Sparen für die Kinder – das solltest Du beachten

Lesezeit: ca. 6 Minuten

Kinder kosten Geld – das ist für die wenigsten eine Überraschung. Der Kostenverlauf steigt überproportional zum Alter des Kindes. Ein Baby kostet somit weitaus weniger als ein schulpflichtiges Kind. Dieser Verlauf bietet uns als Eltern die Chance uns auf das, was da an Kosten auf uns zukommen wird, vorzubereiten.

Ein Hochschulstudium kostet zur Zeit gut 50.000 €, der Führerschein schnell 2.000 € und das erste Auto schlägt mit 5.000 € – 10.000 € zu Buche.

Nette Sümmchen. Wenn wir das alles aus unseren laufenden Einnahmen bezahlen müssten, wären diese schlicht nicht zu realisieren. Da wir aber noch einige Jahre Zeit haben, bis die wirklich “großen Brocken” auf uns zukommen, sollten wir diese Zeit nutzen und Geld beiseite legen, um unseren Kindern etwas bieten zu können. Je eher Du damit anfängst, desto schneller wird sich das Vermögen Deines Kindes aufbauen. Der größte Freund des Sparers sind die Brüder Zins und Zinseszins. Je länger Du Geld anlegst, desto mehr Freude wirst Du an ihnen haben

Als unser Sohn geboren wurde, habe ich mich mit dem Thema auseinandergesetzt. Ich habe kleine Überblick erstellt, welche Möglichkeiten es gibt, bzw. welche Vor- und Nachteile diese bergen.

Worin anlegen?

Wenn Du Dir überlegst, wie Du das Geld für Dein Kind anlegen willst, schießen Dir tausend Gedanken durch den Kopf:

  • das Geld soll sicher sein!
  • soll ich in Aktien investieren?
  • Renditen müssen stimmen!
  • was wenn die Börse schlecht läuft?
  • konservativer anlegen in Anleihen?
  • ich will keine Chance vergeben!

Möglichkeiten der Geldanlage

Es gibt unendlich viele Anlageprodukte bei den Banken und Versicherungen. Die folgenden Möglichkeiten habe ich recherchiert und für uns geprüft.

  • Ausbildungsversicherung: Ist im Grunde die Abwandlung einer Lebensversicherung. Sollte dem Einzahler etwas zustoßen, wird die Ablaufsumme an das Kind gezahlt. Diese Sicherheit büßt Du in der Regel mit schlechter Verzinsung ein. Niels Nauhauser, Finanzexperte bei der Verbraucherzentrale Baden-Würtenberg, bewertet dieses Paket als “Kombination aus mäßigem Risikoschutz und mäßiger Geldanlage
  • Tagesgeldkonten: Tagesgeldkonten sind eine sehr sichere Angelegenheit mit durchschnittlicher Verzinsung. Aktuell liegen die Zinsen bei 1,5%, eventuell kannst Du aber von Werbeaktionen einiger Banken profitieren, wenn Du ein neues Konto eröffnest. Da die Zinsen nicht festgeschrieben sind, kann sich das in den kommenden Jahren wieder verbessern. Der Charme am Festgeldkonto ist, dass das Geld tagesaktuell verfügbar ist. Sollte also Dein Kind also schon mit 16 den Führerschein machen wollen, hast Du schnell Zugriff auf das Geld ohne Abstriche in Kauf nehmen zu müssen
  • Banksparpläne: Eine weitere, relativ sichere Anlageform sind die Banksparpläne. Du zahlst regelmäßig einen Betrag ein, der sich zu einem festgelegten Satz verzinst. Meist sind diese Sparpläne auf bestimmte Laufzeiten festgelegt. Ist das Zinsniveau gut – macht es Sinn den Sparplan für eine längere Zeit abzuschließen. Du solltest dabei jedoch berücksichtigen, dass Du während dieser Zeit keinen Zugriff auf das Geld hast – und wenn doch, dann nur mit erheblichen Gebühren.
  • Bausparpläne: Eine besondere Form des Sparplanes ist der Bausparplan. Ein Bausparvertrag hat zwei Komponenten. Zum einen wird hier Geld angespart, wofür es natürlich auch Zinsen gibt. Zum anderen bekommt der Bausparer die Möglichkeit später einen bestimmten Betrag zu einem festgeschriebenen Zins als Darlehen aufzunehmen. Für die frühe Geldanlage Deines Kindes dürfte diese Option nicht besonders vorteilhaft sein. Da wir aktuell ein sehr niedriges Zinsniveau haben, werden die Zinsen für das später mögliche Darlehen niedrig angesetzt. Sollte sich Dein Kind also in 20 Jahre Geld leihen wollen, wird es einen Vorteil haben, wenn bis dahin die Zinsen wieder gestiegen sind. Doch nicht nur die Darlehenzinsen sondern auch die Guthabenzinsen für das eingezahlte Kapital sind aktuell niedrig, so dass der Bausparvertrag als Geldanlage keine gute Rendite abwirft.
  • Fonds/Aktien: Die Investition an der Börse lockt mit größeren Gewinnchancen, birgt aber auch ein höheres Risiko. Jeden Tag geht es an der Börse rauf und runter. Es ist sehr schwer den richtigen Kauf und Verkaufzeitpunkt zu finden. Die Vergangenheit zeigt dass, egal wie groß die Auf und Abwärtsbewegungen auch waren, sich die Börse über den langfristigen Zeitraum betrachtet stets positiv entwickelt hat. Gerade bei Investitionen über länge Frist, lohnt es sich über eine Anlage in Fonds/Aktien nachzudenken. Ob Du Fonds oder Aktien für Dein Kind kaufst hängt maßgeblich davon ab, wie gut Du Dich damit auskennst. Für Börsenanfänger sind Fonds wahrscheinlich die bessere Wahl, da sich hier professionelle Fondsmanager darum kümmern den Fond möglichst steigen zu lassen. Dieser Service ist oft nicht kostenfrei, daher solltest Du bei der Wahl der Fonds auf die Gebühren achten, die schnell bei 5% liegen können.

