Bundestagswahl 2009 – das wollen die Parteien.

Wahl
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Am Sonntag den 27. September ’09 ist Bundestagswahl. Einer der wichtigsten Termine in unserem demokratischen Deutschland. Die Presse berichtet seit Wochen von der Politikverdrossenheit im Land und befürchtet eine der geringsten Wahlbeteiligungen seit Jahren. Das Wählen in unserem Staat wichtig und erste Bürgerpflicht ist sollte uns allen klar sein. Dennoch fällt es schwer aus dem täglichen “Politikrauschen” die tatsächlichen Standpunkte und Ziele der Parteien herauszufiltern um eine klare Entscheidung zu treffen.

Eine Umfrage der Väterzeit macht dieses Dilemma deutlich. 50% der Befragten konnten nicht beantworten welche Partei die Interessen der Väter am besten vertritt. Auch auf Twitter ging diese Diskussion weiter.

Grund genug der Sache auf den Grund zu gehen. Ich habe die Wahlprogramme der 5 größten deutschen Parteien auf familienpolitische Punkte untersucht und die Hauptpunkte zusammengefasst.

CDU:

  • Anhebung des steuerlichen Freibetrages auf 8.004 €.
  • Verbesserung des Kindergeldes ab dem 3. Kind.
  • Einführung des Betreuungsgeldes ab 2013 für Eltern die Ihr Kind zu Hause betreuen.
  • Weiterentwicklung des Elterngeldes und Einführung des Teilelterngeldes (über einen Zeitraum von 28 Monaten sollen Eltern weniger arbeiten können und den Verdienstausfall mit dem Teilelterngeld kompensieren).

SPD:

  • Ausweitung der Partnermonate von 12+2 auf 12+4. Eltern sollen gleichzeitig Elterngeld und Elternzeit bekommen bzw. nehmen können.
  • Ausweitung der Zeit in der eine Teilzeitbeschäftigung mit Elterngeldbezug möglich ist von sieben auf sechzehn Monate.
  • Verbesserung der Unterstützung von Alleinerziehenden.
  • Stärkung der integrativen Schulformen und Ganztagsschulen. Bildung kostenfrei von der Kita bis zum Studium

Grüne:

  • Einführung eines Sockelbetrages beim Elterngeld um Geringverdiener und Studierende nicht zu benachteiligen.
  • Paritätische Aufteilung der Elternzeit (also gleiche Verteilung, weg von der aktuellen 12+2 Regelung).
  • Unterstützung gleichgeschlechtlicher Eltern.
  • Steuer- und sozialpolitische Gleichstellung aller Lebensgemeinschaften mit Kindern.

FDP:

  • Anlehnung des Elterngeldes an den Bruttoverdienst statt an den Nettoverdienst um eine Schlechterstellung aufgund von ungünstigen Steuerklassen zu vermeiden.
  • Überprüfung eines Mindestelterngeldes für Empfänger des Arbeitslosengeld II.
  • Berücksichtigung von Selbstständigen bei der Elternzeit. Ferner soll die Elternzeit flexibler und damit auch wochen- bzw. tageweise genommen und von einem Zeitkonto abgerufen werden können.
  • Betreuungsgutscheine für die Kindesförderung (Subjektförderung) anstatt weiterhin Schulen zu unterstützen (Objektförderung).
  • Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz ab Vollendung des 1. Lebensjahres nach 2013.
  • Die FDP lehnt das Betreuungsgeld ab.

Die Linke:

  • Garantierte, qualitativ hochwertige, öffentliche Kinderbetreuung.
  • Rechtsanspruch auf einen gebührenfreien Ganztagsbetreuungsplatz ab dem 1. Lebensjahr.
  • Flexiblere Gestaltung der Öffnungszeiten von Betreuungseinrichtungen.
  • Elterngeld zu einem, von beiden Elternteilen nutzbaren jedoch nicht übertragbaren, Elterngeldkonto umfunktionieren das 12 Monate (24 Monate bei Alleinerziehenden), auch in Stückelungen von mindestens 2 Monaten bis zur Vollendung des 7. Lebensjahres des Kindes, abgerufen werden kann.
  • Ehegattensplitting abschaffen stattdessen eine individuelle Besteuerung einführen. Tatsächliche Betreuung sowie das Zusammenleben mit Kindern steuerlich fördern.

