So entsteht eine Pampers – ein Blick hinter die Kulissen des Windelgiganten

Lesezeit: ca. 6 Minuten

Jeden Tag wechseln Millionen Eltern Kindern die Windel und werfen zig Millionen Pampers weg. Keiner, genau so wenig wie ich, macht sich groß Gedanken darüber, wie viel Arbeit und Zeit für die Entwicklung und Produktion einer solchen Windel aufgebracht wird und welche Technologie dahinter steht. Pampers, oder Windeln, gibt es, gabe es schon vor Generationen und wird es in Generationen noch geben. Ich kaufe sie, möglichst günstig, benutze sie und werfe sie danach weg.

Das eine Babywindel jedoch ein richtig-gehendes High-Tech Produkt ist, für dessen Verbesserung und Weiterentwicklung Tag für Tag hunderte von Ingenieuren, Biologen und Techniker arbeiten, entgeht uns völlig.

Ich hatte die große Ehre das Allerheiligste von Pampers zu besuchen und zu besichtigen – das Forschungszentrum in Schwalbach. Hintergrund der Einladung war die bevorstehende Produkteinführung der neuen Pampers Active Fit mit Dry Max – der größten Produktinnovation seit 10 Jahren – doch dazu später mehr.

Während unseres Besuches in Schwalbach wurde uns gezeigt und erklärt wie Pampers forscht und wie eine Windel “entsteht”. Hier mein Bericht.

Das Forschungszentrum.

Das Forschungszentrum in Schwalbach ist eines der größten Forschungszentren im Procter & Gamble Konzern und das weltweit größte für Pampers. Hier arbeiten 350 Mitarbeiter auf 20.000 m² an den Technologien, die in den nächsten Jahren in Pampers auf der ganzen Welt Verwendung finden. 40 Millionen Euro hat der Konzern in die Pampers Forschung investiert und betreibt in Schwalbach seit dem Jahr 2000 eines der größten Forschungszentren dieser Art und das einzige in Europa mit integriertem, klinischen Testlabor.

Forschung direkt am “Kunden”

Neue Ideen werden bei Pampers direkt am Kunden getestet. Zusammen mit mehreren hundert Familien betreibt Pampers fortlaufende Tests, sogenannte Panels. Eltern aus der Region, melden sich schon oft vor der Geburt um an dem Pamperstestprogramm teilzunehmen. Die Mitarbeit hat für alle Beteiligten Vorteile. Die Eltern bekommen für ein wenig Aufwand kostenfreie Windeln und können die neuesten Produkte testen und Pampers bekommt kontinuierliches Feedback und Testergebnisse direkt vom Verbraucher. Regelmäßig kommen die Familien in das hausinterne Spielzimmer zur “Pampers Spielgruppe”. Hier können die Eltern mit ihren Kindern spielen und werden von Pampers Mitarbeitern beobachtet. Es wird geprüft wie sich neue Windeln in der Praxis bewähren.

Hier spielen die Ersttester

Baby-Testraum

Diese Praxistests werden durch klinische Tests unterstützt, die wissenschaftlich belegen sollen ob und wie gut die Pampers funktionieren. Für die Kinder sind diese Tests wie ein Spiel und sie machen den 90 Sekunden dauernden Testvorgang gerne mit.

Mit speziellen Sonden wird die Hautfeuchte gemessen

Für die Babies ist dies bereits ein gewohnter Ablauf...

Für die Babies ein gewohnter Ablauf...

... ohne Protest halten sie bei dem 90-Sekunden Test still.

 

Die teuerste Pampers der Welt

Nachdem die Idee für eine neue Pampers oder eine Veränderung an einer bestehenden Windel geboren ist, muss diese auf die Umsetzbarkeit und Funktionalität getestet werden. Hierzu werden Pampers Prototypen gebaut, die die Babies im Testraum tragen und ausprobieren können.

Der Prototyp einer Windel ist ein handgefertigtes Einzelstück und hat einen Wert von über 50€/Stück. Zum Vergleich, der Ladenpreis einer fertigen Pampers liegt um ca. 0,24 €. Leider durften wir hier aus Gründen der Geheimhaltung nicht fotografieren.