Bei Deiner Entscheidung für eine Anlageform solltest Du Dir 3 Fragen stellen:

  1. Wie lange will ich sparen?
  2. Will ich das Geld zu einem bestimmten Alter des Kindes zur Verfügung haben, oder möchte ich flexibel Geld abrufen können?
  3. Wie hoch ist meine Risikobereitschaft?

Wofür Du Dich auch entscheidest, Du solltest auf jeden Fall ein eigenes Konto oder Depot für Dein Kind eröffnen. Nur so kannst Du den Sparerfreibetrag von 801 € nutzen. Ansonsten läufst Du Gefahr, dass Dein eigener Freibetrag aufgebraucht ist und Du für die Kapitalerträge des Kindes Steuern zahlen musst.

Wir haben uns bei beiden Kinder für ein Tagesgeldkonto entschieden. Die Verzinsung ist zwar aktuell nicht üppig, doch das Geld ist dort erst mal relativ sicher angelegt. In den nächsten Monaten werde ich dann wahrscheinlich einige Aktien für die Kinder kaufen und diese für die nächsten 10 Jahre liegen lassen.

Andere Vorsorgebausteine nicht ausser Acht lassen

So wichtig es ist Geld für später anzulegen, Du solltest die anderen Bausteine des “Vorsorgemixes” für Dein Kind nicht unbeachtet lassen. Am wichtigsten ist in diesem Fall eine ausreichende Versicherung des Kindes gegen Invalidität und dergleichen (ausführliche Informationen welche Versicherungen Du für Dein Kind abschließen solltest).

Bedenke, dass diese Versicherungen ebenfalls Geld kosten. Prüfe und optimiere zunächst die Risikoversicherung für Dein Kind damit es für den schlimmsten Fall abgesichert ist. Erst dann würde ich mir über den Betrag für die Geldanlage Gedanken machen um sicher zu gehen, dass dieser Betrag auch in Zukunft bezahlbar bleibt.

Nicht das Geld anderer Leute anlegen

Geld für die Zukunft der Kinder anzulegen ist wichtig, das sieht wohl kaum jemand anders. Daher laufen viele Eltern nach der Geburt des Kindes zur Bank und legen Geld für Ihr Kind an. Dabei scheinen viele zu vergessen, dass das Haus noch nicht abbezahlt ist oder das noch ein Kredit für das Auto läuft.

