Wie wir unsere Kinder loben ohne dabei so viel falsch machen

Klar wollen wir unsere Kinder loben. Was wären wir denn sonst für Eltern? Aber wusstest Du, dass so ein gut gemeintes Lob auch ganz schön Schaden anrichten kann? Darum geht es in diesem Artikel. Wir schauen uns an, was viele Eltern mit falschem Lob anrichten und wie wir unsere Kinder richtig loben.

Deutschland sucht den Superstar ist wie ein Verkehrsunfall – Du willst nicht hinsehen, kannst aber auch nicht wegsehen. Mir geht es da nicht anders.

So kam es, dass ich bei der letzten Staffel, Samstags häufiger den angehenden Superstars beim Trällern zugeschaut habe. Am liebsten schaue ich die Castings. Ich glaube jeder schaut am liebsten die Castings.

Wahrscheinlich wegen der Spannung ob der nächste Bewerber Top oder der totale Flop ist. Dann gibt es nämlich Fremdschäm-TV Deluxe. Ich weiß nicht woher all die total schrägen Leute, mit einem Ego so groß wie ein Hochaus aber dafür einer Stimme zum weglaufen, herkommen. Bei DSDS treffen sie sich.

Man kann über das Showformat und die Art und Weise, wie mit den Sängerinnen und Sängern im Casting umgegangen wird, lange diskutieren. Doch bei einer Frage stimme ich mit Dieter Bohlen überein wenn ich mir so manche Kandidaten begucke:

“Hat Dir noch niemand gesagt, dass Du nicht singen kannst?”

Wahrscheinlich nicht.

Kinder loben ist gut – aber es man kann es auch falsch machen

Bei dem eigenen Kind ist es echt schwer objektiv zu bleiben. Alles was es tut oder macht findest Du super. Das ist auch gut so, schließlich liebst Du Dein Kind übermäßig.


Wie bekomme ich das mit der Erziehung richtig hin?

Lerne wie Du Dir einen Erziehungskompass baust, der Dich sicher durch alle Phasen Deines Vaterlebens manövrierst. 


Wenn wir unsere Kinder loben, tun wir das ausschließlich mit den besten Absichten. Schließlich möchtest Du es stärken oder ihm mit Deinem Feedback signalisieren, dass es etwas gut macht und mehr davon tun soll.

Wenn Dein Kind aber den ganzen Tag hört, wie toll es etwas macht oder wie super es ist, führt das eher zum Gegenteil.

Zu viel Lob oder Lob falsch rübergebracht erzeugt ein falsche Selbstbildnis des Kindes und führt dazu, dass es gegen positives Feedback abstumpft.

Linktipp: Die Konsequenzen bei Kindern durchzuziehen ist echt schwer

Kinder richtig loben – die 3 W´s

Verstehe mich bitte nicht, falsch. Ich möchte nicht, dass Du Dein Kind nicht mehr lobst. Damit Dein wohl gemeintes Feedback auch den gewünschten Effekt hat, darfst Du ein paar Dinge beachten.

W#1: Wann

Timing spielt auch bei Lob eine wichtige Rolle. Kinder brauchen deutlich weniger Lob als Du denkst. Deshalb ist der Punkt vielmehr – wann nicht.

Wenn Du willst das Dein positives Feedback auch als solches ankommt, dann muss es etwas besonderes bleiben. Die Dosis ist hier entscheidend. Ich kann Dir keine Liste von lobenswerten Dingen geben, auf die Du achten sollst, das kannst nur Du entscheiden.

Wichtig ist, das ein Lob wirklich heraussticht und etwas besonderes für Dein Kind bleibt.

Interessant ist es auch zu sehen, wie viele Eltern Lob einsetzen um erwünschtes Verhalten bei Ihren Kindern zu erreichen. Das wird nämlich in vielen Managementbüchern und sicher auch in dem einen oder anderen Elternratgeber geraten.