High-Tech am Fließband

Nachdem das Konzept für eine neue Pampers steht, geht es an die Produktion. Doch bevor die erste Windel vom Fließband läuft, müssen die Maschinen für die Produktion gebaut werden. Jede Pamperssorte benötigt eine eigens für diese Pampers konzipierte Produktionslinie. Daher werden in aufwendiger Ingenieursarbeit individuelle Produktionsstraßen gefertigt, durch deren 50 Meter langen Prozess später mehrere 100 Windeln in der Minute rattern werden.

Auch diese Produktionsanlagen, werden im Forschungszentrum in Schwalbach entworfen und getestet.

Alles für das Baby

Bei Pampers steht der Kunde, also das Baby, im Vordergrund der Bemühungen. Da es auch Mitarbeiter gibt, die noch keine Kinder haben und sich somit schwieriger in die Welt und die Situationen mit Baby hineinversetzen können, hat Pampers extra einen Raum entworfen, in dem sich die Mitarbeiter in die Situation eines Kindes hineinversetzten können.

Es gibt zum Beispiel einen Raum, in dem sich der Mitarbeiter in das Alter eines Babies hineinfühlen kann. Dieser Raum simuliert ein Babybett. Alles ist abgedunkelt und von der Decke schaut die Mutter – sehr unscharf denn Babies können noch nicht scharf sehen – herab. In einem anderen Raum kann man sich vorstellen, wie sich Kleinkinder fühlen, die gerade zu laufen beginnen. Der Boden ist sehr weich, um das unausgereifte Gleichgewichtsempfinden zu simulieren, und alles ist einfach riesig. Der Couchtisch, die Zeitung, der Sessel.

Die größte Produktinnovation seit 10 Jahren

Der Grund für die Einladung nach Schwalbach war, neben den Einblicken hinter die Kulissen, die Präsentation der neuen Pampers Active Fit mit Dry Max. 10 Jahre hat die Entwicklung des neuen Saugkerns (Dry Max), der in der Active Fit eingesetzt wird, gedauert. Dabei haben über 20.000 Babies auf der ganzen Welt über 300.000 Windeln getestet.

Bisher wird in Windeln viel Zellstoff verwendet, der die Windeln dick macht und es bisher noch nicht geschafft hat die Feuchtigkeit optimal zu binden. Bei der neuen Dry Max ist der Zellstoff erstmals komplett verschwunden, was die Windel super dünn macht.

Der Kern der Technologie, die das möglich gemacht hat ist ein weißes Granulat, dass sich “Superabsorber” nennt und von dem man für die gleiche oder eine bessere Aufsaugwirkung wesentlich weniger benötigt. Desweiteren schließt der Superabsorber die Flüssigkeit zuverlässiger ein so dass, anders als bei Zellstoff, selbst bei Druck auf die Windel die Feuchtigkeit nicht wieder heraus kommt.

Superabsorber vs. Zellstoff

Superabsorber (links) im Vergleich zu Zellstoff (rechts)

Alter Saugkern (links), neuer Saugkern (rechts)

Der Belastungstest

Nach wenigen Sekunden

Nach einer guten Minute

der volle Saugkern

Der Vergleich der beiden Technologien

Die neue Windel fühlt sich nach einigen Minuten tatsächlich trockener an als die "alte"

 

Durch dieses neue Granulat sagt Pampers, die Active Fit mit Dry Max sei die dünnste und saugfähigste Pampers.

Interessante Fakten

Ich habe einen sehr interessanten und lehrreichen Nachmittag in Schwalbach verbracht und muss sagen, dass ich eine Windel heute mit etwas anderen Augen betrachte als vor dem Besuch. Es gibt noch weitere interessante Fakten, die ich während bei Pampers gelernt habe und die ich Euch nicht vorenthalten möchte.

Fassungsvermögen einer Pampers. Als einzigen Mann in der Runde hatte ich an die Fachleute einige technische Fragen. So interessierte mich zum Beispiel brennend, wie viel in eine handelübliche Pampers “reingeht“. Das Ergebnis hat mich überrascht. Eine Pampers kann bis zu einem halben Liter Flüssigkeit aufnehmen bevor sie “voll” ist. Unter realen Umständen, sind jedoch meist nicht mehr als 300 ml drin.

