen Druck (unsere Hebamme z. B. war auch der Meinung meine Frau könne stillen – sie mache nur irgendetwas falsch) was für das Baby sicher schlechter ist als Flaschenmilch.

    Jeder weiß, dass Stillen gut ist aber auch nicht gestillte Kinder werden groß und haben keine eklatanten Nachteile. Daher finde ich, dass das Thema etwas zu hoch aufgehängt wird.

    Gast
    regsicil
    9 Jahre zuvor
    Antworte  Andreas

    ich bin KKS und IBCLC (prof. Stillberaterin). Es gibt ja Studien, die besagen, dass Frauen, die z.h. entbunden haben fast nie Stillprobleme haben, weil eine nat. Genurt auch ein nat. Danach foerdert. Das ist z.B. schon die 1. MOEGLICHE Stillschwierigkeit. Ich selber bin bei den Geburten im KH dabei und ich koennte heulen, weshalb sich Frauen so etwas antun. (Ich selber hatte 3 KS! aber durch gute vorgeburtl. Infos keine Stillschwierigkeiten. Die Fachausbildung hatte ich damals noch nicht.) Ich kann Dir aber versichern, dass es IMMER irgendeine Ursache hat, warum es mit dem Stillen nicht klappt (meist ist es kein oder zu wenig Hautkontakt direkt nach der Geburt).Es ist meist nicht ausschliesslich das Stillen das stresst, sondern es faengt schon bei der Geburt an, Dass das Stillen danach stresst, ist dann nur ein Vortlauf des Stresses. Die Frau befindet sich an einem Ort, der nicht ihr z.H ist, wo sich sicher fuehlt- Sie ist umgeben von fremden Menschen, die Beine breit und auf dem Ruecken liegend. Unmenschlicher und Unnatuerlicher geht es schon garnicht mehr! Sorry, aber so ist es auch schwer, dass das Stillen dann klappen kann. Meist kommen dann noch andere stoerende Faktoren hinzu (mit Fremden in einem Zimmer liegen ist ja auch nicht gerade natuerlich!) und das Stillen klappt nicht! Die Frau ist frustriert und das Stillen ist Schuld….

    Das Babys auch mit Flaschenmilch gross werden, ist richtig, genauso, wie wir selber auch mit ausschliesslichem Dosenessen ueberleben koennten. Dass das jedoch Auswirkungen auf die Gesundheit hat, liegt wohl auf der Hand. Auch hier: zu sagen, dass das alles nicht so schlimm sei, ist ein Versuch sich etwas schoen zu reden, was eigentlich zum Heulen ist. Kostbare gesunde Muttermilch mit Industriemilch auf eine Stufe zu setzen ist eine Herabwuerdigung der wundervollen weiblichen Kompetenzen. Und zu sagen, dass Nichtstillen keine eklatanten Nachteile hat, ist definitiv falsch und zeugt von eklatanter Unwissenheit.
    Dass Vaeter aber wichtig zur Unterstuetzung sind, ist definitiv wichtig und sich bei Stillschwierigkeiten prof. Hilfe zu holen, z.B. ueber http://www.stillen.de

    Gast
    Andreas
    9 Jahre zuvor
    Antworte  regsicil

    Leider klingen Verfechterinnen Deines Fachs immer schrecklich militant und sind so starr in ihren Ansichten.

    Für´s Protokoll – ich bin (teilweise) auf Deiner Seite.
    Ich bin ein Befürworter des Stillens, nehme meinen „Bildungsauftrag“ in dieser Richtung ernst und versuche meinen Beitrag zu leisten (z. B.: http://papaonlinecom.wpengine.com/13-fakten-uber-das-stillen-die-du-kennen-solltest/).

    Dennoch finde ich das Thema, gerade von Eurer Gilde, unnötig emotional aufgeladen – was Deine Antworten unterstreichen.

    Mein Standpunkt nochmals im Überblick:

    1. Stillen ist gut und die beste Nahrung für Kinder – (kein Widerspruch)

    2. Ersatznahrung ist für das Kind nicht schlecht/schädlich und die propagierten „Nebenwirkungen“, die die Hebammen immer so teufeln, habe ich bei noch keinem Kind festgestellt oder davon gehört.

