5 goldene Regeln, die Du Deinem Kind für den Umgang mit Geld beibringen solltest

Lesezeit: ca. 6 Minuten
Money makes the world go round. Ohne Moos nix los. …

Geld ist der Dreh- und Angelpunkt in der heutigen Gesellschaft. Es ist nicht möglich sich diesem Druck zu entziehen. Wir alle gehen arbeiten, damit wir Geld verdienen um unser Leben zu finanzieren.

Wer ein gutes Leben haben will, muss wissen wie man mit Geld umgeht. Was sind die wichtigsten Regeln, was ist gut und was ist nicht gut.

Doch, wo lernen wir all das? Bedenkt man die Bedeutung des Geldes in unserer Welt, so sollte man annehmen, dass es das Hauptfach Nummer eins in der Schule ist. Weit gefehlt. Die schulische Bildung blendet das Thema Geld und private Finanzen fast vollständig aus. Alles was wir über Geld und Finanzen wissen, lernen wir von unseren Eltern. Deshalb kommen einige Menschen gut mit ihrem Geld aus und andere Menschen haben ständig Schulden und kommen zu Peter Zwegat ins Fernsehen.

Unsere Kinder in Punkto Finanzen und Umgang mit Geld fit zu machen ist eine große Aufgabe für uns Eltern. Was sollte ich meinem Kind beibringen und wie packe ich es an?

Über Geld reden

Über Geld redet man nicht!

Das ist eine weit verbreitete Meinung und etwas, dass Kinder leider viel zu oft zu hören bekommen. Doch, wenn man mit den Kindern nicht über Geld redet, wie sollen Sie dann lernen damit umzugehen? So wie ein Kind auf ein Fahrrad steigen muss um Fahrradfahren zu lernen so muss mit ihm über Geld gesprochen und es langsam an den Umgang damit gewöhnt werden, wenn es später Finanzkompetenz haben soll.

Eltern, die so mit dem Thema Geld umgehen kümmern sich meist selbst nur ungern darum oder haben Scham gegenüber den Kindern zuzugeben, dass das Geld eventuell knapp ist.

Kinder sind hierbei jedoch viel offener und wenig von Prestigedenken eingenommen. Ein Kind kann schnell verstehen, dass sich ein Wunsch nicht sofort befriedigen lässt, weil gerade nicht genug Geld zur Verfügung steht.

Wir müssen unseren Kindern beibringen, das Geld ein Mittel zum Zweck ist. Geld brauchen wir um Essen zu kaufen, um in den Urlaub zu fahren und um uns die schönen Dinge des Lebens – wie Spielzeug – leisten zu können.

Regeln für Taschengeld

Das Taschengeld ist für Kinder das erste, regelmäßige Einkommen. Die richtige Höhe ist Sache der Eltern. Wenn Du unsicher bist, wie viel genug ist, hilft der Dialog mit anderen Eltern aus Eurem Umfeld, bspw. aus dem Kindergarten oder der Schule.

Damit Kinder lernen mit dem Geld umzugehen, mußt Du gewisse Regeln einhalten.

  • Kein Kredit auf das Taschengeld - Kinder müssen lernen, dass sie jeden Euro nur einmal ausgegeben können. Ist das Taschengeld verbraucht, müssen sie bis zum nächsten Zahltag warten und können bis dahin nichts kaufen.
  • Kein Vorschuss auf das Taschengeld - eine weitere Alternative zum Kredit ist der Vorschuss. Auch hier solltest Du hart sein. Es geht ja darum, dass Dein Kind lernt sich das Geld einzuteilen und damit über einen bestimmten Zeitraum auszukommen.
  • Fixe Taschengeldhöhe, unabhängig vom Verhalten - das Taschengeld muss eine feste Größe sein. Es sollte nicht davon abhängen ob das Kind sich gut benommen oder eventuell im Haushalt mitgeholfen hat. Das Sozialverhalten sollte nicht mit Geld geübt werden.

Die 5 goldenen Regeln im Umgang mit Geld

Mit Geld umzugehen ist eigentlich nicht schwer, wenn man es richtig beigebracht bekommt und versteht. Für Kinder ist dies natürlich nicht einfach. Nur wenn sie es von Anfang an lernen werden Sie es zunächst umsetzen und später verstehen.

