Wobei können (sollen) Kinder im Haushalt helfen?

Irgendwann wünschst Du Dir, dass Deine Kinder im Haushalt helfen. Warum sollten die Eltern die ganze Arbeit machen? Meist kommt dieser Wunsch dann, wenn Deine Kinder Dir eine wirkliche Hilfe sein könnten. In diesem Artikel geht es darum, warum das aber der falsche Zeitpunkt ist.

Ich bin genau an dieser Stelle. Unsere Kinder sind jetzt in einem Alter, in dem sie gut mit anpacken können. Steffi startet beruflich wieder durch – da wäre etwas Unterstützung und vier helfende Hände sehr praktisch. Leider klappt das meist nicht.

Daher ist dieser Artikel ein Beispiel, wie Du es besser nicht machst. Es geht darum, wann Du Deine Kinder im Haushalt einbinden kannst (und solltest). Wir schauen uns an warum das so wichtig ist und wo die Grenze liegt zwischen Hausarbeit und belohnenswerten Zusatzaufgaben.

Warum Kinder im Haushalt helfen sollten

Damit Du mehr Zeit für Dich hast? Damit Du zum Sport gehen kannst oder endlich mal die letzte Staffel Game of Thrones sehen kannst, ohne bei der Hälfte einzuschlafen?

Das wären alles ziemlich egoistische Gründe und so etwas sieht uns Vätern gar nicht ähnlich. Außerdem gibt es wirklich bessere Gründe:

Teamwork

Kinder können nicht früh genug lernen, Teil von etwas zu sein, dass größer ist als sie selbst. Aufgaben im Haushalt zu übernehmen ist, an etwas mitzuarbeiten. Ohne Teamwork funktioniert heute nichts mehr. Die Mithilfe im Haushalt ist eine prima Gelegenheit, dieses Mindset frühzeitig zu erleben.

Verantwortung

Aufgaben übertragen zu bekommen und für diese „verantwortlich“ zu sein, führt Kinder langsam und behutsam an dieses Gefühl heran. So lernen sie fast spielerisch Verantwortung zu übernehmen und können später damit viel besser umgehen.

Linktipp: 4 Tipps wie Du Deinem Kind die Aufmerksamkeit schenkst, die es braucht


Wie bekomme ich das mit der Erziehung richtig hin?

Lerne wie Du Dir einen Erziehungskompass baust, der Dich sicher durch alle Phasen Deines Vaterlebens manövrierst. 


Selbstbewusstsein

Kennst Du das gute Gefühl, etwas erledigt zu haben? Genau dieses Gefühl werden Deine Kinder bekommen, wenn Sie eine Aufgabe im Haushalt erledigt haben. Sie sehen, was sie alleine schaffen können, wie das anderen hilft und zum großen Ganzen beiträgt. Kaum etwas gibt ihnen mehr Selbstbewusstsein und Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten.

Welche Aufgaben können Kinder im Haushalt übernehmen?

OK, wir haben geklärt, dass es für alle Beteiligten positiv ist, wenn Kinder im Haushalt anpacken. Aber was können sie machen?

Alles.

Und zwar irgendwann.

Ich spare Dir jetzt die üblichen Auflistungen der möglichen Aufgaben geordnet nach Kindesalter. Ich verlinke Dir hier 2 Artikel dazu:

Welche Aufgaben Kinder ab welchem Alter im Haushalt übernehmen können

Welche Aufgaben Deine Kinder im Haushalt erledigen können – je nach Alter

Stattdessen möchte ich Dir eine Idee für die Herangehensweise geben, nach der ihr gemeinsam Aufgaben auswählen könnt.

Welche Aufgaben stehen im Haushalt an?

Es ist wie bei so vielen Dingen. Um zu wissen, wie man Dinge angeht, braucht es einen Überblick. Ich bin ein Freund von Listen. Erstellt deshalb eine Liste mit all den Dingen die täglich, wöchentlich, monatlich oder vielleicht sogar jährlich im Haushalt anstehen.

Das schöne an solchen Listen ist, dass es deutlich macht, wer sich heute um all die Dinge kümmert. „Ach Zimmer aufräumen steht einmal die Woche auf der Liste von Papa? Wenn ich vielleicht jeden Tag ein bisschen aufräume, muss das ja gar nicht mehr auf der Liste stehen.“

Solche Gespräche können aus dem Zusammentragen der Aufgaben zu einer Liste herauskommen (vielleicht träume ich auch einfach nur ein bisschen – weck mich bitte nicht auf…).

Wer macht welche Aufgaben gerne?

Müssen Aufgaben im Haushalt immer etwas sein, dass man möglichst vermeiden möchte? Vielleicht kannst Du die Aufgabenverteilung in etwas positives drehen?

