Leben als Vater

Kinderfotos auf Facebook? Wann, wann nicht und wie?

Gehören Kinderfotos überhaupt auf ein Portal wie Facebook?

Warum eigentlich nicht?

Facebook ist ein soziales Netzwerk, in dem ich mit meinen Freunden und Bekannten im Austausch stehe. Warum sollten Kinderbilder hiervon also ausgenommen werden?

Ja, Kinderfotos auf Facebook ist ein heißes Thema zu dem es 1.000 Meinungen und Bedenken gibt. Daher möchte ich mich in diesem Artikel dem Thema von der Seite nähern, aus welchen Gründen Du Kinderfotos auf Facebook posten solltest und wie Du dieses am besten machst.

Was haben Kinderfotos überhaupt auf Facebook verloren?

Facebook ist das soziale Medium in Deutschland überhaupt. Wir Deutsche sind die 10. größte Nation auf Facebook (obwohl wir gemessen an der Bevölkerung nur auf Platz 16 stehen). Über 26 Millionen Deutsche hatten, bis Mitte 2013, einen aktiven Facebook Account. Tendenz deutlich steigend.

Die Chancen stehen also hoch, dass Du und ich ziemlich viele Leute auf Facebook kennen, mit ihnen vernetzt sind und das auch wollen.

Wir nutzen Facebook um uns über die Befindlichkeiten des anderen zu informieren, zu sehen was in seinem Leben so vorgeht oder einfach nur um lose Konversationen zu halten.

Ich weiß nicht wie es Dir geht, aber ohne Facebook hätte ich mit vielen Menschen, denen ich irgendwann in meinem Leben einmal begegnet bin, keinen Kontakt mehr.

Ich persönlich teile auf Facebook, was in meinem Leben vor sich geht. Dass sind große Lebensereignisse wie die alltäglichen Banalitäten (ich bekenne mich schuldig mein Essen zu fotografieren und zu veröffentlichen).

Natürlich gehört es für mich auch dazu Familienbilder zu posten. Ich möchte ja, das meine Freunde und verbundene Familienmitglieder sehen wie sich unsere beiden entwickeln.

Wissen warum Du postest

Ich denke, dass ist ein ganz entscheidender Aspekt bei der Frage ob Kinderfotos auf Facebook etwas zu suchen haben oder nicht. Es gibt, aus meiner Sicht der Dinge, Situationen und Bilder die gehen und welche die eben gar nicht gehen.

Wann sind Kinderfotos auf Facebook OK?

Das ist meine Meinung und vielleicht siehst Du es ja etwas anders, aber ich finde es OK private Fotos – auch von meinen Kindern – auf Facebook zu posten, wenn ich damit meine Freunde und Familie an einem Ereignis teilhaben lassen möchte.

Im Grunde genommen ist es ja nicht viel anders, als wenn Du Fotos per E-Mail versendest.

Wann sind Kinderfotos auf Facebook nicht OK?

Ich denke, jeder sollte sich vor dem Klick auf hochladen fragen “Warum möchte ich dieses Foto posten?“.

Schaust Du Dir heute mal die Bilder im Netz so an, wird viel zu oft gedacht „och, das ist ja lustig…“.

Ein schlechtes Motiv etwas zu posten – besonders Bilder Deiner Kinder.

Deine Kinder wachsen in einer Welt auf, die immer mehr online ist. Bilder die Du heute ins Netz lädst und mit denen Du heute Deine Timeline belustigst, können irgendwann einmal der Cybermobbing-Horror Deines Kindes werden.

Facebook ist nicht gleich die Öffentlichkeit

Damit hätten wir zunächst einmal den Punkt abgehakt, welche Kinderfotos auf Facebook landen können und welche lieber nicht.

Habe ich Dich immer noch nicht überzeugt, dass das OK ist?

Vielleicht meinst Du ja dass alles öffentlich ist was auf Facebook gepostet wird?

Ich sehe das nicht so.

Facebook ist nicht gleich die Öffentlichkeit. Beispiel gefällig?

Ich habe wirklich viel privates von mir und von meiner Familie auf Facebook gepostet. Versuch doch mal da ran zu kommen.

