Work-Familie Balance

Ich werde Vater – wie erzähle ich es meinen Kollegen?

Wenn Du erfährst, dass Du Papa wirst, willst Du es der ganzen Welt mitteilen. Familie, Freunde, Verwandte und Bekannte – alle sollen von Deinem Glück erfahren.

Doch was ist mit Deinen Arbeitskollegen?

Welche Stolpersteine es gibt, was Du beachten darfst wenn Du Deine Arbeitskollegen informierst und wie Du es am besten tun kannst erfährst Du in diesem Artikel.

Reaktionen der Kollegen

In der Regel reagieren Kollegen positiv und freuen sich mit Dir über die großartigen Neuigkeiten.

Es kann aber auch passieren, dass Kollegen sich reserviert verhalten oder gar negativ reagieren. Damit Dich das nicht aus der Bahn wirft, halte ich es für ratsam diese mögliche Reaktion in Betracht zu ziehen.

Gründe warum Deine Kollegen negativ reagieren könnten

Es gibt sicher viele Gründe warum Deine Kollegen nicht Deine Euphorie für Deine Situation teilen. Auch wenn es für Dich sicher unverständlich sein kann, wie man bei einer solchen Nachricht nicht total aus dem Häuschen ist, lohnt es sich die möglichen Gründe zu überdenken.

Eigener, unerfüllter Kinderwunsch

Ich weiß es aus eigener Erfahrung, dass es ganz schön stechen kann, wenn Du selbst schon lange einen unerfüllten Kinderwunsch hegst und die Leute in Deinem Umfeld sich reihenweise vermehren. Vielleicht geht es einem Kollegen genauso?

Vater Kollegen

Kollegen fühlen sich allein gelassen

Gerade seit dem immer mehr Männer Elternzeit nehmen, könnten Kollegen die Sorge haben, dass Du sie alleine lässt. Vielleicht steht ein Projekt an oder es nähert sich eine Zeit, in der Ihr viel zu tun habt? Besonders dann könnten Kollegen befürchten, dass Du sie mit der Arbeit alleine lässt und Dich in die Elternzeit verdrückst. Was dahintersteckt ist die Sorge vor Mehrbelastung bei der Arbeit denn – irgendeiner muss die Arbeit ja erledigen.


Wie bekomme ich Familie & Karriere unter einen Hut?

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Du wirst nicht so leistungsfähig sein, wie vorher.

Ein weiterer Grund für eine reservierte Reaktion Deiner Kollegen auf die frohe Botschaft hängt ebenfalls mit einer möglichen Mehrbelastung für sie zusammen.

Eine Schwangerschaft und das junge Vaterleben zehrt an Deinen Kräften und kann Dich zeitlich wie auch konzentrationsmäßig negativ beeinflussen.

Termine beim Frauenarzt halten Dich von der Arbeit ab, Du bist vielleicht nicht so bei der Sache, weil Du an Deine Frau und/oder an Deine neue Situation denkst. In den ersten Wochen raubt Dir Euer Nachwuchs den nötigen Schlaf und Du bist bei der Arbeit nur ein Schatten Deiner selbst.

All das hat zur Folge, dass Deine Kollegen mehr leisten müssen.

Wie sage ich es den Kollegen – das Was

Die Möglichkeiten, wie Du Deinen Kollegenkreis über die großartigen Neuigkeiten informierst sind recht individuell. Ich denke, es hängt von der Unternehmensgröße und dem vorherrschenden Betriebsklima ab. Bevor ich Dir ein paar Inspirationen für das wie Deiner Information gebe, möchte ich ein Denkanstöße über das was loswerden:

  • Auf Sonderfälle eingehen – weißt Du beispielsweise, dass einer der Kollegen schon seit längerem einen unerfüllten Kinderwunsch hegt, kann es korrekt sein ihn separat und vor den anderen Kollegen zu informieren.
  • Sei offen über Deine Pläne zum Thema Elternzeit – solltest Du planen in Elternzeit zu gehen, sprich es direkt an. Erkläre Deine Absichten ob und wie Du Elternzeit nehmen möchtest. Ich empfehle Dir auf jeden Fall das Thema vorher schon mit Deinem Chef besprochen und im Idealfall ein Vertretungsszenario ausgearbeitet haben. Das schafft direkt Klarheit.
  • Bitte um Verständnis für Deine Situation – vielleicht hast Du bereits einige Väter unter Deinen Kollegen? Sprich sie an und bitte Sie um Tipps wie Du mit Müdigkeit, Schlafentzug und Konzentrationsschwächen umgehen kannst. Ansonsten sprich diese Themen bei Deinen Kollegen an und bitte um ein wenig Verständnis, falls sich diese Symptome einschleichen sollten. Um den Druck aus der Situation zu nehmen, kannst Du Sie bitten Dich darauf anzusprechen, sollten Sie etwas bemerken.

