Das Familienbett – Fluch oder Segen?

Habt Ihr Euer Ehebett für Euch? Oder kommen regelmäßig nächtliche Besucher? Das Familienbett, entweder ob freiwillig oder nicht, ist ein Thema über das in Elternkreisen reichlich gesprochen wird und zu dem es viele Meinungen gibt.

Heute suche ich die Antwort auf die Frage: Familienbett, Fluch oder Segen?

Wir haben ein riesiges Bett gekauft – 2 Meter breit und 2,2 Meter lang. Anhand dieser technischen Daten könnte man meinen, dass dieses Bett ausreichend Platz bietet. Und trotzdem hat meine Tochter es vor 2 Tagen geschafft mich, mitten in der Nacht, durch einen Tritt ins Auge (ja, ins Auge…) unsanft aus den Träumen zu reißen.

Das solche nächtliche Störungen nicht förderlich für meinen Schönheitsschlaf sind, behaupte ich nicht bloß, ich kann es sogar beweisen

Nicht nur für Eltern störend

UP screenshot gute nacht
Nacht ohne Kinder. Keine Unterbrechung und ein gleichmäßiger Rythmus von Tief- und Leichtschlafphasen.
UP Screenshot schlechte Nacht
Nacht mit Kindern. Unterbrechung gegen 2 Uhr (mitten in einer Tiefschlafphase). Danach kein gesunder Schlafrythmus mehr, nur noch leichter Schlaf.

Die nächtlichen Umzugsaktionen vom eigenen ins elterliche Bett, ist nicht nur für uns störend und damit anstrengend. Die Schlafunterbrechung, die mit dem Bettwechsel einhergeht, hat auch negative Auswirkungen auf die Kinder.

Schlaf ist für die Kinder super wichtig und zu wenig Schlaf kann auf Dauer die Entwicklung des kindlichen Hirns negativ beeinflussen.

Diesen Schluss legen zumindest einige Studienergebnisse nahe. Schüler, die in einem Langzeittest nur 15 Minuten länger schliefen, schnitten im Notendurchschnitt eine Note besser ab. In einem anderen Test kam heraus, dass eine Stunde zu wenig Schlaf, einen Sechsklässler auf den Stand eines Viertklässlers zurückwirft.

Genug und vor allem ungestörter Schlaf ist für Kinder elementar.

Angst vor der Dunkelheit

Wenn also weder Kinder noch wir Eltern etwas davon haben, dass die Kinder es nachts nicht mehr in ihrem Bettchen aushalten, warum machen sie es dann?

Kinder haben oft Angst. Angst vor dem alleine sein und vor allem vor der Dunkelheit. Wenn sie in einer der nächtlichen Leichtschlafphasen aufwachen oder schlecht geträumt haben, ist die Dunkelheit und die Stille schnell bedrückend. Das Kinderzimmer sieht anders aus, es gibt komische Schatten und Konturen im Zimmer. Das schickt die kindliche Phantasie auf eine Reise und oft ist das warme Elternbett der sichere Hafen.

Familienbett als Lösung

Eine Möglichkeit ist natürlich zu sagen, dass die Kinder es lernen müssen, alleine zu schlafen. Du kannst sie zurück in Ihr Bett bringen und das Spiel Nacht für Nacht über Euch ergehen lassen.

Oder, Du gehst das Problem von der Wurzel an und lässt Dich auf das Thema Familienbett ein.

Kinder, die in einem Familienbett groß werden, haben weniger Angst im Dunkeln.

Und wenn Du darüber nachdenkst, ist das auch ziemlich logisch. Wenn ein Kind in den ersten Jahren seines Lebens im Bett zwischen oder bei den Eltern schläft, hat es Nachts keine Angst wenn es wach wird. Es verknüpft somit keine negativen Gefühle mit der Dunkelheit und kann damit später besser umgehen.

