Der Vater, das unerforschte Wesen. (So verändert eine kleine Nachricht einen Mann.)

Endlichschwanger
Lesezeit: ca. 5 Minuten

Endlich geschafft – vielleicht gab es Probleme mit dem Schwanger werden doch nun ist es vollbracht – Du wirst Papa.

Egal ob geplant oder Zufall – die Nachricht über eine Schwangerschaft setzt unweigerlich Emotionen frei. Bei den Frauen meist deutlich stärker als bei Männern.
Frauen sind jetzt gar nicht mehr auf den Boden zu bekommen und schweben wie auf Wolke 7.
Klar, ich habe mich auch sehr gefreut als meine Frau mir eröffnete, dass es nun endlich geklappt hat oder war ich einfach erleichtert?
Ich denke wir Männer sind mit dieser Nachricht erst einmal überfordert. Was bedeutet es, welche Konsequenzen hat es, was kommt auf mich zu? All diese Fragen lassen sich jetzt noch gar nicht erfassen. Stolz, Freude und Unsicherheit wechseln sich im Sekundentakt ab. “Mann” ist sich der Tragweite dieser Nachricht nicht bewusst.
Vielleicht hängt es damit zusammen, dass sich für uns Männer jetzt erstmal nichts ändert. Zwischen der Information und der tatsächlichen Auswirkung auf unser Leben liegen ja gut und gerne noch 9 Monate. Wir dürfen weiterhin alles essen, unser Bier trinken, rauchen, bekommen keinen Bauch (ausser vom Bier trinken), haben keine Wassereinlagerungen oder ähnliches. Gut, wir müssen vielleicht unser Arbeitszimmer opfern, dieses als Kinderzimmer einrichten und sonstige Kinderbesorgungen machen – kein Problem: Nestbau ist unser Ding. Je nach Gemütszustand der Partnerin gilt es noch die eine oder andere Stimmungsschwankung hinzunehmen, doch viel mehr ändert sich ja erstmal nicht, oder?

Nicht nur bei der Frau spielen die Hormone verrückt

In der Natur kümmern sich gerade einmal bei 10 % der Lebewesen die Männer mit um die Aufzucht des Nachwuchses – also bei 90 % geht es nach der Devise – Spaß haben und auf Nimmerwiedersehen. Wir gehören zu dieser Minderheit und dennoch sind wir Männer seit jeher bei Forschungen zum Thema Schwangerschaft stiefmütterlich vernachlässigt worden. Die Auswirkung einer Schwangerschaft auf die Psyche und den Körper von Frauen ist hinlänglich untersucht  worden. Doch was passiert mit uns Männern? Die Forscherin Anne Storey von der “Memorial University of Newfoundland” hat bei 34 “schwangeren” Paaren regelmäßig Blutproben entnommen, sowohl vor als auch nach der Geburt und diese auf Hormone hin untersucht (Cortisol, Prolaktin und Testosteron). Das Ergebnis der Frauen hat nicht weiter überrascht. Interessant war jedoch, dass sich auch bei den Männern der Hormonspiegel, ähnlich wie bei den Frauen, verändert hat.