Auf der einen Seite selbst Schulden zu haben und auf der anderen Seite Geld für das Kind anzulegen ist wirtschaftlich unklug. Die Zinsen für die laufenden Kredite sind in aller Regel deutlich höher als die Zinsen, die Du auf das Gesparte für Dein Kind bekommst.

Du sparst in diesem Fall also Geld an, dass Du Dir vorher geliehen hast und bekommst dafür deutlich weniger Zinsen als Du für das gleiche Geld bezahlst! Versucht daher zunächst Eure Schulden zu tilgen und fangt etwas später an, dafür dann mit höheren Beträgen, für das Kind anzulegen.

Foto: annia316

8 Kommentare

  • Eine hilfreiche und gute Zusammenfassung der Alternativen. Und da ich mich ganz aktuell mit dem Thema befasse, noch eine Anmerkung bzw. einen Hinweis mit einer abgewandelten Variante: Die Fonds-Sparpläne.
    In Stichpunkten die Charakterzüge anhand der durchschnittlichen Angebote bei (Direkt-/Online) Banken:
    - flexibler Sparbetrag, Einzahlungsrhythmus, Sonderzahlungen/Zahlungspausen
    - Cost-Average-Effekt
    - meist keine Depotgebühren, keine Ausgabeaufschläge, geringe Gebühren
    - große Auswahl an Fonds (gemessen am Wertpapiermarkt relativ sicher)
    - Risiko/Rendite der Fonds meist leicht verständlich dargestellt
    - nahezu keine Notwendigkeit die Kurse im Auge zu behalten, zumindest bei renommierten Fonds
    - für Wertpapier-Anfänger gut geeignet

    Nachteil ist ganz klar, dass man nicht kurzfristig auf das Geld angewiesen sein darf. Man kann zwar (fast) jederzeit die Fonds verkaufen, aber der sich durch Kursschwankungen ergebende Wert zum Tag X kann eben zu Verlusten führen. Es gilt also auch hier das Grundprinzip bei Wertpapieren.
    Ein wenig vergleichen lohnt natürlich auch hier – vorallem nicht der ersten Empfehlung der Hausbank (dem Schalterberater) blind folgen. Hier werden meist nur Produkte angeboten, die a) einen direkten Bezug zur Bank haben (z.B. eigene Fonds oder von Partnerunternehmen) oder b) der Bank gute Provisionen bescheren (Stichwort Ausgabeaufschlag/Verwaltungsgebühren).
    Alles in Allem ergibt sich dadurch eine durchaus interessante Möglichkeit des langfristigen Ansparen – so meine Meinung ;-)

    An dieser Stelle sei auch mal gesagt: Danke für Blog/Twitter und weiter so Andreas!

  • Mit dem Thema hatte ich mich aktuell auch gerade befasst – eigentlich wollte ich dazu noch irgendwann was im Blog schreiben, aber dieser super Übersicht ist ja nichts mehr hinzuzufügen, also werde ich einfach hierher verweisen ;)

    Wir haben uns ebenfalls für ein Tagesgeldkonto entschieden, im Moment gibt es sowieso kaum irgendwo nennenswerte Zinsen, da macht es aus meiner Sicht wenig Sinn, das Weihnachtsgeld der Kleinen langfristig anzulegen. Es kommen auch wieder bessere Zeiten und Zinsen.

  • Wieso wird eigentlich nur für Väter empfohlen? Auch Mütter wollen Sparen =)

    • Liebe Miriam
      wie der Titel schon sagt, handelt es sich um einen Blog von Mann zu Mann. Ich freue mich über jede Frau, die hier mitliest und mitmacht doch mein Hauptaugenmerk gilt den Vätern. ;)

  • Hallo,

    schöne Zusammenfassung der Sparmöglichkeiten.
    Allerdings tendiere ich zu einem Bausparvertrag, gerade beim aktuellen Zinsniveau. Hier sind auch aktuell mit Bonuszinsen bis zu 4 % möglich (effektiv etwas weniger!).
    Ich tendiere z.B. bei Dekeka, hier habe ich dann zwar “nur” maximal 3,6 % inkl. Bonuszinsen, aber ab dem 1. Euro 3 % Verzinsung. So etwas bekommt man bei Banksparplänen derzeit nicht.

