Erziehung richtig hinbekommen

Warum ist eine gesunde Kinderernährung eigentlich so kompliziert?

Heute geht es mal um gesunde Kinderernährung. Ich finde es gehört auch zum Vatersein dazu, dass Du Dich auskennst und weißt was die Kinder essen.

Ich spare mir aber Tipps à la die zehn besten Vollkornbreitlinge, die auch Kindern schmecken.

Es geht um Kinderprodukte, das häufige Missverständnis und die richtige Interpretation. 

Das große Missverständnis von „Kinderprodukten“

Wo Kinderprodukt draufsteht muss auch ein Kinderprodukt drin sein. Ergo, wenn ich das meinem Kind zu essen gebe, tut es ihm gut.

So die Interpretation einiger Eltern.

Falsch!

Denn, wo Kinderprodukt draufsteht, ist meist etwas drin, das Kindern gut schmeckt. Ob das gesund und für die tägliche Ernährung empfehlenswert ist, das steht auf einem ganz anderen Blatt Papier.

Viele Kinderprodukte eignen sich nicht für eine gesunde Kinderernährung

Schaust Du Dir den Foodwatch Report an, wird Dir schnell klar, dass Kinderprodukte in den meisten Fällen nicht für eine gesunde Ernährung von Kindern taugen.


Wie bekomme ich das mit der Erziehung richtig hin?

Lerne wie Du Dir einen Erziehungskompass baust, der Dich sicher durch alle Phasen Deines Vaterlebens manövrierst. 


Zu viel Zucker und zu viel Fett führt dazu, dass Foodwatch die empfohlene Essensmenge mit mäßig einstuft.

Viele Kinderjoghurts, Kindergetränke und Fertiggerichte (sogenannte Convenience-Artikel) rangieren bei der Ernährungstauglichkeit auf einer Stufe mit McDonalds oder Burger King Gerichten.

Würdest Du auf die Idee kommen, Dein Kind täglich bei McD & Co. essen zu lassen? Wohl nicht.

Lesetipp: Foodwatch Bericht

gesunde kinderernährung kinderlebensmittel

Wer ist Schuld?

Angesichts dieser Situation werden schnell Vorwürfe in Richtung der Lebensmittelindustrie laut.

Es ist die Rede von Schuld und Verantwortung.

Doch machen wir es uns damit nicht zu einfach?

Das Ziel der Lebensmittelindustrie ist es, Produkte zu verkaufen. Je mehr, desto besser. Davon leben die Firmen, davon zahlen sie die Gehälter ihrer Mitarbeiter (auch Eltern) und davon zahlen sie im besten Fall ihre Steuern.

Natürlich produziert die Lebensmittelindustrie Produkte, die Ihren Kunden – den Kindern – schmecken. Und weil Zucker und etwas mehr Fett den Kindern besonders gut schmeckt, kommt das auch in die entsprechenden Kinderprodukte rein.

Natürlich geht kein Hersteller damit hausieren, sonst würden aufmerksame Eltern das ja sofort merken. Daher erzählt die Industrie uns schöne Geschichten zu den Produkten – manche nennen das Marketing.

Wer ist jetzt also Schuld an dieser Situation?

Die Industrie, weil sie Ihr Geschäft so betreibt wie sie es betreibt?

Oder die Kunden, wir Eltern, weil wir den bunten Bildern und blumigen Worten der Hersteller blindlings glauben schenken und deren Produkte ohne einen prüfenden Blick auf die Inhaltsstoffe und Nährwerte kaufen?

Ich möchte das gerne mit einem Beispiel ergänzen, dass Dir vielleicht sogar schon einmal passiert ist.

Du bist auf der Suche nach einem gebrauchten Auto. Du findest ein Fahrzeug, dass Dir ganz gut gefällt. Der Händler verspricht Dir, dass der Kilometerstand wahr ist, dass das Auto ein Garagenfahrzeug ist und von einer alten Oma gefahren wurde.

Würdest Du es sofort kaufen?

Oder würdest Du es während der Probefahrt mal eben schnell bei einem DEKRA Stützpunkt von einem Sachverständigen auf Herz und Nieren überprüfen lassen, bevor Du es kaufst?

Gesunde kinderernährung Industrie

Wir, und ausschließlich wir, tragen die Verantwortung für die Sicherheit und Gesundheit unserer Kinder

Genau wie wir für unsere Entscheidungen beim Autokauf verantwortlich sind, so sind wir es auch, die für die Gesundheit und die Ernährung unserer Kinder verantwortlich sind.

Wir können diese Verantwortung nicht abwälzen. Und wenn wir es tun, dürfen wir uns nicht darüber beschweren, dass das Ergebnis ein anderes ist, als wir es uns gewünscht hätten.

Die Industrie bedient die Nachfrage.

Eine Nachfrage die meist von denen erzeugt wird, die sich später fragen warum ihre Kinder zu dick sind und dann die Schuld auf andere schieben.

Kinderlebensmittel gehören zur Ernährung dazu

Ist es besser auf Kinderprodukte gänzlich zu verzichten?

Ich finde – nein.

Zum einen, weil Du natürlich unterscheiden musst. Nicht alle Produkte für Kinder sind zu süß oder zu fett.