Internationale Unterschiede. In der Runde wurde gefragt, welche internationalen Unterschiede bei Windeln vorherschen, beispielsweise ob eine Pampers in Deutschland genau so ist wie eine Pampers in Asien oder Afrika. Die Unterschiede sind weit aus kleiner als ich erwartet hatte. Kinder entwickeln sich in den ersten zwei Lebensjahren alle gleich, egal wo auf der Welt sie geboren sind. D. h. es gibt wenig Unterschiede was Körpergröße, Gewicht, etc. anbelangt. Die einzigen Unterschiede gibt es bei der Wickeltechnik. In Amerika wird sehr eng gewickelt während in Asien sehr locker gewickelt wird.

Ich hoffe mein kleiner Bericht hat Dir gefallen. Sollten noch Fragen offen sein, freue ich mich über einen Kommentar von Dir. Ich werde versuchen sie so gut ich kann zu beantworten.

8 Kommentare

  • Toller Artikel, er stimmt mich schon ein wenig traurig, denn eigentlich wäre ich auch dabei gewesen :(

    Aber durch einen Krankheitsfall in der Familie war es leider nicht möglich. Aber lieber Andreas, Du hast so toll darüber berichtet, man kann sich richtig hineinversetzen, wie es vor Ort war.

    • Schön dass Dir mein Artikel gefällt und schade, dass Du nicht persönlich dabei sein konntest. Dann hätten wir uns endlich mal real getroffen.
      Hoffe der Krankheitsfall in der Familie war nichts ernstes.

      • Zum Glück nicht. Schade, dass wir uns nicht kennengelernt haben. Aber vielleicht bei einem nächsten Blogger-Event. Nun hatte auch ich gestern die Gelegenheit, bei einem Workshop im Pampers Forschungszentrum dabei zu sein. Es war wirklich super spannend, werde die Tage aucch darüber berichten.

  • Klasse Artikel! Wie kam man eigentlich zu der Einladung? Das wäre ich auch gerne mal hingegangen anstatt immer nur Testwindeln abzuholen

    • Danke Chris.
      Das Event wurde von einer PR-Agentur arrangiert. Nach welchen Kriterien die Teilnehmer ausgewählt wurden, kann ich Dir leider nicht sagen.

  • Das scheint ja ein richtiger Brainwash bei P&G gewesen zu sein. Mann, sind die toll! Hightech, das schon, das können die, keine Frage. Kann aber auch in die Hose gehen. Hier wird über die katastrophalen Feedbacks zur neuen Windel in den USA berichtet:
    http://themenblog.de/2010/05/20/mir-rast-der-blogger/?utm_source=feedburnerutm_medium=feedutm_campaign=Feed%3A+Themenblog+%28Themenblog%29.
    Ich finde, zu einem Beitrag wie hier, gehört auch eine kritische Stimme. Daher mein Kommentar. Im Übrigen weiß ich auch nicht, ob ich es gut finden soll, dass Eltern Kinder zu Versuchsobjekten machen, damit sie Geld sparen können. Vielleicht sehe ich das zu eng, aber ich würde meinem Kind keine Testprodukt geben.

    • Danke Balazs, natürlich sind auch kritische Kommentare immer gerne gesehen.
      Ich bin mir der Brisanz natürlich bewusst und habe daher meinen Bericht über den Besuch bei P&G sehr objektiv geschrieben.
      Selbstverständlich ist die Welle, die die neue Windel in Amerika gemacht hat, auch bis zu mir geschlagen. Ich denke Pampers hat hieraus gelernt und bezieht Blogger und Soziale Netzwerke zunkünftig früher mit in die Kommunikation ein – wahrscheinlich sind wir auch deshalb nach Schalbach geladen worden.

      Wie Du meinem Artikel entnehmen konntest, liegt mein Themenschwerpunkt auf der grundsätzlichen Forschungs- und Entwicklungsarbeit und nicht auf der neuen Pampers. Hierzu kann ich erst etwas sagen (und werde das vielleicht auch tun) wenn ich sie ausprobiert habe.