Auch Männer verändern sich in der Schwangerschaft

Im Laufe der Schwangerschaft machen sich beim Mann einige Veränderungen bemerkbar. Vielleicht hängt das, mit dem veränderten Hormonspiegel zusammen. Wie gesagt, das Thema Mann und Schwangerschaft steckt forschungsseitig noch in den Kinderschuhen, daher weiß ich auch nicht ob die folgenden Veränderungen, die ich bei mir und bei Freunden festgestellt habe, repräsentativ sind:
  • Gewichtszunahme- in der Zeit als meine Frau schwanger war, habe ich ca. 4 kg zugenommen. Der Hauptgrund lag sicher darin, dass sie abends Gelüste auf Süßigkeiten hatte. Sie öffnete also eine Tüte Süßkram und aß ein paar Happen bevor ihr schlecht wurde. Den Rest der Tüte habe ich dann meist verputzt. Bei der aktuellen Schwangerschaft hilft mir meine kürzlich entdeckte Lebensmittelallergie mein Gewicht zu halten – ich darf einfach nichts von dem essen vorauf sie gerade so abfährt.
  • Beschützerinstinkt - volle Einkaufsstraßen beim Samstagsbummel und das Geschiebe darin lassen Deine Alarmglocken aufleuten. Du gehst wie ein Bodyguard mit breiten Schultern immer direkt vor Deiner Frau her und verscheuchst alle die dem Babybauch zu nahe kommen mit grimmigem Gesichtsausdruck – Stress pur. Oder Du sprichst Leute im Bus, Zug, am Flughafen, usw. an, sie mögen bitte aufstehen und Deine schwangere Frau sitzen lassen.
  • Sentimentalität - romantische Filme im Kino oder im Fernsehen, emotionale Momente gehen jetzt nicht mehr eindruckslos an Dir vorbei. Klar hast Du diese auch vorher schon registriert aber Du bekamst doch keine feuchten Augen vor Rührung. Bei so manchen Gelegenheiten fragst Du Dich: “Mann, was ist denn jetzt los?”.
  • Verstärkte Wahrnehmung beim Thema “Kinder” - die Nachrichten sind voll von Schreckensmeldungen aller Art und man ist leider schon viel zu abgestumpft. Auch wenn früher etwas passiert ist, bei dem Kinder zu Schaden gekommen sind, dachte ich “echt schlimm, die Armen”. Seit dem ich aber wusste, dass ich selbst Vater werden und besonders seit dem ich einer bin, packen mich solche Nachrichten weitaus länger und sie schockieren richtig.
  • Hausmännlichkeit - aus dem Straßenköter wird ein Stubenkater. Es war ein langsamer fast schleichender Prozess. In der Schwangerschaft habe ich meiner Frau hauptsächlich die schweren Sachen abgenommen, wie die hohen Fenster putzen, Einkäufe erledigen, etc. Zum Hausmann bin ich dabei noch nicht mutiert. Zum Beispiel hasse ich weiterhin alles was mit aufräumen und putzen im weitesten Sinne zu tun hat – hier bleibt die klassische Rollenverteilung (was für uns beide OK ist!). Dennoch mache ich heute im Haushalt deutlich mehr als vor der Schwangerschaft, ich koche regelmäßig, mittlerweile sogar richtig gut, gehe einkaufen und achte verstärkt darauf weniger Unordnung zu machen.

Kinder ändern Männer

So abgedroschen diese Floskeln klingen mag, ein Kind verändert Dich mehr als Du erwartest. Ich habe das selbst nie erwartet. Klar, dass sich Dein Leben ändert ist ziemlich nachvollziehbar. Aber wie sehr Du Dich selbst veränderst, wie die Werte und Prioritäten sich ändern, hatte ich nicht erwartet.
Der (ehemalige) Frontsänger von Oasis, Liam Gallager, der Schlagzeilen durch Schlägereien in Nobelhotels, Pöbeleien gegen Robbie Williams und alle Welt, Drogen und Alkoholexzesse viel Aufsehen erregt hat, spielt heute lieber mit seinen Kindern als auf wilde Parties zu gehen. Dem britischen Mirror sagte er: „Ich liebe es, Zeit mit den Kindern zu verbringen und schwimmen zu gehen“.
Jonny Depp, der sich vor Liam Gallager mit seinen Eskapaden nicht verstecken braucht sagt heute, seine Familie ist das Wichtigste. Sein Leben wäre zwar “langweilig” aber deutlich “glücklicher”. Auch 50Cent, der Rap-Star aus Amerika mit seiner langen Vorstrafenliste, ist erst durch seinen Sohn wieder auf die rechte Bahn gekommen.

Wie hast Du Dich verändert als Du die freudige Nachricht erhalten hast?

Photo credits: G u i d o

1 Kommentar

  • Hi,
    nicht in allem kann ich mich wiedererkennen, aber was bei mir besonders hart Einzug gehalten hat: Nachrichten oder auch fiktive Filme, bei denen Kindern etwas zustößt sind für mich seit dem Geburts meines Sohnes kaum noch ertragen. Dies setzt aber eigentlich erst nach der Geburt ein.

