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Je näher der Tag der Geburt rückt, desto mulmiger wird das Gefühl in der Magengegend – besonders wenn es das erste Kind ist und Du nicht weißt was auf Dich zukommt.
Die Theorie hast Du, dank der Geburtsvorbereitung für Männer, drauf. Du bist ebenfalls für Deine Zeit im Krankenhaus bestens ausgerüstet und weißt genau was Du alles mitnehmen musst. Dennoch bereitet Dir der Gedanke an die Geburt noch ein unbehagliches Gefühl – etwas zwischen Angst und unangenehmer Spannung. Du hast dieses Gefühl wahrscheinlich, weil Du nur erahnen kannst was Dich erwartet und wie es abläuft. Ich möchte Dir aus meiner Erfahrung schildern, was bei einer “normalen” Geburt passiert, was Deine Rolle ist und welche Komplikationen auftreten können. Ich bin mir sicher, wenn Du genau weißt was Dich erwartet, kannst Du wesentlich entspannter und mit gestärkter Selbstsicherheit dem Moment entgegen blicken.
Ankunft im Krankenhaus
Nachdem Ihr im Krankenhaus angekommen seid, geht es erst einmal darum “einzuchecken“. Meist ist das Deine Aufgabe. Das geht recht flott und kann erledigt werden nachdem Du Deine Partnerin in die Hände des Pflegepersonals übergeben hast. Denke bitte an die benötigten Unterlagen:
- Überweisung vom Frauenarzt
- Krankenkassenkarte
- Stammbuch (kann man auch zur Anmeldung des Kindes Nachreichen)
- Personalausweis der Frau
Auf der Station
Sofern es keine Sturzgeburt ist, werdet Ihr nicht sofort in den Kreißsaal kommen sondern erst einmal auf einem der Krankenzimmer einquartiert. Es folgen die Routineuntersuchungen wie CTG, Muttermunduntersuchung, usw.. In der Regel kommt die Hebamme vorbei und stellt sich vor – es sei denn Ihr habt Eure eigene Hebamme mitgebracht.
Nun heißt es warten. Je nach Tages- oder Nachtzeit bekommt Ihr Getränke und Essen gebracht. Um die Wehenaktivität zu fördern, schicken Euch die Hebammen vielleicht noch auf einen Spaziergang oder ein wenig die Treppen im Krankenhaus auf und ab. Auch ein warmes Bad kann angeboten werden, dies hängt von der Ausstattung des Krankenhauses ab.
Was passiert im Kreißsaal?
Jetzt wird es ernst. Wenn die Wehen in regelmäßigen Abständen kommen und sich der Muttermund entsprechend geöffnet hat, wird man Euch in den Kreißsaal führen. Das heißt noch nicht, dass es jetzt bald kommen muss aber Ihr seid auf der Zielgeraden. Wie sich die Geburt nun weiter gestaltet hängt davon ab, für welche Geburtsmethode Ihr Euch im Vorfeld entschieden habt. Hier ein paar Möglichkeiten:
- Geburt Kreisbett
- Gebärstuhl
- Gebärhocker
- Kaiserschnitt
- Romarad
- Wassergeburt
- Geburt auf der Erde
- Geburt im Vierfüßlerstand
- Sprossenwand
- Pezziball
Für welche Variante Ihr Euch letztlich entscheidet hängt natürlich von den angebotenen Möglichkeiten des Krankenhauses ab und davon womit Ihr am besten klar kommt.
Ein weiteres Thema, dass zu diesem Zeitpunkt akut werden kann und über das Ihr Euch auch am besten im Vorfeld Gedanken machen solltet ist die PDA (Peridualanästhesie). Hierdurch werden die Schmerzen für die Frau erträglicher. Habt Ihr Euch dafür entschieden, wird irgendwann der Anästhesist vorbei schauen und eine schriftliche Einwilligung zur Durchführung der PDA einholen, bevor er mit den Vorbereitungen beginnt. Dies ist deshalb notwendig, da es nicht ohne Risiken ist die PDA zu setzen (näheres erfährst Du hier). Um die Frau nicht mit den bürokratischen Vorgängen zu belästigen ist dies in der Regel Aufgabe des Mannes. Solltet Ihr nicht verheiratet sein, ist es sinnvoll im Vorfeld entsprechende Vollmachten auszustellen.