  1. Bezahle zuerst dich selbst, dann die anderen – die erste Grundregel ist auch gleich die wichtigste. Erkläre Deinem Kind, dass von jedem Euro den Oma schenkt oder von dem Geld, dass es zum Geburtstag oder zu Weihnachten bekommt, 1/4 in die Spardose wandert. Kinder verstehen “Sparen” erst ab einem gewissen Alter. Mein Kleiner hat noch keine Ahnung von Sparen, aber er liebt es Geld in sein Sparschwein zu werfen. Ich hoffe er wirft es auch weiterhin lieber dort hinein als es in Süßigkeiten umzusetzen.
  2. Die Kraft von Zins und Zinseszins - wer spart, der kommt in den Genuss eines besonderen Erlebnisses – Zinsen und Zinseszinsen. Ohne dass man etwas tun muss wächst das Gesparte an. Je länger das Geld dort liegt, desto schneller vermehrt es sich. Auch für diese Einsicht müssen Kinder ein gewisses Alter und Verständnis haben. Wenn Du Deinem Kind erklärst, dass der Mann bei der Bank jeden Monat etwas zu dem Geld aus dem Sparschwein hinzulegt, wird es dass vielleicht noch nicht begreifen aber auf jeden Fall toll finden.
  3. Die Falle der Lebensstil-Inflation – Lebensstil-Inflation, ein Begriff den ich erst sehr spät kennengelernt habe, dessen Effekt ich aber kenne seitdem ich arbeite. Egal wie viel Geld Du verdienst – es reicht nie. Mit steigendem Einkommen wachsen die Ausgaben. Im schlimmsten Fall, wachsen die Ausgaben sogar stärker als die Einnahmen. Dies einem Kind begreiflich machen ist sehr schwer. Hier seid Ihr Eltern besonders gefragt. Es gilt die Vorbildfunktion auszuführen und das Konsumverhalten entsprechend zu gestalten. Viele Anschaffungen sind nicht notwendig sondern werden Just For Fun gekauft. Eine gute Methode solche “Impulskäufe” zu vermeiden, ist die 30-Tage-Liste. Alles was Du kaufen möchtest, setzt Du auf diese Liste. Nach 30 Tagen schaust Du auf die Liste und kaufst die Dinge, die Du nach 30 Tagen immer noch haben möchtest. Du wirst überrascht sein wie wenige übrig bleiben. Versuche das gleiche bei Deinem Kind umzusetzen – auch wenn es eventuell ungleich schwerer ist, da Kinder nicht für ihre Gelduld bekannt sind.
  4. Die Schuldenkette verhindern - Schulden sind in den meisten Fällen keine gute Idee. Sie sind teuer, unflexibel und nehmen Dir den finanziellen Freiraum. “Wie aber erkläre ich das meinem Kind?” Gute Frage. Versuchen wir es mit der gleichen Geschichte wie bei der Zins- und Zinseszinserklärung. Nur, dass es dieses Mal umgekehrt ist. Wenn Dein Kind einen Lolli kaufen will, und dafür Schulden macht, wird der Lolli teurer. So bekommt Dein Kind diese Woche für das Geld einen Lolli anstatt bis nächste Woche zu warten, und dann für das gleiche Geld zwei Lollis zu bekommen.
  5. Auch bei kleinen Anschaffungen sparen - wie sagte schon Oma immer “Kleinvieh macht auch Mist”. Getreu diesem Motto sollten Kinder frühestmöglich lernen, alle Preise zu vergleichen. Was kostet die Schokolade beim Edeka und was kostet die gleiche Schokolade am Kiosk? Wenn Kinder mit ihrem eigenen Geld umgehen kann dieser “Wettbewerb” den Kindern sehr viel Spaß machen.

Als Eltern haben wir gerade für dieses wichtige Thema eine unglaublich große Verantwortung, da Kinder alles was sie zum Thema Umgang mit Geld von zu Hause mitnehmen. Es gibt kein Unterrichtsfach, dass sich damit beschäftigt, kein Sommerkurs den sie besuchen können und wo ihnen der Umgang mit Geld beigebracht wird. Vielleicht ändert sich ja im Lehrplan unserer Schulen irgendwann mal dieser, aus meiner Sicht unglaubliche, Mißstand aber bis dahin werden wir wohl gefragt bleiben.

