Vereinbarkeit von Familie und Beruf hinbekommen

Vereinbarkeit von Familie und Beruf als Vater [Überraschung]

Vereinbarkeit von Familie und Beruf als Vater ist ein echtes Problem, dass bei all der Diskussion über Frauenquote und Co. gerne übersehen wird. Darum wollen wir uns in diesem Artikel darum kümmern. Wir schauen uns das Problem an sich an und korrigieren den Blickwinkel auf das Thema (ist leider oft notwendig). Schließlich bekommst Du ein paar praktische Tipps wie Du es für Dich hinbekommst, Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen.

Warum ist Vereinbarkeit von Familie und Beruf auch für Dich als Vater ein Thema?

Würdest Du Dir jemand fremden vorschreiben lassen, wie Du Deine Kinder großziehst? Wie oft Du sie siehst?

Sicher nicht.

Gerade bei Dingen, die uns so wichtig sind, vertrauen wir nicht gerne auf andere. Wir nehmen Dinge selbst in die Hand.

Richtig?

Fast.

Denn wenn ich mir die aktuellen Diskussionen ansehe, gibt es eine Ausnahme. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf als Vater. 

Mittlerweile ist bekannt, dass auch wir Väter ein Thema damit haben. Wir wollen Karriere machen aber auch Verantwortung in der Familie übernehmen.

Ich bin seit 2008 Vater. Seitdem hat sich vieles entwickelt, dass ich gerne gehabt hätte. Bei mir war das Elterngeld ein absolutes Novum, über das ich mich sehr gefreut habe. Für alles andere habe ich gekämpft.


Wie bekomme ich Familie & Karriere unter einen Hut?

Lerne wie Du Familie und Job kombinierst, ohne einen der beiden Bereiche zu vernachlässigen. 


Die Elternzeit war gerade in den Anfängen und hatte sich zu meinem Chef noch nicht rumgesprochen. Ich musste schwer argumentieren, um mir mit meinem Home Office ein kleines bisschen „Vereinbarkeit“ für mich durch zu setzen.

Deshalb habe ich einen anderen Blick auf die Diskussion rund um die Vereinbarkeit. Klar verstehe ich es. Ich finde nur teilweise nehmen Väter zu sehr die Ohnmachtsposition ein und ergehen sich in ihr Schicksal (etwas überdramatisch ausgedrückt, ich weiß).

Ja, es gibt immer noch einige Hürden zu überwinden. Da wäre zum einen die Akzeptanz in der Berufswelt. Für viele Männer ist es ein Risiko Elternzeit zu nehmen. Es gibt Frauen, die ihren Mann lieber bei der Arbeit als zu Hause sehen. Freunde oder Familie schauen belustigt, wenn Du Dich entscheidest beruflich kürzer zu treten.

Da ist noch Luft nach oben.

Wenn Du Papa wirst hast Du eine gewisse Vorstellung, wie Dein Leben mit Kind aussehen soll. Wie Du Dich einbringen möchtest. Wenn das aufgrund schlechter Rahmenbedingungen nicht geht, nervt das.

Vielleicht versetzt es Dir einen solchen Dämpfer, dass Du die Vaterrolle, wie Du sie gerne leben würdest, als überzogene Erwartungshaltung abstempelst. Sie landet dann in der dunklen Schublade der unerfüllten Träume. Du fügst Dich in Deine Rolle als Ernährer und siehst ein, dass Deine Eltern Recht hatten.

Mann ruht sich aus

Vereinbarkeit von Familie und Beruf als Vater ist nichts was das Du bekommst, sondern was Du erschaffst. 

Das wäre ebenso verständlich wie tragisch. Denn damit würdest Du das Glück und die Zukunft Deiner Kinder, Deiner ganzen Familie in die Hände von Dritten legen.

Du kannst nicht darauf warten, dass andere Deine Probleme für Dich lösen. Du muss schon selbst anpacken.

Dabei ist es wie bei allen großen Projekten – es beginnt mit dem ersten Schritt.

Wie Du für Dich als Vater die Vereinbarkeit von Familie und Beruf hinbekommst

Lass uns erst einmal ausbreiten, um was es geht. Du möchtest Zeit mit Deiner Familie verbringen können und weiter die Brötchen verdienen. Das ist das Große ganze, richtig?

Dabei ist „Zeit“ das Stichwort.

Wie viel Zeit brauchst Du für die Kinder?

Um Dich als Papa ausleben zu können, möchtest Du viel Zeit mit Deinen Kindern verbringen. Wenn wir über „viel Zeit“ sprechen, denkst Du an viele Minuten und Stunden. Was wenn wir die Definition anders auslegen? Was wenn wir statt von Menge als Quantität von Qualität sprechen?

Dasein ist nicht das gleiche wie da sein. 

Du kannst viele Stunden bei den Kindern sein und sie haben davon nichts, weil Du auf dem Sofa liegst und fern siehst oder ständig auf Dein Handy schaust. Bist Du aber auch nur eine Stunde zu Hause und lässt ihnen Deine ganze Aufmerksamkeit zukommen, haben Sie deutlich mehr davon.

mann sitzt am Computer um darzustellen, dass Vereinbarkeit von Familie und Beruf als Vater nichts hilft, wenn Du die Zeit nicht gut nutzt

Interesse und Engagement ist unabhängig von Anwesenheit 

Eine Forsa Umfrage hat ergeben, dass es zu den Aufgaben eines guten Vaters gehört sich für das Kind zu interessieren. Was alles bei solchen Umfragen herauskommt.