Ich gebe Dir sogar den Link zu meinen privaten Profil.

Was Du dort findest ist so privat wie eine Visitenkarte.

Wie Du Facebook als soziales Netzwerk nutzt und den Rest der Welt draußen lässt

Der Artikel lässt sich bis hierhin in wenige zentrale Aussagen zusammenfassen.

  • Facebook ist ein tolles Kommunikationsmittel um mit Deinen Freunden und Deiner Familie in Kontakt zu sein und auf dem Laufenden zu bleiben.
  • Es ist OK Kinderfotos auf Facebook zu posten, wenn es mit den richtigen Motiven und nicht dem Zweck der Selbstdarstellung passiert.
  • Du kannst Facebook nutzen und dort sehr private Dinge teilen, ohne dass es alle Welt mitbekommt.

Und wie das genau geht, dass erkläre ich Dir jetzt.

Wie Du Facebook richtig sicher nutzt

Ich habe ca. 270 Freunde auf Facebook und liege damit unter dem Durchschnitt der Facebook Nutzer (340 Freunde ist Durchschnitt).

In meinem Freundeskreis ist alles vertreten. Alte Schulfreunde, Familie, ehemalige Kollegen, aktuelle Kollegen, enge und entfernde Bekannte, etc. Aus allen meinen Lebensbereichen haben sich irgendwelche Facebook-Freundschaften ergeben.

Vor einiger Zeit habe ich mich mal gefragt, wie ich denn diese Vielzahl von Freunden optimal ansprechen könnte. Ich habe versucht mit meinem Account Sinn für meine verschiedenen Verbindungen zu stiften. Das ist es schließlich, was ein Netzwerk im Idealfall tut.

Ich fand, dass es für meine beruflichen Kontakte recht uninteressant sein dürfte, wie ich mit meinen Kindern am Heiligabend Geschenke auspacke oder eine Arschbombe in den Pool unter Italiens Sonne mache. Wiederum für meine Freunde und Verwandten dürfte es ziemlich langweilig sein, meine Links über Industriethemen und dergleichen zu lesen.

Schritt 1: Facebook Listen

Facebook hat irgendwann die sogenannten Listen eingeführt. Hier kannst Du Deinen Freundeskreis etwas genauer umreissen. Ich habe hier Listen für Freunde, Familie, Bekannte, Arbeitskollegen, etc. angelegt.

Du kommst zum Bereich Listen in dem Du, in der linken Seitenleiste bis zu dem Punkt Freunde. Wenn Du mit Deiner Maus dort drüber gehst, erscheint der Menüpunkt „Mehr“.

Kinderfotos auf Facebook 1

Klickst Du hier drauf, öffnet sich eine Übersicht mit all den bereits eingestellten Listen.

Kinderfotos auf Facebook 2

Du kannst jetzt anfangen Deine Listen zu benennen.

Kinderfotos auf Facebook 3

Hast Du Deine Liste erstellt, klickst Du einfach darauf und kannst beginnen Deine Freunde zu der Liste hinzuzufügen.

Kinderfotos auf Facebook 4

Schritt 2: Privatsphäreneinstellung

Wenn Du erstmal Deinen Freundeskreis in Schubladen gepackt hast, ist es ganz einfach über die Privatspähreneinstellung anzupassen, wer Deine Beiträge in Zukunft sieht.

Das schwierigste dabei ist es erst einmal, die Privateinstellungen zu finden. Klicke hierfür rechts neben Deinem Namen auf das dunkelblaue Dropdown Menu

Kinderfotos auf Facebook 5

Dort klickst Du auf „Einstellungen“

Kinderfotos auf Facebook 5a

und dann auf den Unterpunkt Privatsphäre

Kinderfotos auf Facebook 6

Hier kannst Du nun definieren, welche Liste Deine Beiträge sehen kann.

Kinderfotos auf Facebook 7

Kinderfotos auf Facebook 8

Schritt 3: Posten

Möchtest Du ein Foto oder einen Beitrag posten und einer bestimmten Gruppe/Liste sichtbar machen, kannst Du dies für jeden Post auch unterschiedlich machen. Klicke einfach auf das Dropdown neben Posten und wähle aus, wer den Beitrag sehen kann.