Was Du im Familienbett berücksichtigen solltest

Wenn das Familienbett eine Option für Euch ist, gibt es folgende praktische Dinge zu beachten:

  • Raumtemperatur – die optimale Raumtemperatur liegt bei 16–18° C. Es gibt Babyfone mit eingebautem Thermometer.
  • Sicherheit – je nach dem wie klein oder groß Dein Kind ist, besteht die Gefahr das es aus dem Bett herausfällt, es sich Decken oder ähnliches über Kopf zieht oder Du es durch Überrollen erdrückst. Ein Stillkissen kann gerade bei Babies helfen es gegen diese Gefahren zu schützen in dem Du es wie einen Schutzwall um das Kind aufbaust.
  • Platzierung – wenn Ihr Euer Kind in Eurem Bett schlafen lassen wollt, ist die Mitte der sicherste Ort gegen das herausfallen. Wir haben gute Erfahrungen mit einem sogenannten Babybalkon gemacht, zumindest so lange die Kinder dort hineinpassten.
  • Einigkeit – wichtig ist, dass Du und Deine Partnerin über das Thema Familienbett einer Meinung seid. Wenn Du beispielsweise dafür bist, sie aber gar nicht schlafen kann, wenn Euer Kind in der Mitte liegt, müsst Ihr schauen ob Ihr einen Kompromiss findet (wie z. B. der Babybalkon).

Auch diese Phase geht vorbei

Wie lange Dein Kind nachts Deine Nähe braucht, ist natürlich schwer zu beantworten. Statistisch, schlafen Kinder ab dem dritten Lebensjahr durch und brauchen die Nähe der Eltern weniger.

Bei uns scheint es etwas länger zu dauern, doch wir sind positiv gestimmt, dass wir unser Bett immer häufiger für uns haben. Am Ende geht es dann doch schneller als Du denkst. Vor einigen Wochen fing unser Sohn an, gar nicht mehr bei uns oder seiner Schwester schlafen zu wollen, sondern nur noch in sein Bett wollte.

Was Du noch tun kannst.

Falls Du, übrigens wie wir, Dein Kind nicht konsequent die ersten Lebensjahre im Elternbett hast schlafen lassen, heißt dass nicht das Du jetzt bis zum Ende der Grundschulzeit Dein Kind auf der Besucherritze haben wirst.

Da Du jetzt weißt, dass die Angst vor der Dunkelheit der Grund für nächtliche Besuch in Deinem Bett ist, kannst Du immer noch Maßnahmen ergreifen:

Rituale einführen

Angst entsteht, wenn Kinder zu viel nachdenken. Sie liegen im Bett, es ist Dunkel und im Kopf beginnt ein Film zu laufen. Durch Zu-Bett-Geh-Rituale standardisierst Du das schlafen gehen.

Die gleiche Uhrzeit, der gleiche Ablauf, all das hilft dem Kind herunter zu fahren und in den Schlafmodus zu kommen.

Das Ergebnis ist ein ruhigerer Schlaf und weniger Aufwachen.

Dunkelheit vermeiden

Kinder brauchen keine absolute Dunkelheit um einschlafen zu können. Wenn Du irgendwo im Zimmer eine kleine Lichtquelle aufstellst, ist es nicht mit absoluter Dunkelheit konfrontiert, wenn es nachts aufwacht. Es sieht, dass alles OK ist und kann wieder ruhig einschlafen.

Mein Tipp ist die My Buddy Nachttischlampe . Wir haben sie in beiden Kinderzimmern und sind damit mehr als zufrieden – wie Du in meinem Testbericht nachlesen kannst.

Was denn jetzt – Fluch oder Segen?

Die Frage muss ich leider zurück spielen, denn jeder erlebt und sieht dieses Thema anders.

Uns war früher nicht klar, dass das Familienbett ein Instrument sein kann, um bei unseren Kindern der Angst vor der Dunkelheit vorzubeugen.

Hätten wir es gewusst, wären wir bestimmt deutlich bewusster damit umgegangen. Wir haben stattdessen die Kinder in ihren Betten schlafen lassen, leben aber damit, dass sie regelmäßig zu uns kommen.

Es ist wahr, dass es mit der Zeit immer besser wird, denn wir haben immer mehr Nächte in denen unser Bett nur meiner Frau und mir gehört (die Lücke in der Mitte bleibt gewohnheitsmäßig trotzdem frei).

Wenn Du mich fragst was das Familienbett denn nun ist – Fluch oder Segen – ist meine Antwort „beides“.

Fluch, weil ich einfach nicht so gut schlafe wie sonst und auch schon einmal mit blauem Auge oder eine verspannten Schulter aufwache.

