“Unser kann schon laufen…” – Entwicklungswettkampf am Sandkasten

Entwicklung
Lesezeit: ca. 4 Minuten

Neulich auf dem Spielplatz fragte mich eine Mutter: “Na, kann er denn auch schon laufen?” Ich entgegnete: “Ja, an einer Hand schon ganz gut aber alleine traut er sich noch nicht.” “Och, unser läuft schon seit fast 3 Monaten ganz prima,” teilte mir die engagierte Mama ungefragt mit “außerdem kann er schon Mama, Papa und Ball sagen” .

Solche und ähnliche Szenen ereignen sich tagtäglich zu Hauf. Wo immer Eltern mit Ihren Kindern aufeinander treffen geht sofort das Vergleichen los. Man könnte meinen es gäbe so etwas wie ein “Kinderquartett“, die Anzahl Zähne schlägt krabbeln, sprechen schlägt laufen.

Schnell fühlt man sich bei solchen Fähigkeitswettkämpfen unterlegen und bekommt das Gefühl mit dem eigenen Kind stimmt etwas nicht, da es scheinbar dem Entwicklungstempo der anderen Kinder hinterher hinkt. Man fängt an Bücher zu wälzen, im Internet zu recherchieren und sogar den Kinderarzt um Rat zu fragen.

Jedes Kind entwickelt sich individuell. Die eine Entwicklungsphase wird schneller durchlaufen als die andere und das ist auch gut so. Solltest auch Du ab und an ein Fragezeichen auf der Stirn haben ob mit der Entwicklung Deines Kindes alles im “grünen” Bereich ist, habe ich eine Liste mit Entwicklungsstufen zusammengestellt und wann Dein Kind diese erreicht haben sollte.

Wann kommt der erste Zahn?

In der Regel bekommen Kinder ihren ersten Zahn mit ca. 7 Monaten. Bei Kindern, die früh dran sind kann es schon mit 3 Monaten weiß durchs Zahnfleisch blitzen. Es gibt sogar Fälle, bei denen das Baby bereits mit einem oder mehreren Zähnen im Mund zur Welt gekommen ist.

Wie das Zahnwachstum abläuft ist, ähnlich wie der Beginn, sehr unterschiedlich. Bei unserem Kleinen war es so, dass die ersten Zähne spät kamen, dann aber kontinuierlich und sogar 2-3 auf einmal. Bei anderen Kinder hingegen, bei denen das Wachstum früher eingesetzt hatte, stoppte es nachdem die ersten 4 Zähne da waren.

Wann sollte Dein Kind krabbeln können?

Auf dem Weg zur Mobilität ist das Krabbeln die erste Stufe. Was jedoch nicht heißt, dass etwas nicht stimmt wenn Dein Kind nicht krabbelt. Es gibt viele Fälle, in denen die Kinder das Krabbeln überspringen und vom robben und rollen direkt zum Laufen übergehen. Ansonsten fangen Kindern zwischen dem 6. und 10. Monat an sich krabbelnd fort zu bewegen.

Wann sollte Dein Kind laufen können?

Das Laufen ist die “Königsdisziplin” unter den Kleinkindern. Wahrscheinlich wird von uns Eltern dieser Stufe so hohe Bedeutung beigemessen, weil auch in der Evolution der Schritt von der vierfüßigen zur aufrechten Gangart ein großer war. Oder liegt es daran, dass unser Elternleben dadurch deutlich leichter wird, wenn das Kind selbst laufen kann und nicht mehr ständig getragen werden muss?

75% der Kleinkinder laufen mit ungefähr 13 Monaten alleine und ohne Hilfe. Dennoch ist es nicht bedenklich wenn Dein Kind zu diesem Zeitpunkt noch nicht läuft. Es gibt Kinder, die laufen erst mit 18 Monaten und sogar noch später. Kein Grund in Panik zu verfallen. Zum Laufen kann man kein Kind zwingen. Entweder es ist so weit, oder eben nicht. Du kannst Dein Kind aller höchstens zum Laufen animieren und darauf achten, dass es regelmäßig Fortschritte macht.

Wissenschaftliche Studien halten spätes Laufen und dadurch bedingtes langes Krabbeln für durchaus positiv für die weitere Entwicklung des Kindes. Durch die Koordination, von linkem Arm mit rechtem Bein und umgekehrt, verbessert sich die Vernetzung der linken und rechten Gehirnhälfte.

Wann sollte Dein Kind sprechen können?

Sprechen lernen ist eine der komplexesten Entwicklungen, die Dein Kind durchläuft und dauert über mehrere Jahre (einige Erwachsene haben es immer noch nicht richtig gelernt). Die sprachliche Entwicklung läuft in verschiedenen Phasen während der ersten 5 Lebensjahre ab. Beim Sprechen sind die Unterschiede in der Entwicklungsgeschwindigkeit, meiner Meinung nach, am größten. Es hängt nicht nur von der Veranlagung der Kinder ab, sondern auch von dem Umfeld in dem sie aufwachsen. So können Kinder mit 12 Monaten schon einige Silben plappern während andere schon ganze Worte herausbekommen.

Stress’ Dich bei diesem Thema nicht zu sehr. Albert Einstein konnte mit 9 Jahren noch nicht richtig fließend sprechen. Seine Eltern hielten Ihn daher für geistig behindert.

Entschleunigung der Kinderentwicklung

Eltern machen sich heute zu viele Gedanken darüber, ob sich die Kinder auch schnell genug entwickeln. Sie treiben das Kind, voll Sorge es könnte zurückbleiben, von einer Entwicklungsstufe zur nächsten ohne sich über die gemachten Schritte zu freuen und die Zeit mit dem Kind bewusst zu erleben und zu genießen. Nichts kann schnell genug gehen. Diese Eltern hört man später klagen, dass die Kinder “ja viel zu schnell groß geworden” seien.