Der Aspekt der Familienpolitik ist nicht das einzige Entscheidungskriterium. Solltest Du noch unentschlossen sein, kann ich Dir den diesjährigen Wahl-O-Mat empfehlen. Er vergleicht Deine Meinung zu bestimmten Themen mit den Standpunkten der Parteien. Nachdem Du alle Fragen beantwortet hast, kannst Du bestimmen welche Bereiche für Dich einen besonderen Stellenwert haben. Anschließend wird Dir die Übereinstimmung mit den Parteien angezeigt.

Wenn Dich die eine oder andere der erwähnten Parteien genauer interessiert, kannst Du sämtliche Wahlprogramme auf den Homepages der Parteien nachlesen.

Wie und warum Du Dich auch entscheidest wichtig ist, das Du am Sonntag, den 27. September 2009, zur Wahl gehst und Deine Stimme abgibst.

00_wahl
Foto: Awaya-Legends & unbekannt

Ähnliche Beiträge:

  1. Die Tücken des Elterngeld – das solltest Du wissen Lesezeit: ca. 3 Minuten Das Elterngeld ist eine tolle Sache. Nicht das deswegen Paare Kinder bekommen die sonst keine wollen aber für die Paare, die Kinder haben wollen, macht es die Entscheidung leichter. Es schließt die Lücke, die ein wegfallendes … Weiterlesen →...
  2. Elternzeit für Väter – Chance oder Gefahr? Lesezeit: ca. 7 Minuten Sprechen wir heute über Männer und das “Vater werden” so schließt sich oft die Frage nach der Elternzeit des Vaters an. In der Tat ist diese neue Ausgestaltung eine tolle Möglichkeit für den modernen Mann an … Weiterlesen →...
  3. Deine Hilfe beim Blogpost, Twitter und Papa-Online ist jetzt auch auf Facebook. In der heutigen Exklusiv Edition, die Du nur bekommst wenn Du den Papa-Online RSS Feed abonniert hast oder mir auf Facebook bzw. Friendfeed folgst, bitte ich Dich um Deine Unterstützung. Hilf mir bei einem Blogpost Ich möchte einen Blogpost über … Weiterlesen →...
  4. Formalitäten nach der Geburt – so bereitest Du Dich optimal vor Lesezeit: ca. 4 Minuten Zum “Papa werden” gehört nicht nur die Vorbereitung auf die Geburt, die Krankenhaustasche zu packen und die ersten Kindersachen einzukaufen. Die Geburt Deines Kindes bedeutet auch einiges an Formalitäten zu erledigen. Manches muss vor der Geburt … Weiterlesen →...
  5. 10 tolle Spiele zum Weltspieltag Lesezeit: ca. 2 Minuten Jedes Jahr am 28. Mai findet der Weltspieltag statt, dieses Jahr zum 11. Mal. In Deutschland koordiniert das Deutsche Kinderhilfswerk e. V. die Aktionen am Weltspieltag. In Deutschland lautet in das Motto 2010 “Achtung, laute(r) Kinder” … Weiterlesen →...

Über Andreas

Sammelt Lebenserfahrung seit 1979, Erfahrungen als Ehemann seit 2005, als Vater eines Sohnes seit 2008 und als Vater einer Tochter seit 2009.
Dieser Beitrag wurde unter Vermischtes abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

6 Antworten auf Bundestagswahl 2009 – das wollen die Parteien.

  1. Schau mal nach auf http://vaeterpolitik.de/. Dort haben viele Kandidaten und Kandidatinnen geantwortet, wie sie zu wichtigen Fragen von Vätern stehen. Vielleicht sind auch deine Kandidaten dabei?

  2. Schussel sagt:

    Die FDP will übrigens genau wie die Union ein Familiensplitting einführen (also Freibetrag von 8000 EUR auch für Kinder). Nur weil’s bei den einen steht, bei den anderen nicht..

  3. Pingback: TwittLink - Your headlines on Twitter

Einen Kommentar hinterlassen

Your email address will not be published. Required fields are marked *

*

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Additional comments powered by BackType