Wie sage ich es den Kollegen – das Wie

Wie schon erwähnt gibt es für das wie kein richtig oder falsch. Es hängt von vielen Faktoren ab:

  • wie ist das Betriebsklima bei Euch – eher freundschaftlich oder eher formell?
  • wie haben es andere Kollegen vor Dir gemacht?
  • gibt es Kollegen denen Du näher stehst als andere?

Ein paar Ideen wie Du die Nachricht überbringen kannst:

  • veranstalte ein gemeinsames Frühstück und gestalte es als kleine Feier, ähnlich wie ein Geburtstag
  • sprich Deine Kollegen einzeln an und erzähle es jedem persönlich. Das ist sicher eher etwas für kleinere Kollegenkreise. In diesem Fall ist es sicher gut, wenn Du den Kollegen informierst, dass Du es jedem persönlich sagen möchtest, damit der Flurfunk nicht schneller ist als Du
  • lade Deine Kollegen auf ein informelles After-Work-Bier ein. In einer etwas ungezwungeneren Umgebung kommt diese, sehr persönliche Nachricht viel besser an. Darüber hinaus habt Ihr nach der Arbeit viel mehr Gelegenheit Euch auszutauschen als während der Arbeitszeit wo das Daily Business ansteht

Ein paar Gedanken zur Rundmail

Eine E-Mail ist heute ein sehr gebräuchliches Kommunikationsinstrument um viele Menschen zu erreichen. Weil es so einfach ist, wird es häufig auch missbräuchlich verwendet auch um persönliche Nachrichten zu verbreiten.

Vielleicht bin ich in diesem Punkt etwas altmodisch unterwegs – ich halte die E-Mail für den falschen Weg.

Zumindest für diesen Zweck.

kollegen rundmail

Alle Kollegen, denen Du es nicht persönlich sagen möchtest oder kannst, kannst Du es genauso gut auch nicht sagen. Wenn Eure Beziehung vielleicht rein beruflich ist oder sich Eure Gespräche auf den Kantinen-Small-Talk beschränken kannst Du es genauso gut bei dieser Gelegenheit fallen lassen oder den bereits angesprochenen Flurfunk seine Arbeit verrichten lassen.

Vielleicht planst Du eine Flasche Sekt in die Runde zu werfen, wenn Dein Kind zur Welt gekommen ist. Für die meisten Kollegen, denen Du eine Mail schreiben würdest ist, ist das immer noch früh genug.

Und jetzt?

Du siehst also, dass es nicht nur positive Reaktionen auf Dein Vaterwerden geben kann. Ich hoffe, dieser Artikel gibt Dir nicht nur ein paar Tipps wie Du Deine Kollegen informieren kannst sondern auch – und vielleicht noch wichtiger – was Du Deinen Kollegen sagen kannst.

Wie wirst Du Deine Kollegen informieren bzw. wie hast Du Deine Kollegen informiert?

Hinterlasse mir Deine Ideen in den Kommentaren.


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    4 Kommentare
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    Gast
    Kai
    7 Jahre zuvor

    Hallo zusammen,

    Ich habs relativ gerade heraus gesagt und nicht im Traum daran gedacht, dass es mir jemand übel nehmen könnte oder sich nicht mit mir und für mich freut. Musste aber feststellen, dass es tatsächlich jemanden gab, der dadurch an seinen eigenen, unerfüllten Kinderwunsch erinnert wurde. Im Nachhinein hätte ich da durchaus ein wenig sensibler vorgehen können. Aber irgendwie hatte ich auch das Bedürfnis meine Freude direkt herauszuposaunen.

    […] heikler, als die die Nachricht, dass sich Nachwuchs angekündigt – worüber papa-online mit “Ich werde Vater – wie erzähle ich es meinen Kollegen” einen lesenswerten Artikel geschrieben […]

    Gast
    Jan
    7 Jahre zuvor

    Hallo Andreas,

    sehr schöner Artikel!
    Meine Kollegen habe ich per E-Mail mit ein schönes Bild informiert.
    Es war kein großes Problem, doch dauerte es nicht lange bis die ersten Fragen kommen obwohl ich selbst noch ein bisschen perplex war und mich mit Schwangerschaft und alles drum und dran noch nicht ganz auskannte.
    Mittlerweile ist es aber schon eine Zeit her und geändert hat sich nichts. Meine Kollegen sind auch alle ganz in Ordnung und freuten sich für mich.

    Letzendlich muss jeder für sich entscheiden, wann und wie man es anderen erzählen möchte.
    Bei Beitrag ist gut und gibt einige Anregungen wie man es machen könnte.

    Viele Grüße
    Jan

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