    3. Jede Frau sollte versuchen zu stillen (Begründung siehe Punkt 1) solange es ihr gut tut. Sie sollte nicht aus Bequemlichkeit die Flinte zu früh ins Korn werfen und entsprechende Unterstützung und Motivation von Ihrem Partner erhalten, es weiter zu versuchen.

    4. Wenn es allerdings, nach all den zumutbaren Anstrengungen nicht klappt, sollte sie sich damit abfinden (so schwer es auch ist) und die vorhandenen Alternativen wählen bevor sie sich nervlich völlig ans Ende schafft.

    Können wir uns auf diese 4 Punkte einigen oder sehe ich da etwas völlig falsch?

    Gast
    regsicil
    9 Jahre zuvor
    Antworte  Andreas

    Die Ansichten von Muettern und Fachpersonal die sich fuer das Stillen einsetzen sind keinesfalls militant, sondern es geht darum, dass jede Mutter, die stillen moechte, das Stillen auch schafft, weil sonst ein Trauma zurueckbleibt und das ist schade. Und die Frauen, die sich gegen das Stillen entscheiden, was auch ihr Recht ist, wissen was es mit dem Nichtstillen auf sich hat, damit sie eine INFORMIERTE Entscheidung treffen koennen. Dass Ersatznahrung nicht schadet zeugt von Nichtwissen und wird gerne von Fachpersonal und Menschen benutzt, die es nicht geschafft haben Frauen dbzgl. hinreichend zu unterstuetzen. Und auch von Eltern, um sich kein schlechtes Gewissen zu machen. Es tut sehr weh, wenn man von den Nachteile des Nichtstillens wissen wuerde. Es ist einfacher sie einfach zu verleugnen. Stillen ist sicher nicht alles im Leben, sollte aber auch nicht unterschaetzt und verfaelscht werden.

    Hier einige Infos:
    http://www.afs-akinternet.de/joomla/index.php/rund-ums-stillen/stillen-oder-flasche
    http://de.wikibooks.org/wiki/Babybuch:_Stillen#Vergleich_mit_k.C3.BCnstlicher_S.C3.A4uglingsnahrung
    http://www.afs-stillen.de/front_content.php?idart=431
    http://www.afs-stillen.de/upload/faltblaetter/FB-Keine_Vorteile.pdf

    Und auch ein Text zu den Vaetern und ein Buch zum Nichtstillen:
    http://www.afs-akinternet.de/joomla/index.php/stillbeziehung/vaeter-und-stillen
    http://www.randomhouse.de/Paperback/Wie-du-stillst-nicht/Regina-Masaracchia/e371422.rhd

    Ich finde Deine Initiative jedoch sehr gut und finde es toll, dass Du auch offen gegenueber anderen Meinungen bist. Vielen Dank dafuer!

    Gast
    Andreas
    9 Jahre zuvor
    Antworte  regsicil

    Ich sagte nicht, das Ihr Stillverfechter militant seid :-O sondern lediglich so klingt.

    Auch wenn ich mich wiederhole, ich finde Du machst es Dir mit der Aussage, das „jede Mutter, die stillen möchte, das Stillen auch schafft“ etwas leicht.

    Als eine Mutter, die offensichtlich das Stillen hinbekommen hat, lässt sich das leicht sagen.

    Doch für eine Frau, die es nicht schafft zu stillen ist es wohl ein größeres Trauma es ständig zu versuchen und zu scheitern als sich irgendwann einzugestehen, dass es einfach nicht klappt.

    Und was ist denn an der Flaschennahrung so „schädlich“?

    Ich kann nicht glauben, dass in Deutschland – dem Land mit einem der strengsten Lebensmittelgesetze – etwas zugelassen ist, dass schädlich ist.

    Gast
    Marion
    7 Jahre zuvor
    Antworte  regsicil

    Erst mal muss ich sagen, dass ich den Artikel gut finde. Danke, dass ein Mann erkennt, dass es Frauen gut tut, wenn der Mann sie unterstützt.

