
Die strengsten Richter eines Mannes sind seine Kinder. Thornton Wilder (?)
Wenn ein Mann heute Vater wird, dann begnügt er sich nicht damit, die Familie zu ernähren. Väter von heute wollen an der Erziehung Ihrer Kinder teilhaben, wollen mehr Zeit mit Ihnen verbringen ohne die Funktion der Haupternährer aufzugeben und die Karriere gegen Herd und Kinderwagen einzutauschen.
Die Rolle der Väter bei der Zeugung von Kindern ist hinreichend akzeptiert, bei allem was danach kommt wird der Mann so gut wie gänzlich übergangen. Erst seit einiger Zeit gerät die Rolle des Vaters zunehmend in den Fokus der Aufmerksamkeit. In wissenschaftlichen Studien wurde festgestellt, wie wichtig die Rolle des Vaters auf die Entwicklung der Kinder ist. Bei der Erziehung von Kindern, gerade von Jungen, ist der Kontrast der Erziehungsansätze von Männern und Frauen förderlich.
Die Funktion des Vaters hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark gewandelt. Waren unsere Väter hauptsächlich Ernährer der Familie, wollen die Väter von heute gerade das anders machen. Einer der berühmtesten Familienforscher in Deutschland und Sachverständiger des Bundesverfassungsgerichtes, Wassilios Fthenakis, nennt diesen Prozess “subjektive Evolution”. Ein gutes Vater-Kind Verhältnis ist dadurch begründet, dass wir unsere Kinder heute anders erziehen als wir früher erzogen wurden. Des weiteren lässt sich nach Fthenakis an Merkmalen des Vaters absehen, welchen schulischen Bildungsgrad das Kind später einmal erreichen wird. Während die Mütter für die Ausprägung von sozialen Kompetenzen ausschlaggebend ist, ist der Vater für das Selbstwertgefühl der Kinder ausschlaggebend verantwortlich.
Väter von heute sind sich Ihrer Verantwortung bewusst und wollen sich stärker involvieren. Fthenaikis hat in einer Studie vier Funktionen des Vaterschaftskonzeptes ermittelt:
- Soziale Funktion – aktive Teilnahme an der Erziehung
- Brotverdiener Funktion – Familie ernähren
- Instrumentelle Funktion – das tägliche “Handling” der Kinder
- Bereitschaft Karriere für Familie zu opfern – den Job aufgeben und Hausmann sein
Während früher die Brotverdiener Funktion die favorisierte war, ist die soziale Funktion im Wertemodell der Väter deutlich nach oben gestiegen. Dennoch sind die meisten Männer nicht gewillt, den Job zu opfern und Hausmann zu werden.
Dieses “neue” Vaterkonzept wirft viele Fragen auf. Fragen und Probleme, die Väter haben und auf die sie eine Antwort suchen. Leider gibt es immer noch zu wenig Informationsquellen, die auf die Interessen und Bedürfnisse von Männern zugeschnitten sind. Mit PapaOnline (PO) möchte ich einen kleinen Schritt in diese Richtung machen und meine eigenen Erfahrungen und Ansichten als junger Vater mit meinen Lesern teilen. Ich freue mich auf einen regen Austausch mit Euch.
Viel Spaß beim Lesen.
Andreas Lorenz


