Woran erkenne ich eine gute Kita?

Du möchtest Dein Kind mit gutem Gewissen in die Kindertagesstätte bringen und sicher sein, dass es sich hier wohlfühlt und jederzeit bestmöglich versorgt wird? Dann lies weiter und erfahre, welche Qualitätsmerkmale eine gute Kita ausmachen. Stefan Schultz, Kita-Träger aus Berlin, hat selbst fünf Kitas gegründet und weiß ganz genau, worauf es bei der Auswahl einer Kindertagesstätte konkret ankommt.

Qualitätsmerkmal Nr. 1: gut geschulte Kita-Mitarbeiter

In der Kindertagesstätte wird Dein Kind über viele Stunden von fremden Personen betreut. Umso wichtiger ist es daher, dass das Kita-Personal gut geschult ist und weiß, wie es ein Vertrauensverhältnis zu Deinem Sohn oder Deiner Tochter aufbauen kann. Beobachte genau, wie die Mitarbeiter mit den ihnen anvertrauten Kindern umgehen: Bemühen Sie sich, individuell auf ihre Schützlinge einzugehen? Zeigen Sie Geduld, Verständnis und Interesse? Sind Sie feinfühlig und begegnen den Kindern auf Augenhöhe?

Linktipp: Wie finde ich die richtige Kita für mein Kind? (KiTA Finder & Co.)

Gutes Kita-Personal sorgt zudem für eine liebevolle Atmosphäre in der Gruppe – und damit das gelingt, dürfen die Gruppen nicht zu groß sein. Als Faustregel gilt: Je jünger Dein Kind ist, desto kleiner sollte die Gruppe sein. Fachleute sprechen in diesem Zusammenhang vom sogenannten Betreuungsschlüssel.

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Mindestens ebenso wichtig wie das Vertrauensverhältnis zwischen Erzieher/in und Kind ist das Vertrauensverhältnis zwischen Erzieher/in und Eltern. Im Idealfall sucht das Personal regelmäßig den Dialog mit den Eltern und zeigt Bereitschaft zur Transparenz – Stichwort Erziehungspartnerschaft. Ein gutes Zeichen sind insbesondere regelmäßig stattfindende Elternabende oder auch Wochenpläne, in denen die geplanten Aktivitäten und Mahlzeiten vermerkt sind.

Qualitätsmerkmal Nr. 2: vielfältige und hochwertige Spiel- und Beschäftigungsmöglichkeiten

Kindern, die jeden Tag in der Kita sind, kann das dort bereitgestellte Spielzeug schnell langweilig werden. Um dem vorzubeugen, sollte das Angebot an Spielzeug möglichst vielfältig und den Kindern außerdem frei zugänglich sein, um sie zum Spielen, Basteln und Erforschen anzuregen. Zudem legt eine gute Kita Wert auf unbedenkliche Materialien – sowohl beim Spielzeug, als auch bei der Einrichtung der Räumlichkeiten. Hochwertige, robuste und langlebige Spielzeuge sind zwar kostspielig – eine gute Kita scheute diese Investition jedoch nicht.

Gut geschulte Erzieher und Erzieherinnen wissen aber auch, dass die Natur viele Materialien bietet, die sich zum Spielen eignet. Ebenso sollten Alltagsgegenstände einen Stellenwert in der Kita einnehmen. Kinder sind sehr kreativ, weshalb selbst unscheinbar wirkende Wolldecken oder Dosen sie mitunter stundenlang beschäftigen können.

Kita Merkmale

In puncto Spielzeug und Beschäftigung sind außerdem folgende Aspekte bei der Kita-Wahl wichtig:

  • eine abwechslungsreiche Auswahl an Büchern für verschiedene Altersklassen – zum Ansehen und Vorlesen
  • helle, freundliche Räume mit separaten Bereichen – zum Beispiel mit Puppen-, Lese- und Kuschelecken
  • ausreichend Platz zum Spielen, Rennen, Toben und Verstecken; im Idealfall gibt es ein eigenes Außengelände mit Spielgeräten

Qualitätsmerkmal Nr. 3: gesunde Ernährung und ausreichend Ruhepausen

Wenn Du eine Kita für Dein Kind aussuchst, scheue Dich nicht, Fragen zum Speiseplan zu stellen. Eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung ist wichtig, damit das Kind von klein auf mit verschiedenen Lebensmitteln in Berührung kommt und alle wichtigen Nährstoffe erhält. Grundsätzlich sollten die Kinder aber mitbestimmen dürfen, was und vor allem wie viel sie essen. In der Kita sollten die Mitarbeiter also auf die individuellen Bedürfnisse und Wünsche der Kinder eingehen, und die Kinder sollten niemals gedrängt werden, etwas zu essen, was sie nicht mögen.

Linktipp: Der einfache Trick, mit dem Dein Kind nie wieder sein Essen stehen lässt.

Erkundige Dich auch nach den Ruhephasen. Diese sollten dem Alter und den Bedürfnissen des Kindes entsprechen. Kindern, die mittags nicht schlafen können oder möchten, sollten ruhige Beschäftigungsmöglichkeiten angeboten werden, etwa Malblöcke, Puzzles oder Bücher. Auf der anderen Seite sollten für Kinder, die müde sind und an Spielen nicht teilnehmen möchten, Rückzugsmöglichkeiten zur Verfügung stehen.

Qualitätsmerkmal Nr. 4: Berücksichtigung individueller Bedürfnisse des Kindes

Die Eingewöhnung in die Kita fällt vielen Kindern schwer. Umso wichtiger ist es daher, dass die Eingewöhnungsdauer individuell an das Kind angepasst wird.

Eine gute Kita nimmt sich Zeit für eine ausreichend lange Eingewöhnungszeit mit einer festen Bezugsperson, die jeden Tag da ist. In schwierigen Fällen sollte es auch möglich sein, dass ein Elternteil anfangs beim Kind in der Gruppe bleibt und die Trennungen nur langsam ausgeweitet werden – damit niemand gezwungen ist, sein Kind weinend und verängstigt zurückzulassen.

kita eingewöhnung

So kann das Kind die Betreuer, die Räumlichkeiten der Kindertagesstätte und den Tagesablauf in Ruhe kennenlernen und Schritt für Schritt an Vertrauen gewinnen. Dies ist nicht nur eine Voraussetzung dafür, dass das Kind sich auch ohne Eltern in der Kita wohlfühlt, sondern bildet außerdem eine wichtige Grundlage für seine weitere Entwicklung.

Des Weiteren gilt: Ein geregelter Tagesablauf und feste Rituale geben Kindern zwar Sicherheit – sie sollen jedoch nicht zu starr sein. Flexibilität ist wichtig, um die individuellen Bedürfnisse berücksichtigen zu können und sowohl den Kindern als auch dem Personal einen entspannten Kita-Alltag zu ermöglichen.

Linktipp: Ab wann in den Kindergarten? 3 Gedanken, die Du Dir dazu machen solltest

Fazit

Wenn Du eine Kita für Dein Kind suchst, sieh Dir ruhig verschiedene Einrichtungen an, um Dir einen umfassenden Eindruck zu verschaffen und die bestmögliche Entscheidung für Dein Kind zu treffen. Mitarbeiter, die individuell auf Dein Kind eingehen, sind dabei ebenso wichtig wie vielfältige Spiel- und Beschäftigungsmöglichkeiten und ein kindgerechter Speiseplan.

Letztlich sollten die individuellen Bedürfnisse Deines Sohnes oder Deiner Tochter möglichst viel Berücksichtigung finden, damit Dein Kind gerne in die Kita geht.


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