Zum anderen lieben Kinder diese süßen, bunten Sachen. Ich persönlich halte nichts von extremen Einstellungen. Wenn Du Deine Kinder gesund ernährst, frisch kochst, täglich Obst und Gemüse auf dem Speiseplan steht und sich die Kinder ausreichend bewegen, finde ich es nicht schlimm wenn hier und da mal Captn Iglo kocht oder es einen Fruchtzwerg, eine Capri-Sonne oder auch Mal ein Happy Meal gibt.

Wenn Du solche Dinge rigoros aus dem Ernährungsplan Deiner Kindern streichst, züchtest Du die nächste Junk-Food Generation heran, die sich all diese Dinge holt, sobald sie ausserhalb Deines Einflussbereiches ist.

Wie beim Fernsehen und anderen Dingen ist es unsere Aufgabe mit Augenmaß zu erziehen. Nur wenn wir unseren Kindern zeigen, was es alles gibt und wie sie damit umgehen, machen wir unseren Job richtig.

Dazu gehört es auch, dass wir mit guten Beispiel voran gehen und die Werbeversprechen der Industrie kritisch hinterfragen. Zum Glück brauchen wir bei den meisten Produkten keinen DEKRA-Sachverständigen. Die Inhalts- und Nährwertangaben stehen ja zum Glück auf der Verpackung.

Wie stehst Du zu dem Thema? Ich freue mich auf Deinen Kommentar.

 


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    7 Kommentare
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    Gast
    Tom
    1 Jahr zuvor

    Ich bin nicht ganz der Meinung,
    Das was Du „Marketing“ nennst wird oft von hoch bezahlten Profis entwickelt, die mit allen psychologischen Tricks Werbung erzeugen, die sich teiweise tief in unser Unterbewusstsein gräbt und selbst der sehr aufmerksame Erwachsene der dies durchschaut, ist nicht völlig vor Manipulation geschützt. Kinder sind es meist schon mal gar nicht. Zudem kommt noch die Food-Disigner, die auch genau wssen wie sich unser Verstand überlisten lässt.
    Daher plediere ich für ein rigeroses Verbot von Werbung für „Kinder“-Lebensmittel wie es z.B für Pre- und Ersatzmilch schon besteht. Die Säuglinge haben wohl noch einen besonderen Schutz aber sobald das Kind älter als ein Jahr ist, lässt man die ganze Machenerie aus Werbung, Merchandising und Lebensmitteldisign auf sie los. Und wer will es Eltern verübeln, wenn Sie nicht beim dauerquenglingen Kind im Suppermark mal einknicken und den Giftschrank „Kinderlebensmittel“ greifen???
    Ich will Eltern in keinem Fall von Ihrer Verantwortung für die gesunde Entwicklung ihrer Kinder freisprechen. Aber die Politik ist hier auch gefragt der Profitgier der Lebensmittelindusrie einhalt zu gebieten.

    Gast
    Henrik
    8 Jahre zuvor

    Ich finde es auch so, wie Tommy schon erwähnt hat.
    Der letzte Absatz des Artikel finde ich richtig. Man darf auch nicht immer sagen „Nein! Das darfst du nicht!“ Ab und zu darf auch mal etwas weniger Gesundes sein! Und schließlich liegt es auch an uns Erziehungsberechtigten, uns um eine nahrhafte Ernährung zu kümmern; und da muss man halt auch mal auf die Verpackungsseite oder -rückseite schauen und kritisch hinterfragen, was sich in einem Produkt genau versteckt.
    Ich bin auch dafür, dass Kinder oder Jugendliche/Heranwachsende entsprechenden Unterricht in der Schule genießen dürfen mit dem Thema „Kochen“, „Ernährung“ oder „Essen“. Wenigstens für ein Halbjahr!

    Gast
    Henrik
    8 Jahre zuvor
    Antworte  Andreas

    Ich habe während meines USA-Aufenthalts zur Schulzeit an einem Kurs namens „Foods“ teilgenommen. Ich kann es heute noch nicht wirklich glauben, dass es sowas schon damals (1995) gab und dass in den den USA! Ich weiss nicht, ob es das mittlerweile auch schon so hier in Deutschland gibt, oder halt nur als freiwillige AG. Ich bin aber auch für ein Pflichtfach!

    Gast
    8 Jahre zuvor

    …und die Eltern sind meistens bei der Ernährung auch noch die schlechtesten Vorbilder!
    Man muss ein „gesundes“ Maß bei der Sache finden, was nicht immer einfach ist, aber auch keine unlösbare Aufgabe.

    Super Artikel!

    LG
    Chris

    Gast
    Tommy
    8 Jahre zuvor

    Ich finde dein letzter Abschnitt – Kinderprodukte gehören zur Ernährung dazu
    – trifft es vollkommen. Wieso soll ein Kind nicht auch mal eins dieser Kinderprodukte zu sich nehmen. Wir selbst leben es doch den Kindern vor, wir ernähren uns doch auch nicht nur gesund. Ich finde man sollte dabei nur darauf achten das man solche Nahrungsmittel den Kindern in Maßen gibt und nicht in Massen.

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