Die Tücken des Elterngeld – das solltest Du wissen

Steuerfalle Elterngeld
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Das Elterngeld ist eine tolle Sache. Nicht das deswegen Paare Kinder bekommen die sonst keine wollen aber für die Paare, die Kinder haben wollen, macht es die Entscheidung leichter. Es schließt die Lücke, die ein wegfallendes Gehalt zwangsläufig hinterlässt zu 67 % und bietet einer jungen Familie etwas mehr Luft zum Leben. Ein Rechenbeispiel findest Du hier.

Dennoch ist das Elterngeld kein Geschenk des Staates und es gibt einige Tücken zu beachten. Was Du wissen solltest, damit es für Dich kein böses Erwachen gibt, habe ich im folgenden Beitrag zusammengefasst.

Staates Hilfe mit dem berühmten “Haken”

Als junge Familie kann man jeden Cent gut gebrauchen. Staatliche Unterstützung wie Elterngeld und Kindergeld helfen das wegfallende Gehalt aufzufangen und damit über die Runden zu kommen.

Wer jedoch das Elterngeld vollständig ausgibt, wird sich im Frühjahr des nächsten Jahres über den Brief vom Finanzamt wundern. Im besten Fall (wenn man ausreichend Werbungskosten & Co. abzusetzen hat) fällt die Erstattung magerer aus. In den meisten, mir bekannten, Fällen kam es jedoch zu einer üppigen Nachforderung die schnell im 4-stelligen Bereich lag.

Was ist passiert?

Elterngeld ist steuerfrei

Das Elterngeld ist steuerfrei. Dennoch gilt es zu beachten, dass es als “Lohnersatzleistung” die Progression beeinflusst. Übersetzt heißt das, dass das Elterngeld dem Bruttoeinkommen des verdienenden Elternteil zugerechnet wird. Übersteigt dessen Gehalt dadurch bestimmte Grenzen, steigt der Steuersatz.

Beispiel: Du verdienst im Jahr 40.000 € und hast damit einen Steuersatz von 14,25 % – zahlst also 5.700 € Einkommensteuer im Jahr. Deine Frau bekommt 12.000 € Elterngeld. Dein Gesamtbrutto wird jetzt mit 52.000 € bewertet und Dein Steuersatz steigt auf 17,573 % an. Du zahlst nun nicht mehr 5.700 € Einkommensteuer für das Jahr sondern 7.029,20 € – eine Differenz von satten 1.329,20 €.

Mit Deinem Gehaltsstreifen wurden monatlich nur 475 € Einkommensteuer (5.700€/12 Monate) an das Finanzamt abgeführt, was beim Lohnsteuerjahresausgleich zu einer saftigen Nachzahlung führen wird.

Als Gutverdiener wird Dich diese Progression kalt lassen, denn ab einem bestimmten Einkommensniveau zahlst Du den Spitzensteuersatz. Diese Regelung trifft daher besonders Gering- bis Mittelverdiener, die das Elterngeld dringend brauchen.

Kann ich dem Effekt entkommen?

Wenn Du alleinerziehend oder nicht mit Deiner Partnerin verheiratet bist, betrifft Dich diese Regelung nicht. Als verheiratetes Paar wird sich die “Progressionsfalle” kaum umgehen lassen. Sollte Dir jetzt der Gedanke kommen “… ich habe noch nie eine Steuererklärung abgegeben, dann kann mir das doch egal sein…” dann habe ich noch mehr schlechte Nachrichten für Dich. Jeder, der Elterngeld von mehr als 410 €/Jahr vom Staat bezieht, wird automatisch erklärungspflichtig und muss eine Lohnsteuererklärung abgeben.

Als verheiratetes Paar hast Du nur die Chance Steuern zu sparen, in dem Ihr prüft ob es günstiger ist eine Zusammenveranlagung oder eine getrennte Veranlagung bei der Steuererklärung vorzunehmen. In der Regel ist es, trotz der Progression, günstiger die Zusammenveranlagung zu wählen.

Solltest Du kein Steuerprofi sein und möchtest den Steuerberater sparen, kann ich Dir WISO Steuer 2010* empfehlen. Ich nutze es selber seit Jahren. Es ist sehr übersichtlich, verständlich und gibt Dir eine Menge Tipps wie Du Geld bei der Steuererklärung sparen kannst.