Diese Art von Dressur gehört doch eher in die Hundeerziehung als in die Kindererziehung. Missbrauche daher Lob besser nicht für etwas, dass Du auch anders erreichen kannst. Bei Lob gilt generell – weniger ist mehr.

Lesetipp: Ich habe mein Kind eine Woche lang nicht gelobt – und das ist passiert

W#2: Was

Ein wichtiger Aspekt ist auch was Du positiv hervorheben möchtest. Mit zu pauschalem Lob “Du bist so ein toller Fußballspieler” können Kinder nicht recht etwas anfangen. Diese Art von Lob kannst Du Dir besser sparen.

Wenn Du ergebnisbasiert lobst, kann Dein Kind damit viel mehr anfangen. Doch auch das hat einen Nachteil. Mit dieser Art von Feedback setzt Du Dein Kind stark unter Druck. Wenn Du beispielsweise gute Noten oder ein gutes Ergebnis beim Fußball lobst, erzeugst Du die Angst, Dich enttäuschen zu können wenn es mal nicht so gut klappt.

Noch besser ist es daher, wenn Du die Anstrengungen Deines Kindes lobst. Wenn Dein Kind merkt, dass seine Bemühungen Anerkennung finden, stärkt das sein Selbstbewusstsein und Vertrauen auch in schwierigen Situationen die Lage meistern und sich neuen Herausforderungen stellen zu können.

“Ich finde toll, wie sehr Du Dich angestrengt hast” ist also ein besseres Lob als “das hast Du toll gemacht”.

W#3: Wie

Es ist immer lustig zu sehen, wenn Großeltern kleine Kinder loben. Die Tonlage wird unbeschreiblich, das Gesicht verzieht sich zu einer Grinsemaske und was dann folgt ist ein überschwänglicher Redeschwall.

“Oh, dass hast Du aber toll gemacht! Oma ist ja so stolz auf Dich, mein Schatz!”

So redet doch niemand.

Und genau das ist der Punkt. Damit Dein Kind von den lobenden Worten etwas hat, muss es diese glauben können. Das heißt Deine lobende Botschaft muss vor allem eines sein – authentisch.

Deshalb achte auf Deinen Tonfall und sprich ganz normal mit dem Kind. Natürlich kannst Du Deine Freude zeigen, in dem Du grinst und etwas überschwänglicher sprichst. Wichtig ist, dass es echt wirkt. Das ist einfacher, wenn Du Lob dosiert verteilst und nicht jeden Schritt mit Beifall kommentierst.

Worte sind nur die eine Sache. Damit Dein Lob auch richtig ankommt, darfst Du auf Deine Körpersprache achten. Direkter Blickkontakt, eine offene und eine zugewandte Körperhaltung sind Ausdruck Deiner Freude und vermitteln, dass Du das, was Du sagst, auch meinst. Je nach dem um was es geht, wirkt ein Schulterklopfen oder eine Umarmung wahre Wunder.

Damit Dein Kind eine realistische Selbsteinschätzung und ein gesundes Selbstbewusstsein hat, ist es Deine Aufgabe es richtig zu loben.

Weniger ist hier mehr. Ein echtes Lob für die Anstrengung Deines Kindes, sich auf einen Mathetest vorzubereiten, authentisch rüber gebracht, bringt weit mehr als die gute Note im Vorbeigehen zu loben.

Linktipp: Wie Du Dein Kind wirklich überzeugen kannst

Und jetzt?

Wenn Dein Kind das nächste Mal etwas lobenswertes macht, versuche die damit verbundene Anstrengung zu loben, nicht so sehr das Ergebnis.

Beobachte Dich dabei selbst und achte darauf, was Du sagst und wie Du es sagst.

Hast Du Freunde oder Bekannte, die Ihr Lobverhalten verbessern können? Dann teile diesen Artikel mit Ihnen.

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Danke.


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