Kinderfotos auf Facebook 9

Das funktioniert auch von Deinem mobilen Gerät. Tippe auf das Feld neben An: und wähle die Liste Deiner Wahl aus.

Kinderfotos auf Facebook 10

Also?

Um die Frage zu Anfang noch einmal aufzugreifen “Gehören Kinderfotos überhaupt auf ein Portal wie Facebook?“

Es kommt drauf an.

Es kommt nämlich darauf an ob Du damit ein Ziel verfolgst oder ob Du einfach nur Dich selbst profilieren willst.

Es kommt auch darauf an wer das Bild sehen darf und wer es vielleicht nicht sehen soll und ob Du entsprechende Filtermöglichkeiten von Facebook nutzt.

Wenn Du Dir vor dem hochladen eines Fotos darüber Gedanken gemacht und für Dich eine Antwort gefunden hast, dann finde ich es durchaus OK Kinderfotos auf Facebook zu posten.

Jetzt Du

Was denkst Du von Kinderfotos auf Facebook?

Schreib mir Deinen Kommentar.


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    10 Kommentare
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    Gast
    Unknown
    3 Jahre zuvor

    Ich bleibe da oldschool – die wirklich wichtigen Menschen besuchen meine Familie (können da Fotos sehen – da gibt es diese Dinger – genannt „Fotosalben“ ) oder nehmen sowieso an den Veranstaltungen meines Kindes mit teil. Ich poste aber generell kaum Bilder. Selbst in Messengern oder per Mail. Bei all den Pannen habe ich kein Vertrauen in FB. Als ITler weiss ich dass Sicherheitsrichtlinien ganz nett auf dem Papier aussehen, aber in echt…Für Arbeitskollegen gibt es extra Sites wie xing/linked in btw. . Das trenne ich strikt. Und ich bin total unter dem Durchschnitt, was irgendwelche Pseudo FB Kontakte angeht und schaffe es trotzdem, die mir wichtigen Personen nah bei mir zu halten. Selbst wenn die am Ende der Welt wohnen.

    Was klar ist, langfristig laden vllt. später Andere Bilder meines Kindes hoch – ist dann so. Solange ich es aber mit bekomme und beeinflussen kann, sollte mir das Bildkontext nicht gefallen, werde ich das auch tun.

    Ich weiss was Mobbing mit jemanden macht, und das hat mit dem Internet ekehalfte Züge angenommen. Von den ganzen seltsamen Menschen draussen mal abgesehen.

    Ich möchte dennoch unterstreichen, dass ich im Vgl. zu vielen Anderen meine Meinung keinen aufdrücken will. Jeder soll es händeln, wie er möchte.

    Gast
    6 Jahre zuvor

    Das Thema kann man aus unterschiedlichsten Perspektiven beleuchten. Doch meist gehen die Artikel aus meiner Sicht nicht weit genug, sondern hören an einer bestimmten Grenze auf. Meist der eigenen. Gehen wir mal einen Schritt weiter und stellen uns folgende Fragen:

    1. Werden Kinder bereits im Kindergarten zu Außenseitern, wenn sie nicht online abgebildet werden dürfen. Schließlich fehlen sie dann auf sehr vielen Aufnahmen und werden ihre Eltern irgendwann fragen: „Sag mal, wieso gibt es eigentlich keine Fotos von mir aus der Kindergarten/Schulzeit etc.

    2. Wann betrifft ein Foto dich, wann andere Menschen? Ein gutes Beispiel ist das letzte Bild in deinem Artikel, wo eine Gruppe an Kindern zu sehen ist. Rechtlich gibt es da natürlich nichts zu beanstanden, da die Gruppe groß genug ist. Was aber, wenn die Eltern eines der Kinder es absolut ablehnen würden, dass du das Bild hier im Blog veröffentlichst? Sie hätten überhaupt keine Chance.