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Foto: blmurch   

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5 Kommentare

  • Ein interessanter Artikel.

    Danke für diese gut aufbereiteten Informationen!

    Ein stolzer Papa von drei Söhnen

  • Wie war, diese neue Erfahrung mit dem Progressionsvorbehalt habe ich gerade erst auch gemacht – kaum war das Elterngeld im Steuerprogramm drin ist der “aktuelle -Rückzahlungswert” von “+950,- €” auf “-250,- €” abgerutscht.

    Dabei hatten wir uns schon auf eine satte Auszahlung gefreut. Pech gehabt.

    P. S. Als kleine Ergänzung kann ich noch einen Hammer beisteuern. Wenn dann die Geschichte mit dem Elterngeld ausgestanden ist und auch Frau / Mann wieder arbeitet und das Kind in der Krippe ist kann es auch vorkommen, dass das Kind einmal Krank wird. 10 Tage im Jahr hat dann jeder Elternteil die Möglichkeit mit dem Kind daheim zu bleiben – dafür braucht man nur die entsprechende Empfehlung / bzw. das Attest vom Kinderarzt.

    Für diese 10 Tage erhält man von seinem Arbeitgeber jeweils kein Gehalt – sondern von der Krankenkasse ein sogenanntes Kinderkrankengeld – das ist weniger als der eigentliche Lohnausfall (auch 67 %)? Dieses Geld wird dann auch wieder Steuerfrei überwiesen und ist somit dem Progressionsvorbehalt unterworfen.

    Lange Rede kurzer Sinn: Krankes Kind, man muss daheim bleiben, weil man keine andere Wahl hat, bekommt dafür weniger Gehalt, eine geringere Lohnersatzleistung und dafür dann in der Jahressteuer noch einen “Abzug” – eine Frechheit ist das!

    • Danke für Deinen Kommentar.

      Wow, das mit Kinderkrankenersatzleistung wusste ich noch gar nicht. Schon krass wie der Staat die Eltern, die er sonst so fördern will, abzieht.

  • Vielen Dank für diesen interessanten und informativen Artikel. Wieder etwas als werdender Vater dazu gelernt!

    • Freut mich – das ist ja auch der Sinn dieser Seite :-) . Alles Gute für die bevorstehende Vaterschaft. Schau Dich mal um, sicher findest Du noch weitere hilfreiche und informative Artikel hier im Blog.

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    Als kleine Unterstützung, bei all den Kaufentscheidungen, soll Dir dieser Beitrag dienen.

    Ich habe die größten Anschaffungen, die wir in den letzten 4 Jahren getätigt haben, notiert und dazu die Gedanken, die wir uns vor dem Kauf gemacht haben.

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    Die Zeit der kalten Kissen beginnt oft einige Wochen vor der Entbindung. Der Babybauch Deiner Partnerin ist, neben anderen Körperteilen, so groß geworden, dass der Akt nicht mehr das ist was er sein sollte.

    Die Angst vieler Männer, dem Kind in diesem (oder irgendeinem anderen) Stadium der Schwangerschaft Schaden zuzufügen ist zwar in der Regel unbegründet – doch Spaß macht Sex jetzt nur noch bedingt.

    Sechs Wochen, nachdem die Frau niedergekommen ist, wird Enthaltsamkeit empfohlen.

    Ja richtig, sechs Wochen.

    Eventuell sogar länger, je nachdem wie die Entbindung gelaufen ist.

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    Die Super-Eltern. 


    
Immer gut gelaunt, gut gekleidet, frisch geduscht und herausgeputzt. 



    Sie lachen, rennen mit Ihren Kindern um die Wette und scheinen vor Energie nur so zu strotzen.

    Die nerven.

    Und zwar nerven die Dich und mich, weil wir nicht so sind.

    

Wir kommen morgens nicht und schon gar nicht ausgeschlafen aus dem Bett.

    

Am Kindergarten angekommen sind wir von den ersten Debatten mit den Kleinen schon angenervt und ausserdem unter Termindruck, weil wir jetzt dringend ins Büro müssen.

    Die nerven, weil sie neben der scheinbar mühelosen Kindererziehung auch noch Zeit für sich selbst haben.

    

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