    Heiko

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    Ich weiß nicht wie es Dir geht, doch mich haben diese Kettenmails, mit lustig animiertem Schneefall oder bauchwackelnden Weihnachstmännern ziemlich genervt.

    Ich will nicht nerven.

    Was ich aber wohl will, ist Dir ein tolles Neues Jahr zu wünschen.

    Ich hoffe, Du hast die Feiertage und besonders das gestrige Silvester gut überstanden und verlebt. Ich weiß nicht wie es Dir geht aber seid dem ich Vater bin, freue ich mich immer auf das kommende Jahr.

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    Welches Familienauto soll es sein, welchen Kinderwagen, wie sollte das Kinderzimmer sein, etc.

    Als kleine Unterstützung, bei all den Kaufentscheidungen, soll Dir dieser Beitrag dienen.

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    Die Zeit der kalten Kissen beginnt oft einige Wochen vor der Entbindung. Der Babybauch Deiner Partnerin ist, neben anderen Körperteilen, so groß geworden, dass der Akt nicht mehr das ist was er sein sollte.

    Die Angst vieler Männer, dem Kind in diesem (oder irgendeinem anderen) Stadium der Schwangerschaft Schaden zuzufügen ist zwar in der Regel unbegründet – doch Spaß macht Sex jetzt nur noch bedingt.

    Sechs Wochen, nachdem die Frau niedergekommen ist, wird Enthaltsamkeit empfohlen.

    Ja richtig, sechs Wochen.

    Eventuell sogar länger, je nachdem wie die Entbindung gelaufen ist.

    Die Wunden, die die Geburt hinterlassen hat, müssen zunächst verheilen. Eine lange Zeit – sag jetzt nicht ich hätte Dich nicht rechtzeitig gewarnt!

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    Du kennst sie bestimmt.



    Aus dem Kindergarten, der Krabbelgruppe oder der Schule.

    Die Super-Eltern. 


    
Immer gut gelaunt, gut gekleidet, frisch geduscht und herausgeputzt. 



    Sie lachen, rennen mit Ihren Kindern um die Wette und scheinen vor Energie nur so zu strotzen.

    Die nerven.

    Und zwar nerven die Dich und mich, weil wir nicht so sind.

    

Wir kommen morgens nicht und schon gar nicht ausgeschlafen aus dem Bett.

    

Am Kindergarten angekommen sind wir von den ersten Debatten mit den Kleinen schon angenervt und ausserdem unter Termindruck, weil wir jetzt dringend ins Büro müssen.

    Die nerven, weil sie neben der scheinbar mühelosen Kindererziehung auch noch Zeit für sich selbst haben.

    

Sie gehen Hobbies nach, treffen sich mit Freunden und treiben sogar Sport.

    Heute lüfte ich das Geheimnis und verrate Dir, wie auch Du zu einem gut gelaunten, erholten Superpapa wirst.

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    Papa-Online ist ein Väterblog.

    Bei meinen Themen dreht es sich um Dinge, die für Väter wichtig sind.

    Trotzdem lesen viele Frauen mit – und das ist auch gut so.

    Besonders heute, denn heute wende ich mich direkt an Euch, liebe Frauen & Mütter.

    Wieder einmal möchte ich die Brücke schlagen um durch mehr Verständnis für einander, das gemeinsame Leben zu erleichtern.

    Väter wollen mehr Zeit mit den Kindern verbringen und sich aktiver in die Erziehung einbringen.

    Auch viele Mütter wünschen sich Entlastung durch Ihren Mann.

    Idealsituation, doch warum sollte ich dann darüber etwas schreiben wollen?

    Die Harmonie trügt.

    Auch wenn beide Partner ein Ziel haben, das in gleiche Richtung geht, gibt es im wahren Leben immer wieder Konflikte und Enttäuschungen auf beiden Seiten.

    Denn obwohl Mütter sich mehr Unterstützung von den Vätern wünschen, können sie sich schlecht raushalten und reden den Vätern ständig rein was die Väter frustriert und demotiviert.

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