    Ich wollte den Bausparvertrag dann noch mit einem Mini-Fonds (z.B. 25 € mtl.) kombinieren, aber meine Frau ist gegen Aktienfonds ;)

  • Kennt jemand eine gute Übersicht über gute Angebote mit einer akzeptablen Verzinsung?
    Will für meine Tochter monatlich etwas zur Seite legen, finde aber nichts, was mich vom Hocker wirft.

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    Ich will nicht nerven.

    Was ich aber wohl will, ist Dir ein tolles Neues Jahr zu wünschen.

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    Welches Familienauto soll es sein, welchen Kinderwagen, wie sollte das Kinderzimmer sein, etc.

    Als kleine Unterstützung, bei all den Kaufentscheidungen, soll Dir dieser Beitrag dienen.

    Ich habe die größten Anschaffungen, die wir in den letzten 4 Jahren getätigt haben, notiert und dazu die Gedanken, die wir uns vor dem Kauf gemacht haben.

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    Im Dunstkreis des Entbindungstermins wehen im Schlafzimmer die Fahnen auf Halbmast und das Bett wird statt zum Bei- nur noch zum Nachtschlaf aufgesucht.

    Die Zeit der kalten Kissen beginnt oft einige Wochen vor der Entbindung. Der Babybauch Deiner Partnerin ist, neben anderen Körperteilen, so groß geworden, dass der Akt nicht mehr das ist was er sein sollte.

    Die Angst vieler Männer, dem Kind in diesem (oder irgendeinem anderen) Stadium der Schwangerschaft Schaden zuzufügen ist zwar in der Regel unbegründet – doch Spaß macht Sex jetzt nur noch bedingt.

    Sechs Wochen, nachdem die Frau niedergekommen ist, wird Enthaltsamkeit empfohlen.

    Ja richtig, sechs Wochen.

    Eventuell sogar länger, je nachdem wie die Entbindung gelaufen ist.

    Die Wunden, die die Geburt hinterlassen hat, müssen zunächst verheilen. Eine lange Zeit – sag jetzt nicht ich hätte Dich nicht rechtzeitig gewarnt!

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    Du kennst sie bestimmt.



    Aus dem Kindergarten, der Krabbelgruppe oder der Schule.

    Die Super-Eltern. 


    
Immer gut gelaunt, gut gekleidet, frisch geduscht und herausgeputzt. 



    Sie lachen, rennen mit Ihren Kindern um die Wette und scheinen vor Energie nur so zu strotzen.

    Die nerven.

    Und zwar nerven die Dich und mich, weil wir nicht so sind.

    

Wir kommen morgens nicht und schon gar nicht ausgeschlafen aus dem Bett.

    

Am Kindergarten angekommen sind wir von den ersten Debatten mit den Kleinen schon angenervt und ausserdem unter Termindruck, weil wir jetzt dringend ins Büro müssen.

    Die nerven, weil sie neben der scheinbar mühelosen Kindererziehung auch noch Zeit für sich selbst haben.

    

Sie gehen Hobbies nach, treffen sich mit Freunden und treiben sogar Sport.

    Heute lüfte ich das Geheimnis und verrate Dir, wie auch Du zu einem gut gelaunten, erholten Superpapa wirst.

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    Papa-Online ist ein Väterblog.

    Bei meinen Themen dreht es sich um Dinge, die für Väter wichtig sind.

    Trotzdem lesen viele Frauen mit – und das ist auch gut so.

    Besonders heute, denn heute wende ich mich direkt an Euch, liebe Frauen & Mütter.

    Wieder einmal möchte ich die Brücke schlagen um durch mehr Verständnis für einander, das gemeinsame Leben zu erleichtern.

    Väter wollen mehr Zeit mit den Kindern verbringen und sich aktiver in die Erziehung einbringen.

    Auch viele Mütter wünschen sich Entlastung durch Ihren Mann.

    Idealsituation, doch warum sollte ich dann darüber etwas schreiben wollen?

    Die Harmonie trügt.

    Auch wenn beide Partner ein Ziel haben, das in gleiche Richtung geht, gibt es im wahren Leben immer wieder Konflikte und Enttäuschungen auf beiden Seiten.

    Denn obwohl Mütter sich mehr Unterstützung von den Vätern wünschen, können sie sich schlecht raushalten und reden den Vätern ständig rein was die Väter frustriert und demotiviert.

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