    Sicherlich ist Stillen das Beste. Und auch doch, gestaltet sich gerade das natürlichste der Welt in unserer Gesellschaft zu etwas komplizierten. In der Öffentlichkeit ziehen sich Frauen beschämt zurück zum Stillen und doch wird immer wieder propagiert, das Stillen das Beste für das Kind ist. Die Gesellschaft muss auch im Kopf endlich verstehen, dass das eine nicht ohne das andere geht. Wieso ist das Fläschchen gesellschaftsfähig als das Stillen, in einer Gesellschaft die das Stillen derartig stark bewirbt?

    Gast
    Susanne
    9 Jahre zuvor

    Warum Stillen Stress ist, kann ich irgendwie so gar nicht verstehen oder nachvollziehen. Schade, dass es das ist, was nach der Lektüre hängenbleibt. Für Bald-Mamas sicher nicht die richtige Botschaft.

    Gast
    Andreas
    9 Jahre zuvor
    Antworte  Susanne

    Susanne – für viele Frauen ist es Stress. Mal mehr, mal weniger.
    Ich kann das gut nachvollziehen. Ein kleines Baby mit der eigenen Milch zu ernähren bedeutet ja auch eine große Verantwortung.

    Die meisten meiner Leser sind zudem ja Männer – für die ist dieser Artikel ja auch in erster Linie 🙂

    Gast
    Konstanze
    10 Jahre zuvor

    Sehr hübsch geschrieben und auch endlich mal die Sache realistisch gezeigt und nicht mit dem verklärten Übermutter-Blickwinkel!

    Mein Mann freut sich sicher über die 9 Tipps! Werde dich wegen der Bemerkung zum Schluss auch nicht steinigen, sondern hoffe, dass du recht hast! :))

    Gast
    Knallfrosch
    10 Jahre zuvor

    Also, der Artikel ist zwar schon eine Weile her, da ich ihn heute erst gelesen habe,kommt mein Feedback erst heute:
    Ich stille zur Zeit, seid fünf Monaten voll und kann bestätigen, daß es Streß ist und langsam habe ich auch keine Lust mehr.
    Die meisten hier aufgeführten Punkte kann ich aber nicht bestätigen. Ich wollte und möchte einfach meine Ruhe während des Stillens, erstens, weil ich diese Zweisamkeit genießen möchte und zweitens weil mein Bengel sonst nicht trinken würde(er läßt sich schnell ablenken) und ich dadurch wieder Streß hätte.
    Auch kann ich nicht bestätigen, daß ich schnell wieder abnehme. Seid der Geburt bei mir gerade mal knapp 1Kg und das bei normalem Essverhalten ohne irgendwelchen Heißhungeratacken…War bei meinem ersten Kind auch so, die Kilo´s verschwanden erst nach dem Abstillen und mit Arbeitsbeginn.
    Aber es ist bei jedem anders, deshalb halte ich von Ratschlägen nicht so viel, interesanter für mich sind eher die Erfahrungsberichte, wie geht es anderen, wie machen andere das… etc.
    Genug „geredet“
    Liebe Grüße und trotzdem danke für den Artikel

    Gast
    10 Jahre zuvor

    Am Schlimmsten/Anstrengensten ist das Stillen in der Nacht. Da kann der Partner auch nicht wirklich viel helfen. Aber wenn er sich dann zum Beispiel um die anderen Kinder kümmert oder auch mal das Wickeln übernimmt, ist das schon klasse.

    Gast
    PapaOnline
    10 Jahre zuvor
    Antworte  Kerstin

    Danke für Dein Feedback.
    Hat Dein Mann denn in der Nacht mitbekommen wenn Du gestillt hast oder musstest Du ihn wecken um seine Hilfe zu bekommen?

    Gast
    PapaOnline
    10 Jahre zuvor
    Antworte  Kerstin

    Danke für Dein Feedback.
    Hat Dein Mann denn in der Nacht mitbekommen wenn Du gestillt hast oder musstest Du ihn wecken um seine Hilfe zu bekommen?

    Gast
    Martina
    1 Jahr zuvor

    Eigentlich ein toller Artikel und schön, dass er Männern Wege aufzeigt ihren Teil zum Gelingen beim Stillen zu leisten. Der letzte Teil zur Figur der Frau ist aber leider eine absolute Frechheit!
    Ein Mann der so denkt, kann das mit Unterstützung auch nicht wieder gut machen und bemitleidenswert wenn das die Beweggründe sind. Sehr schade

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