Der perfekte Vater – echtes Ziel oder Illusion?

Dein Kind oder Deine Kinder sind so niedlich, sie verdienen den besten Vater den man sich vorstellen kann. Du gibst Dir alle Mühe ihnen ein guter Vater zu sein. Mehr noch, Du willst der perfekte Vater sein. Du willst alles noch besser machen als Deine Eltern damals bei Dir. Du willst Ihnen alles zeigen und beibringen, was sie für Ihr späteres Leben brauchen und was sie zu guten Menschen macht. Dinge eben, die ein perfekter Vater so macht. Und darum geht es in diesem Artikel.

Doch halt, ein perfekter Vater. Gibt es das überhaupt? Perfektionismus klingt so unerreichbar, so ausserirdisch. Kann man überhaupt ein perfekter Vater sein?

Vor der Perfektion steht die Übung

Um etwas wirklich gut zu können und nahe der Perfektion zu sein, musst Du etwas wirklich lange üben. Der Neurologe Daniel Leviten hat die These aufgestellt, dass Du etwas 10.000 Stunden machen musst um wirklich gut darin zu sein.

Ein Fußballer, der wirklich gut werden will, muss mindestens 10.000 Stunden Fußball spielen um Perfektion zu erlangen, ein Golfer 10.000 Stunden auf dem Golfplatz verbracht und Bälle umhergeschlagen haben.

Linktipp: Lebensziele als Vater – warum und wie Du sie formulierst

Wenn Dein Kind in der zweiten Klasse ist hast Du genug Erfahrung

10.000 Stunden ist eine wirklich lange Zeit. Folgen wir dem Beispiel der Sportler. Bevor Du also ein perfekter Vater wirst, brauchst Du eine Menge Erfahrung. 10.000 Stunden um genau zu sein. 10.000 Stunden, das sind ca. 417 Tage am Stück – ohne Pause. Über ein Jahr lang Vater sein, ohne Schlaf und Unterbrechung. Doch wer kann schon rund um die Uhr Vater sein? Die Kinder schlafen ja schließlich auch und diese Zeit zählt nicht.

Gehen wir davon aus, dass Du kein Vollzeitvater bist, sondern einer der vielen Väter, die tagsüber ihrem Beruf nachgehen. Auf wie viel Stunden Vatersein kommst Du so am Tag? Eine Stunde gemeinsame Zeit vor der Arbeit und Abends noch mal zwei?

Sagen wir, Du kommst in der Arbeitswoche auf 15 Stunden Vatererfahrung. Am Wochenende kommen nochmals 10 Stunden hinzu denn die Kinder schlafen, spielen mal mit der Mutter oder alleine, etc. Somit schaffst Du 25 Stunden pro Woche.


Wie bekomme ich das mit der Erziehung richtig hin?

Lerne wie Du Dir einen Erziehungskompass baust, der Dich sicher durch alle Phasen Deines Vaterlebens manövrierst. 


Um Dein 10.000 Stunden Konto vollzubekommen, brauchst Du mit dieser Stundenleistung, 400 Wochen oder 7,5 Jahre um genug Erfahrungen zu haben.

Wenn Dein Kind bereits in der 2. Klasse ist, hast Du demnach so viel Erfahrung dass Du ein nahezu perfekter Vater bist. Theoretisch.

Kein Tag als Vater ist wie der andere

Grundlage für die Theorie von Leviten ist, dass die Aufgabe, in der Du besser werden willst, erlernbar ist also gewissen Mustern folgt und sich wiederholt. Vatersein jedoch ist jeden Tag anders. Es gibt kaum sich wiederholende Situationen und die Anforderungen verändern sich mit der Weiterentwicklung Deiner Kinder. Somit greift die 10.000 Stunden Regel nicht, in der ursprünglichen Form, für das Vatersein. Dadurch, dass das Vatersein so komplex ist, kann man zwar Erfahrungen sammeln und seine Kinder und deren Verhaltensweisen kennenlernen, ein wirklich perfekter Vater ist jedoch Utopie.

Vater sein kannst Du leider nicht üben weshalb die Perfektion nach 10.000 Stunden des Trainings nicht zu erlangen ist. Sicher, die Erfahrungen die wir täglich als Väter machen, helfen uns andere, kommende Situationen zu meistern. Du entwickelst mit der Zeit einen eigenen Erziehungsstil. Du lernst was Dir wichtig ist und in welche Richtung Du Deine Erziehung lenken möchtest. All das hilft Dir souveräner im Umgang mit Deinem Kind zu werden und es so zu erziehen wie Du es Dir vorstellst.

Dennoch müssen wir eines festhalten: den perfekten Vater gibt es nicht. Und überhaupt, wer entscheidet ob wir gute Väter sind oder nicht? Richtig, unsere Kinder. Matthias, einer meiner Leser, hat es in einem Tweet auf den Punkt gebracht.


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    5 Kommentare
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    Gast
    floh
    6 Jahre zuvor

    Ich finde diesen Thread einfach gut.:
    denn Väter versuchen und Wünschen Sich auch nur das beste für ihre Kinder!
    mfg.

    Gast
    luxuskruemel
    9 Jahre zuvor

    Perfektion ist in einer der Elternrollen wenig erstrebenswert, auch wenn wir Eltern es immer und immer wieder versuchen. Wenn etwas perfekt ist, dann wird es meistens auch schnell langweilig und Langeweile kann man sich als Eltern ja gar nicht leisten 😉
    Papas machen Fehler, aber kann es nicht sein, dass gerade Fehler eine gewisse Art der Perfektion sind Dinge so zu machen das sie nicht immer perfekt sind?
    Wer weiß das schon genau…ever tried? ever failed? no matter…try again, fail again, fail better

    Chris

    Gast
    10 Jahre zuvor

    Guter Artikel! Und nicht nur, weil ich erwähnt wurde 😉
    Damit hab ich ja gar nicht gerechnet, und bin ein wenig „rot“ geworden, als ich’s gelesen hab 😉
    Thx,
    Mattes

    Gast
    PapaOnline
    10 Jahre zuvor

    Ich wollte Dich nicht in Verlegenheit bringen. Hoffe es war OK. 

    Tweets that mention Wie können wir perfekte Väter werden? | Papa Online -- Topsy.com
    10 Jahre zuvor

    […] This post was mentioned on Twitter by erziehung, Andreas Lorenz. Andreas Lorenz said: ::: Wie können wir perfekte Väter werden? http://bit.ly/icx2JC […]

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