Ich für meinen Teil mähe sehr gerne Rasen. Diese 60 Minuten hinter dem Rasenmäher her zu laufen sind für mich wie Meditation. Die Gedanken haben freien Lauf und ich komme auf die interessantesten Ideen (wusstest Du, dass die Idee zu diesem Blog beim Rasen mähen entstanden ist?).

Findet als Familie heraus, wer welche Aufgaben gerne übernimmt, weil sie ihm Spaß machen. Klar, wenn bisher niemand im Haushalt etwas tut, werden die freiwilligen Meldungen spärlich sein. Denn keiner weiß was ihm vielleicht Spaß machen könnte. In diesem Fall könnt Ihr ein paar Wochen lang die Aufgaben routieren lassen: So übernimmt jeder einmal eine Aufgabe und kann dann berichten, welche Aufgabe gerne macht..

Wer macht welche Aufgaben besonders gut?

Eine weitere Dimension, die oft übersehen wird, sind die Fähigkeiten.

Wer von Euch kann etwas besonders gut? Wäre es dann nicht für alles sinnvoller, dass derjenige von Euch eine Aufgabe übernimmt, der diese am besten kann?

Zum einen, wird es ihm deutlich leichter und schneller von der Hand gehen. Zum anderen ist die Chance höher etwas gerne zu machen, was man gut kann. Siehe oben.

Sollten Kinder für ihr Hilfe im Haushalt Geld bekommen?

Und damit sind wir bei dem Thema über das viele Eltern unterschiedlicher Meinung sind. Ich möchte eines vorweg nehmen:

Es gibt hier keine richtige oder falsche Sicht – nur Deine oder Eure.

Lass und diese Diskussion etwas abkürzen und nicht auf die unterschiedlichen Möglichkeiten eingehen, wie man es machen könnte. Lass uns darüber reden, wie ich es mache oder bzw. machen werde.

Unsere Kinder bekommen jeden Monat ihr Taschengeld überwiesen. 12 € sind ein gesundes Mittel, gerade mit dem Hintergrund, dass der eine oder andere Extrawunsch schon mal so nebenbei mit rein rutscht.

Für das Taschengeld müssen sie nichts tun.

Dafür bekommen sie aber auch kein Geld für erbrachte Leistungen. Es gibt kein Extrageld für gute Noten oder Zeugnisse und auch nicht für die Hilfe beim Tisch decken, Spülmaschine ein- oder Zimmer aufräumen.

Wie heißt es in Arbeitsverträgen immer so schön deutsch: „ist damit abgegolten“.

Im Haushalt helfen dient dem Allgemeinwohl der Familie und sollte daher – als Teil der Familie – eine Selbstverständlichkeit sein.

Linktipp: Die 3 wichtigsten „Taschengeld W´s“ (inspiriert von unserem letzten Besuch im Spielzeugladen)

Mit den Kindern wachsen auch ihre Wünsche was Anschaffungen anbelangt. Gerade die elektronischen Wünsche kosten mehr Geld, als es das Taschengeld mit dem ausgetüfteltesten Sparplan je hergeben würde. Daher suchen wir nach Wegen, den Kindern Zusatzeinnahmen zu ermöglichen.

Hierbei muss ich mich stark zusammenreißen, um nicht die Grenze zu den „Allgemeinwohlaufgaben“ zu verwässern.

Daher habe ich mir eine kleine Checkliste gemacht, für welche Aufgaben die Kinder extra Geld bekommen können:

  1. Aufgaben, die deutlich ausserhalb des familiären Gemeinwohlbereiches liegen
  2. Aufgaben, die ich wirklich gerne los werde
  3. Aufgaben, bei denen die Hilfe der Kinder einen Mehrwert liefert

Und jetzt??

Ich bin ganz ehrlich. Diesen Artikel hätte ich vor 5-6 Jahren lesen und beherzigen sollen. Denn all das mit Kindern einzuführen, die gerade in den Vorhof der Pubertät einfahren und deren Haushaltsbeitrag sich auf „Joghurtbecher neben den Mülleimer werfen“ beschränkt hat, ist hart.

Mich interessiert aber vielmehr Deine Meinung. Wie siehst Du das mit den Aufgaben im Haushalt und wie regelt Ihr das alles?

Lass mir Deinen Kommentar hier.


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    2 Kommentare
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    Gast
    1 Jahr zuvor

    Danke für diesen Artikel Andreas.
    Meine Kids sind 3 und 5 und sie helfen schon im Haushalt und Garten mit. Sie tun es freiwillig und fragen: „Darf ich mithelfen!“
    Dann geben wir ihnen eine Aufgabe, die mal länger, mal kürzer durchhalten. Das Ergebnis muss jetzt nicht unbedingt perfekt sein. Wichtig aus meiner Sicht ist, dass sie in den Haushalt einbezogen fühlen und dass es Teamwork ist, wie du auch schreibst.
    LG Stefan

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