Die Natur hat bei der Kindesentwicklung einen ziemlich guten Job gemacht. Ein Großteil der Entwicklungsabläufe/-phasen sind Jahrtausende alt und haben sich seitdem kaum verändert. Lassen wir unseren Kindern etwas mehr Zeit und Ruhe sich zu entwickeln und genießen wir jede Phase, so lange sie dauert.

Foto: jyri

1 Kommentar

  • Da hat es Geschichte des Jungen gegeben, der bis zum 12. Lebensjahr keinen Ton von sich gegeben hatte. Doch dann, ganz plötzlich und ohne Vorwarnung und am Tisch sitzend, sagte er: “Mama, die Suppe ist versalzen!” Die völlig fassungslose Mama stammelt hilflos, “ja aber – Gott – um Himmelswillen, du kannst ja sprechen! Du hast doch in deinem ganzen Leben noch nie ein Wort gesagt!” Worauf hin der Junge ernst entgegnet: “Bis jetzt war ja auch immer alles in Ordnung!”

    Ok, Spaß beiseite, ich hatte für solche Vergleichswettkämpfe immer unterschiedliche Strategien: Zum einen die: “Ja, stimmt schon, er sollte eigentlich schon laufen können – naja, aber andererseits, er zieht sich schon alleine aufs Klo hoch …”

    Die andere war der Gegenangriff: “Ja, ich bin auch ganz erstaunt, dass deiner schon laufen kann … aber schau doch mal: siehst du das? Mit seiner Hüfte stimmt was nicht …!”

    Schließlich gab es noch diese Variante: Baby hochnehmen, Sachen einpacken und sagen: “Ich glaube, ich gehe am besten gleich zum Arzt …!”

    Wie auch immer, Mann sollte sich nicht den Spaß verderben lassen …

    :-)

    rk-f

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    Ich weiß nicht wie es Dir geht, doch mich haben diese Kettenmails, mit lustig animiertem Schneefall oder bauchwackelnden Weihnachstmännern ziemlich genervt.

    Ich will nicht nerven.

    Was ich aber wohl will, ist Dir ein tolles Neues Jahr zu wünschen.

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    Als kleine Unterstützung, bei all den Kaufentscheidungen, soll Dir dieser Beitrag dienen.

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    Um die Kaufentscheidung zu beurteilen habe ich sie, aus heutiger Sicht, nach dem Schulnotensystem bewertet.

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    Die Zeit der kalten Kissen beginnt oft einige Wochen vor der Entbindung. Der Babybauch Deiner Partnerin ist, neben anderen Körperteilen, so groß geworden, dass der Akt nicht mehr das ist was er sein sollte.

    Die Angst vieler Männer, dem Kind in diesem (oder irgendeinem anderen) Stadium der Schwangerschaft Schaden zuzufügen ist zwar in der Regel unbegründet – doch Spaß macht Sex jetzt nur noch bedingt.

    Sechs Wochen, nachdem die Frau niedergekommen ist, wird Enthaltsamkeit empfohlen.

    Ja richtig, sechs Wochen.

    Eventuell sogar länger, je nachdem wie die Entbindung gelaufen ist.

    Die Wunden, die die Geburt hinterlassen hat, müssen zunächst verheilen. Eine lange Zeit – sag jetzt nicht ich hätte Dich nicht rechtzeitig gewarnt!

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    Du kennst sie bestimmt.



    Aus dem Kindergarten, der Krabbelgruppe oder der Schule.

    Die Super-Eltern. 


    
Immer gut gelaunt, gut gekleidet, frisch geduscht und herausgeputzt. 



    Sie lachen, rennen mit Ihren Kindern um die Wette und scheinen vor Energie nur so zu strotzen.

    Die nerven.

    Und zwar nerven die Dich und mich, weil wir nicht so sind.

    

Wir kommen morgens nicht und schon gar nicht ausgeschlafen aus dem Bett.

    

Am Kindergarten angekommen sind wir von den ersten Debatten mit den Kleinen schon angenervt und ausserdem unter Termindruck, weil wir jetzt dringend ins Büro müssen.

    Die nerven, weil sie neben der scheinbar mühelosen Kindererziehung auch noch Zeit für sich selbst haben.

    

Sie gehen Hobbies nach, treffen sich mit Freunden und treiben sogar Sport.

    Heute lüfte ich das Geheimnis und verrate Dir, wie auch Du zu einem gut gelaunten, erholten Superpapa wirst.

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    Papa-Online ist ein Väterblog.

    Bei meinen Themen dreht es sich um Dinge, die für Väter wichtig sind.

    Trotzdem lesen viele Frauen mit – und das ist auch gut so.

    Besonders heute, denn heute wende ich mich direkt an Euch, liebe Frauen & Mütter.

    Wieder einmal möchte ich die Brücke schlagen um durch mehr Verständnis für einander, das gemeinsame Leben zu erleichtern.

    Väter wollen mehr Zeit mit den Kindern verbringen und sich aktiver in die Erziehung einbringen.

    Auch viele Mütter wünschen sich Entlastung durch Ihren Mann.

    Idealsituation, doch warum sollte ich dann darüber etwas schreiben wollen?

    Die Harmonie trügt.

    Auch wenn beide Partner ein Ziel haben, das in gleiche Richtung geht, gibt es im wahren Leben immer wieder Konflikte und Enttäuschungen auf beiden Seiten.

    Denn obwohl Mütter sich mehr Unterstützung von den Vätern wünschen, können sie sich schlecht raushalten und reden den Vätern ständig rein was die Väter frustriert und demotiviert.

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