    Anders gesagt: soziale Netzwerke funktionieren dem schönen Anschein nach ja so, dass man sich mit Freunden dort verbindet. Freunden aus alten und aktuellen Zeiten. Die Schwierigkeit beginnt aus meiner Sicht, wenn Menschen es nicht mehr selbst in der Hand haben, ob ein Foto von ihrem Kind irgendwo online ist oder nicht. Wenn Menschen nicht mehr frei entscheiden können, ob sie eine Verbindung zu einem anderen Menschen sichtbar machen wollen oder nicht. Und das wird immer mehr der Fall.

    Hierzu könnte ich vielleicht mal einen Artikel schreiben. Die unfreiwillige Sammlung an Kinderfotos im Netz. Oder so. Hätte da unendlich viele Beispiele.

    Ansonsten bleibt es jedem selbst überlassen, wann was wo geteilt wird 😉

    […] Kinderfotos auf Facebook? Wann, wann nicht und wie?  Papa-Online zum Ersten: Eine wirklich ausführliche und tolle Anleitung zum Thema Kinderfotos auf Facebook. […]

    Gast
    7 Jahre zuvor

    Dank für den Artikel! Ich gehöre da sicher noch zu der „alten Gilde“ und gehe generell mit privaten Dingen auf Sozialen Netzwerken sehr sparsam um. Aber du hast das Thema mit deinem Artikel aus mehrere Perspektiven betrachtet und mich dadurch auch noch einmal zum Überdenken meiner Ansichten gebracht. Viele Grüße!

    Gast
    Björn
    7 Jahre zuvor

    Einen Aspekt vermisse ich aber in diesem Artikel: Zwar nutze ich Facebook auch sehr gerne und intensiv, aber der Aussage „Facebook ist nicht die Öffentlichkeit“ kann ich so nicht zustimmen. Ich sehe ein Problem darin, dass Fotos, die einmal bei Facebook landen, möglicherweise der Kontrolle entgleiten. Du weißt nicht, wer aus deinem „Freundes“kreis diese Fotos möglicherweise weiterverbreitet, du weißt nicht, was der Konzern Facebook mit den Bildern alles anstellt, und du weißt auch nicht, wann die nächste Sicherheitslücke kommt, die möglicherweise die eigentlich „privaten“ Fotos doch öffentlich stellt. Insofern sollte man da durchaus skeptisch und vorsichtig agieren, denke ich. (Nichtsdestotrotz haben wir es auch nicht ganz vermieden, das ein oder andere Kinderfoto zu posten 😉

    […] Das Posten von Kinderfotos in sozialen Netzwerken ruft oft Kritik hervor. Wieso das, fragt Andreas und meint: Kinderfotos auf Facebook? Wann, wann nicht und wie? […]

    Gast
    7 Jahre zuvor

    Ich finde deinen Ansatz sehr gut und durchdacht. Tatsächlich sehe ich über meinen Facebook Account noch viel zu viele „Bekannte“, die weder Listen noch ihre Privatsphäreneinstellungen pflegen und so letztlich alles öffentlich teilen.

    Gast
    7 Jahre zuvor

    Hallo Andreas,
    danke für deinen spannenden Artikel und vor allem gleich mit praktischen Hinweisen, wie man denn genau bei Facebook die Privatsphäre einstellt.
    Ob man nun Bilder teilt oder ganz darauf verzichtet, die Meinungen sind da sehr breit gestreut. Ich habe vor einiger Zeit einmal ein paar Eltern dazu befragt und darüber gebloggt. Vielleicht passt es ja zu deinem Beitrag als Ergänzung. 🙂

    http://chaoshoch2.com/2014/11/24/kinderfotos-im-social-web/

    Gast
    Mio
    7 Jahre zuvor

    Vielen Dank. Das ist, aus meiner Sicht, einer der besten Artikel zu dem Thema. Schön differenziert, aber knapp und sachlich zugleich. Ich Handhabe es genauso und befürchte nicht mich später dafür vor meinen Kindern rechtfertigen zu müssen. Und Mobbing gab es auch schon immer und nichts hilft besser dagegen als ein solides Selbstwertgefühl.

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