      Ich würde auch nicht so weit gehen zu sagen, Pampers wären die tollsten – aber selbst der kritischste Beobachter muss zugestehen, dass dort schon einiges an Forschungs- und Entwcklungsarbeit betrieben wird die so nicht überall wieder zu finden ist. Das hat ohne Frage einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen.

  • Hallo,

    ich hab deinen Blog erst vor kurzem gefunden – der Bericht ist ja klasse! Ein Freund von mir durfte vor Jahren mal in die “streng geheime” Fabrikation von Maoam anschauen und hatte auch viel zu erzählen. Ich finde es trotzdem erstaunlich, dass P&G so ein Event organisiert, mit so viel “Transparenz” hätte ich gar nicht gerechnet …
    Meine Freundin aus Iowa bestätigt, dass die neuen Windeln “eine Katastrophe seien”!

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    Als kleine Unterstützung, bei all den Kaufentscheidungen, soll Dir dieser Beitrag dienen.

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    Die Zeit der kalten Kissen beginnt oft einige Wochen vor der Entbindung. Der Babybauch Deiner Partnerin ist, neben anderen Körperteilen, so groß geworden, dass der Akt nicht mehr das ist was er sein sollte.

    Die Angst vieler Männer, dem Kind in diesem (oder irgendeinem anderen) Stadium der Schwangerschaft Schaden zuzufügen ist zwar in der Regel unbegründet – doch Spaß macht Sex jetzt nur noch bedingt.

    Sechs Wochen, nachdem die Frau niedergekommen ist, wird Enthaltsamkeit empfohlen.

    Ja richtig, sechs Wochen.

    Eventuell sogar länger, je nachdem wie die Entbindung gelaufen ist.

    Die Wunden, die die Geburt hinterlassen hat, müssen zunächst verheilen. Eine lange Zeit – sag jetzt nicht ich hätte Dich nicht rechtzeitig gewarnt!

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    Aus dem Kindergarten, der Krabbelgruppe oder der Schule.

    Die Super-Eltern. 


    
Immer gut gelaunt, gut gekleidet, frisch geduscht und herausgeputzt. 



    Sie lachen, rennen mit Ihren Kindern um die Wette und scheinen vor Energie nur so zu strotzen.

    Die nerven.

    Und zwar nerven die Dich und mich, weil wir nicht so sind.

    

Wir kommen morgens nicht und schon gar nicht ausgeschlafen aus dem Bett.

    

Am Kindergarten angekommen sind wir von den ersten Debatten mit den Kleinen schon angenervt und ausserdem unter Termindruck, weil wir jetzt dringend ins Büro müssen.

    Die nerven, weil sie neben der scheinbar mühelosen Kindererziehung auch noch Zeit für sich selbst haben.

    

Sie gehen Hobbies nach, treffen sich mit Freunden und treiben sogar Sport.

    Heute lüfte ich das Geheimnis und verrate Dir, wie auch Du zu einem gut gelaunten, erholten Superpapa wirst.

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    Papa-Online ist ein Väterblog.

    Bei meinen Themen dreht es sich um Dinge, die für Väter wichtig sind.

    Trotzdem lesen viele Frauen mit – und das ist auch gut so.

    Besonders heute, denn heute wende ich mich direkt an Euch, liebe Frauen & Mütter.

    Wieder einmal möchte ich die Brücke schlagen um durch mehr Verständnis für einander, das gemeinsame Leben zu erleichtern.

    Väter wollen mehr Zeit mit den Kindern verbringen und sich aktiver in die Erziehung einbringen.

    Auch viele Mütter wünschen sich Entlastung durch Ihren Mann.

    Idealsituation, doch warum sollte ich dann darüber etwas schreiben wollen?

    Die Harmonie trügt.

    Auch wenn beide Partner ein Ziel haben, das in gleiche Richtung geht, gibt es im wahren Leben immer wieder Konflikte und Enttäuschungen auf beiden Seiten.

    Denn obwohl Mütter sich mehr Unterstützung von den Vätern wünschen, können sie sich schlecht raushalten und reden den Vätern ständig rein was die Väter frustriert und demotiviert.

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