Welche Komplikationen können auftreten?
Bei jeder Geburt können Komplikationen auftreten. Natürlich wünscht sich das niemand aber wenn Du weißt was passieren kann und was dann gemacht wird, hilft es Dir die Ruhe zu bewahren denn im Kreißsaal haben die Hebammen und Ärzte vielleicht nicht die Zeit es Dir zu erklären.
- Das Kind liegt falsch (Beckenend- oder Steißlage). Die Ärzte werden in diesem Fall beurteilen, ob das Kind auf normalem Wege geboren werden kann oder ein Kaiserschnitt notwendig wird. Weitere Infos.
- Wehenschwäche. Von Wehenschwäche spricht man, wenn die Wehen nicht stark genug sind um die Geburt voranzutreiben. Hier kann ein Wehentropf weiterhelfen. Ggf. wird die Geburt mit dem Einsatz einer Saugglocke oder Zange unterstützt.
Es gibt noch weitere Komplikationen aber ich will Dir ja keine Angst machen. Diese beiden Fälle sind wohl mit die üblichsten Komplikationen. Die Ärzte wissen in solchen Fällen sehr genau was zu tun ist. Bei der Geburt unseres Sohnes hatte meine Frau auch zu schwache Wehen so dass die Saugglocke zum Einsatz kam.
Was ist Deine Rolle bei der Geburt?
Deine Hauptaufgabe bei der Geburt ist es Deine Partnerin so gut es geht zu unterstützen. Das kann vieles bedeuten:
- Sie stützen (abhängig von der Geburtsposition für die Ihr Euch entschieden habt)
- Sie massieren
- Sie an die richtige Atemtechnik erinnern
- das “Organisatorische” übernehmen
- Wasser holen
- …
Wie Du siehst, kannst Du während der Geburt eigentlich nicht viel tun. Das Wichtigste ist einfach Ruhe auszustrahlen und für Deine Partnerin da zu sein. Wenn das Kind erstmal auf der Welt ist, kommst Du endlich zum Zug indem Du die Nabelschnur durchtrennen darfst.
Ich hoffe, dass Dir dieser Post hilft der Geburt etwas gelassener entgegen zu sehen – auch wenn die Aufregung bleibt, wie bei allen wichtigen bevorstehenden Terminen.
Foto: svensonsan
PeriduralanästhesiePer
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Meine Tochter kam im KH zur Welt; mein zweites Kind wird im Januar bei uns Zuhause das Licht der Welt erblicken; Geburtspool usw.
Freuen uns drauf.
Gruß
Marc (@digicamclub bei Twitter) und http://www.facebook.de/Thomalla
Danke Marc.
Interessant – Ihr wollt eine Hausgeburt machen. Das ist doch eher selten geworden.
Wie seid Ihr auf diese Idee gekommen?
Hallo,
mein Sohn ist damals im Krankenhaus zur Welt gekommen, mein 2. Sohn wird es wahrscheinlich aus. Das Thema Hausgeburt finde ich sehr heikel, weil las doch mal irgendwas sein, bis dann Kind dann bei einem fachkundigen Kinderarzt ist oder ein Notarzt der ein Kind Intubieren darf zur Hand ist, das empfinde ich zu gefährlich.
Hallo Thomas
ich sehe das ähnlich daher kommt für meine Frau und mich auch nur eine Geburt im Krankenhaus in Frage. Aber jeder sieht das anders und muss es für sich entscheiden. Der Vorteil einer Hausgeburt ist sicher die gewohnte und vertraute Umgebung.
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