Gut, nehme ich.

Hat Interesse und Engagement immer etwas mit Zeit zu tun?

Nur damit kein falscher Eindruck entsteht, natürlich geht vieles leichter, wenn Du zu Hause bist. Der Punkt ist der, es gibt nicht den einen Weg. Abends mit dem Kind den Tag Revue passieren zu lassen, für Elternabende eher aus dem Büro verschwinden, einen halben Tag frei nehmen um einen Schulausflug zu begleiten. Das geht alles auch ohne Teilzeit oder 30 Stunden Woche.

Den eigenen Egoismus auf die Seite schieben 

Ein Problem, dass ich erlebe ist, dass viele Väter ein verträumtes Bild davon haben, wie die Zeit mit Ihren Kindern aussieht. Das sind Hochglanzbilder, die den gestylten Papa und das Kind glücklich durch die Stadt flanierend zeigen oder die tollen Ausflüge auf Spielplätze, Jahrmärkte oder Freizeitparks.

Wenn Du ehrlich bist, ist das egoistisch. Du hast ein Bild, dass Du erfüllt sehen möchtest.

Hat Dein Kind davon genau so viel?

Nein.

Deinem Kind ist es egal ob Ihr etwas (in Deinen Augen) tolles unternehmt oder ob Ihr zu Hause einen Kuchen backt.

Dem Kind ist es viel wichtiger mit Dir zusammen zu sein.

Junge spielt im Wald und schaut zu seinem Vater auf um zu zeigen, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf als Vater dazu dient um Zeit mit den Kindern zu verbringen

Finde Deine eigene Vereinbarkeit

Ich finde es super, dass die Wichtigkeit von Vätern heute endlich stattfindet. Es ist gut, das eine Diskussion entstanden ist.

In unserer Arbeitswelt muss sich für alle etwas verändern, so dass sich das Berufs- und Familienleben besser mit einander verzahnen lässt. Hierdurch ist der Begriff „Vereinbarkeit“ entstanden um ein Vokabular zu haben.

Der unschöne Nebeneffekt ist, dass daraus Standards werden, die alle zu erreichen versuchen. Work-Life-Balance ist ein vergleichbares Beispiel das mehr verwirrt als hilft.

Es gibt kein Muster

Dabei kann es bei so etwas individuellem wie der eigenen Lebensgestaltung kein Muster geben. Was für Deinen Nachbarn funktioniert, passt bei Dir noch lange nicht.

Ich halte es daher für falsch, sich an irgendwelchen Standards zu orientieren. Du und Deine Familie, Ihr müsst für Euch schauen was funktioniert und wie Ihr glücklich werdet. Es ist schließlich Eure Familie und Euer Leben.

Verfolge Deinen Plan

Das heißt für Dich, dass Du der Vater bist, der Du sein möchtest und nicht wie irgendein Vater in einem schönen Magazin vorgibt zu sein. Du hast eigene Werte, eigene Vorstellungen davon, was Du Deinen Kindern mitgeben und bieten möchtest.

Nur wenn Du weißt, wo Du hinmöchtest, kannst Du überlegen wie Du da hin kommst.

Schritt für Schritt

Bei der Umsetzung Deines Planes gibt es kein „Alles oder Nichts“. Oder kümmerst Du Dich nicht um Deine Kinder wenn Du es nicht schaffst vier Stunden am Tag bei ihnen zu sein?

Vermutlich nicht.

Vielmehr gehört das Papasein für Dich in Dein Leben und dort baust Du es ein. Du schaust wie Du die verschiedenen Bereiche in Deinem Leben ausbalanciert bekommst. Meist ist es eher eine Evolution statt einer Revolution.

Mann geht die Treppe hoch - als Analogie für die schrittweise Umsetzung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf als Vater

Du bist ein Pionier

Anders als Dein Vater, hast Du keinen bequemen, ausgetrampelten Weg vor Dir, den Millionen andere Männer genommen haben. Du willst es nicht so machen, wie die Generation vor Dir. Daher ist Deine größte Herausforderung, dass Du keine Vorbilder hast. Nichts an dem Du Dich orientieren kannst. Du beschreibst ein komplett weißes Blatt.

Das ist aufregend und vor allem nicht leicht. Und gerade da liegt die Gefahr. Wenn es schwierig wird stellst Du in Frage, was Du erreichen möchtest. Die Versuchung entsteht, den einfachen Weg einzuschlagen.

Aber das möchtest Du nicht. Du möchtest Dein Vatersein bestimmen und gestalten. Lass Dich nicht von irgendwelchen Normen leiten. Vor allem warte bitte nicht, bis irgendjemand Dein Leben für Dich regelt. Wenn Du so etwas wichtiges und einmaliges wie das Papasein in die Hände von anderen legst, bin ich mir ziemlich sicher, dass Du es irgendwann bereuen wirst.

Finde stattdessen Deinen eigenen Weg. Zieh Dein Ding durch und Du wirst Deine Vereinbarkeit von Familie und Beruf finden.

Und jetzt?

Erfahre auf meiner Facebook Seite, wie andere Väter Ihre Vereinbarkeit von Familie und Beruf als Vater meistern und teile Deine Erfahrungen dort oder als Kommentar hier im Blog.


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