Wie gehst Du mit dem Thema Gelderziehung bei Deinen Kindern um oder wie hast Du vor Dich diesem Thema zu nähern.

Foto: .jo.hardell

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7 Kommentare

  • Hallo Andreas,

    klasse Artikel zum Thema und wirklich gute Ideen, um die Mechanik des Geldes zu verdeutlichen! Ich bin zwar erst seit 10 Monaten Papa und habe somit noch ein wenig Zeit, deine Punkte zu berücksichtigen, aber in ein paar Jahren werde ich bestimmt wieder dran denken :-)

    Viele Grüße, Tim

  • Da bringst Du mich auf was-das könnte man tatsächlich mit in den Unterricht einbauen oder schon mal locker im Kindergarten besprechen-was ja sicher auf die ein oder andere Art gemacht wird. Früher haben wir schön Altpapier gesammelt, da waren wir uns auch nicht zu schade für. Meine Große hab ich immer geschockt mit den Telefonrechnungen, die sie mir teilweise beschert hat-wenn ich ihr den Betrag in coolen Hosen oder Shirts erklärt habe, ist ihr das besser aufgegangen. Hatte sie eben weniger im Schrank. Und ja, ich finde es auch wichtig, den Kindern keinen Vorschuss zu geben. Auslegen ja, aber dann achte ich auch extrem drauf, dass ich das Geld wieder bekomme.

    PS: Schöner Artikel! LG Kaddi

    • Absolut – die Schule prahlt doch immer mit “fürs Leben lernen” aber solch wichtige Bereiche werden nicht gelehrt. Ich habe neulich in einem Bericht gesehen, dass in Berlin-Neukölln die Hauptschule den Kindern beibringt, wie man Hartz-IV beantragt und wie man mit diesem Geld auskommt. Auf der einen Seite schlimm, denn so werden die Kinder automatisch an den Sozialstaat weitergegeben. Auf der anderen Seite lernen sie aber zumindest wie sie damit zurecht kommen können ohne auf der Straße zu landen.

      Wenn ein solches Modell in allen Schulformen umgesetzt würde – ohne natürlich sich auf Hartz-IV zu konzentrieren sondern auf eine Einkommenssituation – wäre vielen Kindern später sehr geholfen.

      • Da weiß ich ja gar nicht, ob ich lachen oder heulen soll. Ich bin in dem Zusammenhang tatsächlich dafür, den Kindern so früh wie möglich den grundsätzlichen Umgang mit Behörden beizubringen. Und das Unterrichtsfach oder der Kurs könnte trocken heißen: Sparen im Alltag! Als Untertitel vielleicht noch: Wie ich heute überlebe und trotzdem an die Welt von morgen denke… Mensch, mensch-LG Kaddi

        • Meine Meinung. Wir versuchen schon jetzt unserem Sohn zu erklären was es mit Geld auf sich hat. Zwar noch früh aber wer weiß wofür es gut ist.

  • Hey – ich bin “werdener Vata” und lese das alles hier neuerdings wirklich sehr gerne. Bin nich der Jüngste, mit gut 40 Jahren kommt da ein erstes Kind. Und dem entsprechend bin ich natürlich dankbar für jeden Tip. Dieser Artikel allerdings hilft mir weit über die Ich-bekomme-ein-Kind-Probleme hinaus: Ich habe eben begriffen, warum ich diese speziellen Schwierigkeiten das Geld und den Besitz betreffend habe mit Menschen, die in der BRD (oder im NSW, jedenfalls nicht in der DDR) aufgewachsen sind: Ich habe vieles von dem, was Du da beschreibst erst lernen müssen,als ich ein Geschäft gestartet habe, jedenfalls nicht als Kind, das war einfach kein Thema.Und ich bin mir überhaupt nicht sicher, ob ich meinem Kind das Konzept des Zinswuchers oder des “Du-mußt-nicht-arbeiten-wenn Du-bereits-Geld-hast” wirklich vermitteln möchte, bevor es den Wert von Arbeit erfahren hat. Will hier nich die Kapitalismusdebatte vom Zaune brechen – war mir halt grade wichtig. Danke für den Denkanstoß. Euch allen viel Glück und Freude und schöne Weihnachten

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