Segen weil es mir immer ein Lächeln aufs Gesicht zaubert wenn ich neben mich schaue und meine schlafenden Kinder sehe. Es ist wahrscheinlich einer der Tricks von Mutter Natur, warum Kinder im Schlaf aussehen wie Engel.

Ich bin der Meinung, dass unsere Kinder sich noch früh genug von uns lösen werden – da genieße ich doch gerne jede Gelegenheit mit ihnen und verzichte dafür gerne mal auf die eine oder andere Minute Schlaf.

Was denkst Du über das Familienbett – Fluch oder Segen? Poste Deine Meinung als Kommentar. 

Letzte Aktualisierung am 16.10.2021 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API


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    Gast
    5 Jahre zuvor

    Ich bin Vater von zwei wunderbaren Söhne und bereits vor der Geburt meiner Söhne habe ich mich dran gesetzt, um mir und meiner Familie ein wunderschönes Familienbett zu bauen. Heute 5 Jahre später lieben wir das gemeinsame Träumen immer noch heiß und innig. Die Kinder werden so schnell groß, die Zeit muss man genießen, in der sie noch die Nähe ihrer Eltern suchen. Das hier ist übrigens unser Familienbett samt Bauanleitung:

    http://familienbetten.net/bauanleitung-familienbett-otto/

    Gast
    6 Jahre zuvor

    Für alle, die genug Platz im Schlafzimmer haben, ist das Original-RIMA-Familienbett vielleicht genau das Richtige: http://www.familienbett.at
    Das ist keine Werbung, sondern ein Lösungsangebot

    Wir haben vier Kinder und da war immer zu wenig Platz – bis ich das Familienbett entwarf. Und wenn die Kids mal nicht mehr wollen, lässt es sich mit ein paar Handgriffen wieder in ein normales Doppelbett verwandeln. Endlich erholsam schlafen…

    Gast
    6 Jahre zuvor

    Über acht Stunden im Bett? Ich bin mehr als neidisch. Bei mir sind es keine sieben, und eng ist es auch noch. Ich möchte es trotzdem nicht missen die Kleinen dabei zu haben.

    Gast
    7 Jahre zuvor

    Wir praktizieren das XXL-Familienbett mit über 4 Metern Breite (+Reisebett am Fußende). Unsere fünf Kinder schlafen vom Baby bis zum 5jährigen alle mehr oder weniger regelmäßig bei uns und wir genießen das – meistens jedenfalls. Anstrengend macht es bisweilen allerdings unser Kater, der sich mitten in der Nacht auch noch gerne auf Füße, Bäuche oder Arme legt. 😉

    Gast
    7 Jahre zuvor

    Schöner Artikel! Unsere Tochter ist 6 Jahre und hat Phasen. Die Phasen haben sogar einen Rhythmus. Alle 3-4 Monate kommt sie für ungefähr eine Woche Nachts zu uns. Uhrzeit ist immer zwischen 3 und 5 Uhr.

    Ich habe da gar nichts gegen. Denn ich denke das sich das Kind das, holt was es braucht.

    Mein Pflegesohn hat bisher noch nie das Verlangen gehabt. Der schläft wie ein Stein bis 6 Uhr morgens.

    Lasst es euch gut gehen,
    Thomas

    Gast
    7 Jahre zuvor

    Ein interessantes Thema! Unser Sohn ist mittlerweile 5…und trotzdem kommt er jede Nacht (irgendwann zwischen 12 und 5) zu uns…ich finde das gar nicht schlimm…ich glaube gerade Jungs brauchen diese Geborgenheit mitten in ihrem „Cool-Werden“…tagsüber ist es ihm unangenehm, wenn ich ihn in der Öffentlichkeit knutsche oder umarme…ich denke, er braucht es aber und holt sich diese Nähe nachts einfach zurück. In anderen Kulturen ist es ja auch ganz normal, dass die Kinder lange bei ihren Eltern schlafen…Liebe Grüße, Nadja

    Gast
    7 Jahre zuvor

    Schöner und interessanter Artikel.

    Wir waren eigentlich gegen ein neues Bett, als der Gedanke aufkam. Auch, weil wir Wiege und Kinderbett schon haben. Mittlerweile aber, nach 12 Wochen und den Erfahrungen mit einem Baby im Elternbett, wollen wir langsam umdenken. Sie schläft eben nur dort.
    Vielen Dank.
    Johnny

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